Danke für den erhellenden Artikel. BTW, dass ein *SE*-mester nur 3 Monate dauern soll, mag am kanandischen Überblickswissen oder daran liegen, dass es sich um *TRI*-mester handelt (Latein nix gut an kanadischen Elite-Unis?). Nun gut, jenes von Ihnen erwähnte"Überblickswissen" wurde vor dem "Verfall der Bildung" (Adorno) an deutschen Gymnasien vermittelt, später nach Gusto im Studium Generale aufgefrischt und schließlich im Grund- und Hauptstudium vertieft .
<br>Ich möchte auch gerne einräumen, dass "Business"-Studenten heute unbedingt in "die Staaten" müssen, um beruflich nach oben zu kommen. Mir verharrt allerdings eine Frage auf der Zunge: Mercedes, BMW, Audi, VW und Porsche wurden/werden von *Diplom-Ingenieuren* (weiter-)entwickelt. Also ganz so schrecklich schlecht schien/scheint das deutsche Hochschulstudium denn doch nicht (gewesen-) zu sein. Aber Gemach, ich warte gerne auf ein äquivalentes Erzeugnis aus Kanada/USA/GB...
So wie der Bädschelä (z.B.auf Südhessisch) hiezulande neu erfunden wird, so wird momentan in Thüringen gerade der Bildungsplan für die 1 - 10jährigen Kinder erfunden.
Es ist alles längst erforscht, praktisch eingeführt und mit segensreichen Folgen für die nachfolgenden Bildungsstufen, - von unseren kleineren Nachbarländern. Die Niederlande, die skandinavischen Länder, selbst Frankreich, sind vorbildlich.
Trotzdem hat die Politik in Thüringen eine teure Schar Professoren, "Experten " aus Gewerkschaften,Sozialverbänden, Religion, Elternräten, psychologisch und medizinisch geschulten Berater, Vertretern aus Kommunen und Wirtschaft aufgebaut. Ein destruktiver Verbrauch von Zeit und Resourcen. Die Professoren, die dabei gut verdienen,zum Melken des Systems regelrecht gezwungen, da die Polit-Bürokratie zu langsam arbeitet, ängstlich, unfähig oder unwillig laviert,anstatt zu handeln.
Hier hilft nur noch AUSMISTEN. Und dann:nicht kleckernd sondern klotzend INVESTIEREN. Sonst holen wir nie mehr auf. Hätten wir die Bildungsinvestitionen der Nachbarländer in den "fetten" Kohl-Jahren mitgemacht, wären wir nie das "reichste Land " Europas gescholten worden. Ich schäme mich für diesen Titel.
Hgarg
Einmal möchte Herrn oder Frau Müller korrigieren. Der angelsächische Bachelor hat nicht 4 Jahre, das ist der anglo-amerikanische Bachelor. In England dauert das Bachelor Studium 3 Jahre (Honours) mit 360 Credit Points. Das Ergebnis ist sicherlich mindestens mit den 4 Jahren in USA/Kanada vergleichbar.
Ein Punkt mit Bezug auf die Studiengebühren wurde überhaupt noch nicht erwähnt. Mit entsprechenden Studiengebühren ist der Student zahlender Kunde der Uni. Er wird auch von den Unis - z.B. The Open University, www.open.ac.uk, so behandelt; als geschätzter Kunde. Mit Blick auf die Forderung nach lebenslangem Lernen auch als lebenslanger Kunde. Dies sehe ich bei deutschen Hochschulen (staatlich) noch gar nicht umgesetzt.
Studiengebühren von 500 Euro/Semester bringen eine Uni allerdings auch nicht dazu einen Studenten als Kunden zu betrachten. Wir sollten uns schnell daran gewöhnen, dass Ausbildung Geld kostet; es ist eine Investition in die Zukunft; in die eigene Zukunft.
oho sieh mal an wo man kommilitonen findet.
