Von Gunda Achterhold
23. Januar 2008 Reiner Zufall, dass Carmen Allhoff nun seit zwei Jahren Mathebücher betreut. Eine Studienkollegin war auf einer Veranstaltung vom Geschäftsführer des Ernst Klett Grundschulverlages gefragt worden, warum sich eigentlich kaum Diplom-Mathematiker auf freie Stellen in seinem Haus bewerben. Sonst hätte ich bei der Jobsuche selbst auch nicht ans Verlagswesen gedacht, sagt Carmen Allhoff und lacht.
Schon eher ans Statistische Bundesamt, wegen meines Nebenfachs Geographie - aber da darf man leider überhaupt nicht interpretieren. Dabei hat ihr der spielerische Umgang mit einfachen Beweisen und mathematischen Schlussfolgerungen von jeher am meisten Spaß gemacht. Nach einem einjährigen Volontariat übernahm sie bei der Leipziger Zweigniederlassung die Betreuung des Förderwerkes Diagnosebegleiter im Fach Mathematik. Von der hohen, fiesen Mathe hat sie sich nach dem Studium an der TU Darmstadt gerne verabschiedet. Doch auch für die Konzeption von Lehrbüchern und -materialien braucht man ein fundiertes Wissen von den Strukturen dahinter. Gerade wenn die Aufgaben komplexer werden, fange ich oft fünfmal von vorne an, denn sie müssen von Schülern auch mit ganz einfachen Ansätzen zu lösen sein, erklärt die 28-Jährige. Neben fachlichem Know-how ist viel organisatorisches Geschick gefragt. Wir suchen Autoren, erarbeiten gemeinsam mit ihnen und den Herausgebern ein Konzept, begleiten den Erstellungsprozess, bearbeiten die Manuskripte und kümmern uns um Fotos und Grafiken, erklärt Allhoff. Von der Idee bis zum fertigen Buch kann das drei bis vier Jahre dauern. Bei der Redakteurin laufen alle Fäden zusammen. Ich komme mit sehr vielen unterschiedlichen Leuten zusammen, deren Tätigkeiten ich miteinander koordinieren muss, sagt sie. Und das macht Spaß, alle Abläufe so hinzubekommen, dass ein Rädchen ins andere greift.
Text: Hochschulanzeiger Nr. 94, 2008, Seite 72
Bildmaterial: privat