Ich weiß nicht wie man als klar denkender Mensch darauf kommen kann, dass 40% der Bevölkerung eines Landes studieren sollen, insbesondere wenn die durchschnittliche kognitive Begabung in diesem Land nicht außergewöhnlich ist.
Bevölkerungsquantität ist irrelevant, was zählt ist ihre Qualität.
Vielleicht kommen wir endlich wieder zu einer Entabuisierung dieses Faktums.
Intelligenz, IQ, ist von Relevanz und es ist einfach eine Mißachtung aller bekannten wissenschaftlichen, insbesondere empirischen, Ergebnisse immer noch ernsthaft zu behaupten, das man sich seine Einsteins durch Unterstützungskampagnen, Lernhilfe und ähnliches heraufbilden kann.
Nein. Man sucht sich die raren Perlen und muss sie pflegen, denn ohne sie wird die Gesellschaft kaum eine Weiterentwicklung erleben...
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Bei der dann aufgrund irgendwelcher IQ-Tabellen Empfehlungen über die Ideale Zahl an Studenten getroffen werden? Wer sich wirklich zum Thema informiert, wird herausfinden, dass es in allen Berufen, egal wie komplex sie sind( also sogar unter Ingenieuren, Mathematikern und Naturwissenschaftler) auf allen Hierarchieebenen Menschen mit einem IQ von weniger als 110( bei einer Standardabweichung von 15, also noch durchschnittlich kluge Leute) gibt. Daraus folgt, dass sehr viele Menschen ein bestimmtes Fachgebiet selbst mit normalen geistigen Fähigkeiten auf hohem Niveau beherschen können, wenn sie nur genug motiviert sind. Viele Studenten bedeutet also nicht automatisch, dass das Niveau sinkt. Und dass unser Land braucht gut ausgebildete Spezialisten braucht bezweifelt wohl niemand, oder?
Um ganze zwei (!) Fremdsprachen zu
sprechen, braucht ein durchschnittlich
begabter Mensch kein Universitätsstudium.
Jedenfalls nicht für Anglistik, die allein
50 % der deutschen Sprachstudenten ausmachen
dürfte und die sich anschließend beschweren,
für die nobelpreisreife Leistung, Englisch
zu sprechen, nicht sofort eine Vorstands-
position im Konzern angeboten zu kriegen.
Anders sieht es sicher für seltene oder
für Europäer schwer erlernbrare Sprachen
aus. Ein Sinologe, ein Arabist (?) oder
ein Assyrologe studieren Sprachen, die
richtig Arbeit machen. Das dürfte auch
erklären, warum diese Fächer so selten
belegt werden.
Einer Romanistin, die 3-4 romanische Sprachen
gut (!) beherrscht und umfangreiche Kenntnisse
über Geschichte und Kultur mehrer romanischer
Länder vorweisen kann, wird auch kaum jemand
den Status ihres wissenschaftlichen Studiums
anzweifeln.
Leider kann davon aber bei dem Gros der Geistes-
"wissenschaftler" unserer Unis keine Rede sein.
Es handelt sich schlicht um eine Ausbildung zum
Schwafeln ohne Sinn und Struktur, die bestenfalls
etwas Allgemeinbildung, die im Gymnasium versäumt
wurde, nachholt. Dafür braucht niemand jahrelang
die Uni zu verstopfen.
Herr A Kimodo (akimodo), ist es wie mit der sagenumwobenen Frauen”arbeit”:
Nur die Klugen können sie sehen, so wie des Kaisers neue Kleider.
Aber Sie haben schon recht. Die Geistes“wissenschaftler“ sind die besten Menschen der Welt - haben die Geistes“wissenschaftler“ in unzähligen „wissenschaftlichen“ Arbeiten nachgewiesen.
Die Zeiten sind vorbei, wo der Wohlstand durch die Arbeit der Ingenieure und Naturwissenschaftler erarbeitet wurde. Heute, im „postindustriellen Zeitalter“ (auch so eine Kreation der Geistes“wissenschaften“) sind es die Geistes“wissenschaftlerinnen“, die es bringen.
