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Studienfinanzierung

Finanzhilfen für arme und reiche Studierende etwa gleich hoch



Studienförderung, deutsche
03. April 2008 
Die Studienfinanzierung in Deutschland ist im internationalen Vergleich laut einer Studie besonders kompliziert und intransparent. Zudem erhalten Studierende aus reichen Familien im Endeffekt fast die gleiche finanzielle Unterstützung wie bedürftige Hochschüler, wie eine Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergab, über die die „Zeit“ am Donnerstag berichtete. Gleichwohl würden Studierende insgesamt auf herausragende Weise unterstützt.

HIS untersuchte im Zeitraum 2007/08 zusammen mit fünf Partnerinstitutionen aus den Niederlanden, England, Norwegen, der Tschechischen Republik und Spanien die Unterstützungsleistungen der Länder für die Hochschulausbildung. Untersucht wurde etwa, wie die staatlichen Ausgaben in Bezug auf die Hochschullehre und Unterstützungsleistungen an Studierende und ihre Eltern aufgeteilt sind.

Dabei zeigte sich, dass in Deutschland der Anteil der Unterstützung, die Privatpersonen gewährt wird, mit 42 Prozent deutlich höher ist als in den anderen fünf untersuchten Ländern. Zudem bestehen die Unterstützungsleistungen an Studierende und ihre Eltern aus weit mehr als nur Bafög und Kindergeld: So kommen indirekte Unterstützungen in Form von Steuererleichterungen vor allem einkommensstarken Familien mit Kindern in der Ausbildungsphase zugute. Hier nimmt Deutschland laut HIS im Vergleich zu den anderen Ländern eine Sonderrolle ein.

5.136 Euro für vermögende Studierende

Den Angaben zufolge addiert die Studie sämtliche Beihilfen und Steuererleichterungen, mit denen der Staat Studierende und ihre Familien unterstützt. Danach erhält ein angehender Akademiker einfacher Herkunft im Schnitt 5.720 Euro im Jahr aus öffentlichen Kassen, unter anderem aus dem Bafög. Studenten aus vermögendem Haus kommen demnach im Familienrahmen auf jährlich 5.136 Euro, unter anderem über Ausbildungs- oder Unterhaltsfreibeträge für die Eltern.

In keinem anderen Land sei die Studienfinanzierung „so kompliziert und intransparent“ wie in Deutschland, sagte HIS-Geschäftsführer Martin Leitner. Vor allem die vielfältigen Unterstützungsleistungen an die Eltern der Studierenden seien im internationalen Vergleich einzigartig. Insgesamt profitierten deutsche Studenten „weit mehr als in anderen Ländern von staatlichen Hilfen“, sagte Studienleiterin Astrid Schwarzenberger.

Text: AP
Bildmaterial: fotolia.com
 
 
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