Ich studiere economics in maastricht und ich kann meinem vorredner nur zustimmen, dass das academische klima hier durch bessere technische ausrüstung, eine abkehr vom vorlesungsbasierten system zum kleingruppen-tutorial system, regelmäßigere examen (alle 2 monate) aber auch deutlich höhere anforderungen an die studenten (40 Stunden woche wird von der Uni vorausgesetzt) ein ganz anderes als in Deutschland ist.
Ich persönlich würde mich jedesmal wieder dafür entscheiden hier zu studieren.
Ich halte es ganz wie mein/e Vorredner/in Müller: Wer bereit ist, auch in Deutschland finanziell in sein Studium zu investieren, wird auch hier keine schlechteren als in dem Artikel geschilderte Studienbedingungen vorfinden.
Ein allgemein eher deutsches Problem ist vielmehr, dass die Akzeptanz und das Verständnis dafür, dass Bildung und Wissensvermittlung als Investition in die Zukunft zu betrachten sind, eher unterentwickelt sind. Während es in den angelsächsischen Ländern normal ist, sich ein Studium auch ohne großen finanziellen Spielraum in der Familie zumindest teilweise über einen Kredit oder bei entsprechenden Leistungen über ein Stipendium zu finanzieren, herrscht in Deutschland vielfach noch die Meinung vor, Bildung müsse aus Gründen der Chancengleichheit kostenlos verfügbar sein. Inzwischen existieren aber auch in unserem Land immer mehr Stipendienprogramme und auch die Banken haben die Zielgruppe "Student" für sich entdeckt und bieten vermehrt Studienkredite zur Finanzierung eines Studiums für diejenigen an, denen ein Studium andernfalls verwehrt bliebe.
Dass die Mentalität in Kanada eine anderes ist, dafür kann nicht Kanada oder das kanadische Bildungssystem etwas, sondern seine Bürger.
Sehr geehrter Herr Trotier,
um gute Beispiele für Bachelor Studiengänge zu finden, die höchsten Ansprüchen genügen, muss man gar nicht erst über den Atlantik blicken. Viele junge deutsche studieren, wie ich selber, in einem Land, dass den staatlichen deutschen Universitäten im Bolognaprozess um Lichtjahre voraus erscheint - den Niederlanden.
Ich lebe in Aachen und studiere in Maastricht "International Business". Das bringt zwangsweise Diskussionen im Bekanntenkreis mit sich. Doch die Frage warum man denn in Maastricht studieren würde, ist schnell beantwortet. Vom Unterricht, der an der Business Fakultät ausschliesslich in Englisch, in kleinen "Tutorials", von den Studenten selber gestaltet wird (inkl. rotierendem Protokoll- und Diskussionsführer) und unter Aufsicht eines Tutors stattfindet über niedrige Kosten (durch staatliche Beihilfe studieren Ausländer aus EU-Staaten für netto 500 Euro p.a.) und wissenschaftlichem Anspruch bis zu kurzen Studienzeiten stimmt hier alles. Trotz des Drucks und einem oberflächlich betrachtet "durchorganisierten" Studiums bieten sich den Studenten viele Möglichkeiten. Die Studienangebote sind im Gegensatz zu denen vieler deutscher Unis stimmig und nicht "zusammengeschustert".
mfG A. Ehlinger
Ein wenig aussagekräftiger Artikel, der zweifelsohne die kanadische Hochschullandschaft gut abbildet, aber nicht für den komplexen europäische Kontext von Belang ist. Warum? Zum einen weisen auch europäische und deutsche bezahlpflichtige Universitäten die meisten der genannten Eigenschaften auf, zum anderen liefert der Artikel keine Hinweise für die Organisation des multikulturellen europäischen Raumes mit diversen Hochschulsystemen.
An Kanada orientieren? Wozu! Abgesehen von dem guten Hinweis, dass der Bachelor in angelsächsischen Ländern vier Jahre dauert und der europäische Bachelor somit keinesfalls eine Kopie des angelsächsischen Modells ist, liefert der Artikel dafür keine Anhaltspunkte. Ein Beitrag zur Ausgestaltung des Bachelors ist er somit mitnichten.