Wem ist zu verdanken, dass Deutschland Exportweltmeister ist? Klar, den Geistes“wissenschafltern“. Bewundernswert, wie die Soziologen der soziologischen Konkurrenz aus Übersee die Marktanteile abgenommen haben. Und wie sich die Politologen gegen die politologischen Mitbewerber aus Fernost durchsetzen, das ist schon beeindruckend.
Wirklich?
Was würde eigentlich fehlen, wenn die fehlen würden?
Die Staatsinterventions- (FAZ 14.05.07, Kommen Sie uns doch mal besuchen) und Umverteilungspropaganda?
Ja, die würden fehlen. Aber wer würde die vermissen?
... dass Asien, speziell Süd-Korea, Niedriglohnlander seien, ist ein riesiger Propagandawitz. Der Mindestlohn hier liegt bei etwa 800 EUR! Von Japan einmal ganz zu schweigen. Verfolgt man die letzten Nachrichten in Korea und Japan, so zieht deren Industrie sogar wieder Produktonsstätten von China ab, da es dort zu viele Qualitäts- und Lieferprobleme gäbe. Und das trotz hoher Löhne!!! Auch ist das was "Made in Germany" einmal war, hier - also "Made in Korea" oder "Made in Japan" - noch ziemlich viel wert! Warum sonst sind hier so viele deutsche Unternehmen vertreten! Bestimmt nicht wegen den niedrigen Löhnen! In Taiwan wird das wohl nicht andes sein. Also: Schluss mit dem Gemäcker und sich auf seine Stärken besinnen!
Ähnliches könnte man natürlich auch zur Schweiz oder zu England bemerken ...
Meine beiden ältesten Töchter haben auf die angesprochene Misere ( J. Kaube und die knallharten Lesermeinungen) so reagiert: Sie sind weg, vor einigen Monaten, mit Mann und Maus: mit jeweils drei kleinen Kindern und ihren Doktortiteln. Beide Familien fühlen sich wohl und können freier atmen in ihrem neuen beruflichen Umfeld und freuen sich über die Betreuung, die ihren Kindern zukommt in Schule und Kindergarten.
Sie hatten sich durch ihr Studium in den USA (UCLA) und Frankreich einen Überblick verschafft und daraus die Konsequenzen gezogen.
Heiner Garg
Klar ist: westliche Hochlohnländer müssen ihren Schwerpunkt auf Bildung und Wissenschaft legen, um in naher Zukunft überhaupt noch konkurrenzfähig zu sein.
Die Produktion selbst wird sich noch mehr in Länder wie Indien, Korea, China u.a. verlagern. Dort gibt es niedrige Löhne. Ganz klar haben die Menschen dort erkannt, dass sie nur dann zu Wohlstand kommen, wenn sie exzellent ausgebildet sind. Ein deutscher Schüler braucht sich daher mit einem gleichaltrigen indischen Schüler gar nicht erst zu vergleichen. (Klar gibt es dort noch ein riesiges Gefälle zwischen Stadt und Land.)
Hier aber versucht man den Menschen zu verkaufen, es braucht nicht so viele Menschen mit hoher Ausbildung.
Was für ein grandioser Quatsch. Schon jetzt gibt es Mangel an Ingenieuren und Informatikern.
Aber eins ist klar: das deutsche Bildungssystem ist so wenig anspruchsvoll, dass selbst der höchste Abschluss noch keine wirkliche Bildung bedeutet.
Hier ist Reformbedarf. Es sei denn, man will aus politischen Gründen eine möglichst ungebildete Masse.
