Autorin gegen Alumnus: Julia Friedrichs geht Martin Hess an

Elitendebatte

„Ein teures Studium schreckt ab“

Ist die European Business School nur für Reiche da? Haben Kinder aus ärmerem Haus schlechtere Bildungschancen? Hat Erfolg nur, wer angepasst ist? Ein Streitgespräch.

Lesermeinungen zum Beitrag

19. Mai 2008 01:42

Amerikanisches System

Martin Krämer (mkraemerm)

Ich glaube die meisten in Deutschland wissen nicht wie das amerikanische System funktioniert. Es muss zwischen Bachelor und PhD (Dr) bzw. Master unterschieden werden. D.h. für den Beachelor an einer Elite Uni muss man zwischen 30 000 – 40 000 $ pro Semester bezahlen. Da spielt Geld auf jeden fall eine rolle.
Aber um einen PhD zu machen (die Leute die die Forschung machen und für den Ruhm der Uni verantwortlich sind) zählt nur können. Z.b. machen in Stanford (wurde ja im Artikel genannt) nur 20% von denen, die einen Bachelorabschluss haben, auch einen PhD in Stanford. 80% stammen aus anderen Ländern oder anderen Hochsuhlen. Stanford sucht sich für ihr PhD Programm nur die besten aus, hier spielt Geld keine rolle. Da die kosten meisten von Firmen übernommen werden. Wenn man also aus einer nicht Wohlhabenden Familie Stammt, geht man an eine Stattliche Uni und wenn man dort herausragt, ist einem der Weg an eine Elite Schule nicht verwährt. Ich halte dieses System führ gerecht, weil die reichen sehr viel Geld den Unis geben aber dadurch top Forschung finanzieren, wo jeder der was kann mitmachen kann. Jeder der versucht deutsche Elitesystem (also die durchweg Geld kosten) mit amerikanischen Kosten zu rechtfertigen, hat keine Ahnung. U

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17. Mai 2008 23:25

Teures Studium

Rolf Stuedemann (rstuedemann)

Ich bin als gelernter Büromaschinenmechaniker 1947 im Alter von
22 Jahren von Hamburg über Paris nach Chile ausgewandert.
Hier habe ich bei der US-Tocher GRACE als Werkstattleiter andgefangen. Einige Jahre später ging ich zu der hiesigen Tochter-
gesellschaft der OLYMIA Büromaschinen und war bei denen
24 Jahre lang - davon 17 J. als Chef mit über 300 Mitabeitern in den
"schönen" Zeiten von Allende und Pinochet und danach bis einschl. 2003 tätig.

1956 - 1960 habe ich an der Uni in Valparaiso Betriebswirtschaft
studiert (und gearbeitet). Ich erhielt eine Licenciatur. 1978 studierte ich ein weiteres Jahr in Santiago und wurde mit 53 Jahren Ingeniero Comercial = Dipl. Kfm.
Im letzten Quartal 1977 studierte ich auf meine Kosten in dem dreimonatige Advanced Management Programm (AMP77) der Harvard in Boston - für damals US$ 10.000 plus kleinere Kosten.
Es war und ist m.E. mit das beste Programm dieser Art auf der Welt !!

QUINTESSENZ: Man muss also WILLENSKRAFT UND ANPASSUNGS-
VERMÓGEN haben, wenn man weiterkommen will.

Rolf P. T. Stuedemann


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17. Mai 2008 23:09

In USA, UK, Japan

Chi Tamago (tamago)

lächelt man über die Studienkosten der EBS. Das Doppelte, ja das Dreifache wird gerne gezahlt. Mit Diagnose der Schwangerschaft starten die Eltern in diesen Ländern ein Sparprogramm zur Studienfinanzierung des Nachwuchses. Alle Eliteunis vergeben auch Stipendien. Um die zu bekommen muß man allerdings Leistung gezeigt haben und im Aufnahmetest bestätigen. In China werden zunehmend Schulen und Hochschulen für Hochbegabte mit Tausenden, die einen IQ über 130 haben, aufgebaut und gefördert. Deutschland fördert da schon lieber die Gleichmacherei, siehe die Förderung der Gesamtschulen und die Entwicklung an den Gymnasien.

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17. Mai 2008 13:07

Hinweis zum ersten Kommentar (s.o.): Alle haben an der EBS die gleichen Chancen

Martin Hess (Martin.Hess)

Im ersten Kommentar zum Artikel werden zwei Dinge miteinander vermischt, ich will das gerne aufklären:

1. Wir legen großen Wert darauf, dass alle, die ein EBS-Studium beginnen, mit vergleichbarem Wissen starten. Da das Abitur aus unterschiedlichen Bundesländern dies nicht immer gewährleistet, gibt es unter Umständen im Nachgang des Aufnahmetests die Auflage spezielle Vorkurse zu absolvieren, die alle kleinen Lücken füllen.

