Von Gunda Achterhold
23. Januar 2008Der Money Market zählt im Bereich des Fondsgeschäfts zu den konservativsten Anlageformen. In diesem Teil des Finanzmarkts vermitteln wir alles, was nicht Aktie ist, erklärt Christine Sharaf. Für ihre Kunden ermittelt die Fondsmanagerin adäquate Alternativen zu Sparbuch oder Termingeldanlagen, die ebenfalls sicher sind, aber im besten Fall eine höhere Rendite abwerfen. Ich muss hier keine Integrale mehr lösen, so die 31-jährige Mathematikerin.
Aber wenn ich zum Beispiel anhand von Kurven die Credits Spreads errechne, also die Differenz in den Renditen, dann sind diese Schritte für mich als Mathematikerin eben auch logisch nachvollziehbar. Nach einer Banklehre und einigen Jahren Berufserfahrung im Kreditgeschäft reduzierte Christine Sharaf ihre Stundenzahl, um Job und Studium unter einen Hut zu bringen. Wenn schon studieren, dann auch das, was mir wirklich Spaß macht, sagte sich die ehrgeizige Bankerin und entschied sich für ihr Lieblingsfach Mathematik. BWL und VWL belegte sie im Nebenfach. Es war ganz klar, dass ich mich weiter in Richtung Bank entwickeln wollte.
Seit fast zwei Jahren hat Christine Sharaf nun das Diplom in der Tasche, noch vor den Abschlussprüfungen wechselte sie zur DWS Investment GmbH. Unter ihren Kollegen sind ebenso viele Mathematiker wie Volkswirte und Betriebswirtschaftler. Ich habe mich ganz gezielt um eine Stelle im Portfolio-Management beworben, auf der ich meine Erfahrungen in der Asset Backed Securitisation nutzen kann, sagt die Finanzmathematikerin. Den Handel mit verbrieften, forderungsbesicherten Wertpapieren (ABS) lernt sie nun von einer anderen Seite kennen. In den Jahren bei der Deutschen Bank waren wir Herausgeber der Wertpapiere, so Sharaf. Im Portfolio-Management sehe ich die Transaktionen aus Investorensicht und habe immer im Blick, zu welchen Preisen welche Papiere gerade gehandelt werden.
Text: Hochschulanzeiger Nr. 94, 2008, Seite 72
Bildmaterial: privat