2. Wer eine Klausur an der EBS einmal nicht besteht, der darf sie einmal wiederholen. Die Note aus Erst- und Zweitversuch wird dann zu einer Durchschnittsnote zusammengerechnet. Wer eine Klausur auch beim zweiten Versuch nicht besteht, muss die EBS verlassen. Übrigens: Auch dann interessiert der Kontostand der Eltern nicht: Das kann ich aus meinem eigenen Jahrgang berichten, wo seinerzeit nach wenigen Semestern der Student mit den wohl reichsten Eltern die EBS verlassen musste nach zwei verpatzten Klausur-Versuchen.

Wer glaubt, sich in die EBS einkaufen zu können, beißt schon seit jeher sofort auf Granit, ohne Kompromisse. Alle haben vom Start weg dieselben Chancen. Jeder, der die nötigen Fähigkeiten mitbringt, kann sich die EBS leisten, es gibt Stipendien, den eXebs Bildungsfonds, Finanzierungsoptionen etc.

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17. Mai 2008 13:00

Intelligenzen gehen in der Masse unter.

norbert doerre (ndoerre)

Selbst in den 50er Jahren hatten Kinder aus ärmerem Elternhaus bessere Chancen als heute, eine gute Schulausbildung zu erhalten. Die Qualität der Schulen fiel auch nicht der Armut, sondern der Ideologie der Gleichheit zum Opfer.
Beim Wiederaufbau wurde Jeder gebraucht, das zu leisten, was uns den Wiedereinstieg in den Wohlstand und in die Weltwirtschaft ermöglichte. Damals wurde die Bildung durch den Bedarf bestimmt, nicht durch Ideologie. Nur die Besten konnten es schaffen. Es war die Zeit der niedrigen Steuern, der hohen Gewinne und des folglich hohen Wirtschaftswachstums aufgrund geringer Steuerrisiken.
Dann setzte auf der einen Seite die Etablierung der Erfolgreichen mit deren Selbstabrenzung ein, mit der Folge der schwindenden vertikalen Durchlässigkeit des ganzen Systems. Die Schaltstellen waren besetzt, und es ging um die Bewahrung des Status Quo.
Der Staat hat hier das Gegenteil von dem getan, was er hätte tun müssen. Er setze in der Bildung den Rasenmäher ein ersetzte Intelligenz durch Gleichmachung. Das akademische Proletariat der Ungebildeten sollte für Unruhe sorgen. Dies ist mit den 68ern ja auch geschehen, mit all den schrecklichen Folgen. Heute gehen die wenigen Intelligenzen in der Masse und in Steuern unter.

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17. Mai 2008 08:34

ebs und Leistung

Thomas Berger (tberger)

OK, zunächst: Ich verstehe nicht ganz, warum man sich gegen den Satz "Wer mehr leistet, soll mehr bekommen" wendet. Grundsätzlich ist es doch so, daß derjenige, der mehr für die Gesellschaft tut, von dieser auch besser entlohnt werden soll. Wenn man natürlich eine Tätigkeit ausübt, welche die Menschheit nicht vorwärtsbringt, sehe ich wenig Gründe dafür, einen Überfluss an materiellen Gütern zu erhalten.

Etwas spezifischer zu Privatunis: Meines Wissen nach vergeben jedenfalls ebs, WHU und W/H recht großzügig Stipendien. Und sorry, wenn sich jemand derart von hohen Studiengebühren abschrecken lässt, daß er kein Stipendium beantragt, hält sich mein Mitleid mit dieser weinerlichen Anspruchsmentalität doch sehr in Grenzen. Was erwarten die Leute eigentlich? Eine Einladung auf handgeschöpften Büttenpapier direkt nach dem Abitur? Man muß sich doch schon bemühen.

Zur ebs. Hier gab es meiner Kenntnis nach die Unsitte, daß man nach nicht bestandenen Klausuren an sehr teuren Förderkursen teilnehmen konnte, nach denen die Klausuren in der Regel aufgrund des spezifischen gelehrten Stoffs geschafft wurde. Bei erneutem Nichtbestehen wurde relegiert. Vielleicht kann sich ein Absolvent dazu äußern?

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17. Mai 2008 07:24

Teures Studium schreckt-Es lebe das HANDWERK

Walter F Brieke (walterbrieke)

Die Debatte muss geführt werden, das ist richtig. Aber bitte bitte vergesst das DEUTSCHE HANDWERK nicht. Es sollte schon in den Schulen praktisch gefördert werden das Handwerk. Es muss doch nicht jeder Handwerker studiert haben - ODER ? -

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