Diese notorische Quängelei vieler Kommentatoren ist einfach unerträglich, speziell für jemanden der schon an mehreren ausländischen Universitäten studiert oder gearbeitet hat. Deutschland hat gute Universitäten und der Umstand, dass viele Studenten einen guten Abschluss machen, könnte vielleicht auch daran liegen, dass sich diese Studenten -so sie denn zu Ende studieren - auch richtig ins Zeug legen. Schließlich geht es um einiges und in Deutschland ist es nun einmal so, dass während des Studiums selektiert wird und nicht vorher -speziell in Baden-Württemberg. Hier in Korea beispielsweise ist dies anderes.
Und dass die Studenten dümmer sein als früher halte ich für ein dummes Gerücht. Auch die Arroganz einiger "Naturwissenschaftler" hier, halte ich für ziemlich fehl am Platz, schließlich hat jeder Studiengang seine Vorzüge: die meisten geisteswissenschaftlichen Kollegen, die ich kenne, sprechen fließend mindestens 2 Fremdsprachen und können recht problemlos längere Vorträge halten. Nach zweijähriger Arbeitserfahrung als Account Manager im IT-Bereich, kann ich das nicht von jedem Kollegen von der vermeintlichen "anderen Seite" behaupten.
Liebe Grüße
"A"
Jürgen Kaube erweist sich mit seinem Artikel einmal mehr als profunder Kenner und konstruktiver Kritiker der deutschen Bildungslandschaft wie -politik. Das allerorten zu vernehmende Gejammer über zu niedrige Quoten von Abiturienten und Studierenden in Deutschland mag man kaum noch hören. Und immer wieder werden künstliche internationale Vergleiche angeführt, bei denen gleichsam deutsche Äpfel mit Birnen anderer Länder verglichen werden. Was wir in Deutschland brauchen, sind Qualitätsoffensiven, keine politisch gewollten Zahlenspiele, die im Kern den Hochschulabsolventen eher schaden, schmälern sie doch den Wert des Erreichten. Die so oft beklagte mangelnde Studierfähigkeit deutscher Hochschulzugangsberechtigter spricht eine ebenso deutliche Sprache wie die Zahl der Studienabbrecher. Und dass es uns an Qualität fehlt, zum Beispiel in der Beherrschung der deutschen Sprache samt ihrer Regularien, davon vermag die Leserbriefkampagne Zeugnis ablegen. Denn kaum eine Zuschrift kommt orthographisch fehlerfrei daher...
Im Zuge des Bologna-Prozesses und der politisch gewünschten Internationalisierung der Studiengänge ist es zu einem Niveauabfall gekommen, der unerhört ist. Der geistige Anspruch vieler dieser Studiengänge bewegt sich irgendwo im siebten Schuljahr eines bayrischen Gymnasiums, was ich persönlich für eine Tragödie halte.
Ganz eindeutig: Wir brauchen mehr Akademiker! Im globalen Wettbewerb kann Deutschland nur mit Fähigkeiten punkten, die im Bereich der F&E und der Bildung liegen.
Natürlich greift die Forderung nach einer Steigerung der puren Anzahl von Studienplätzen zu kurz - übrigens genauso wie die Forderung nach mehr Ausbildungsplätzen. Die Qualitätsdebatte ist aber doch seit Jahren angefacht. Warum dann jetzt ein Artikel, der "den Politikern" vorwirft, sie würden nicht über Qualitätsverbesserrungen nachdenken? Dass sehr viel falsch läuft an Schulen und Hochschulen ist doch bekannt. Wichtiger wäre doch ein Artikel wie Probleme gelöst werden können. Dazu gibt es doch eine Reihe von guten und schlechten Vorschlägen, die z.T. auch schon umgesetzt werden. Leider fehlt dabei ein wichtiger Bauteil: Lasst die Studierenden mitreden, die wissen doch am Besten wo es hakt!
Die Alternative "weniger Studierende" wird vom Autor nicht zu Ende gedacht: diese Menschen wählen dann eine Ausbildung und verdängen so die Abgänger ohne Hochschulreife. Was mit dem übrigbleibendem "Rest" dann passieren soll, bleibt vage. Diese Gruppe wird mit Sicherheit nicht im globalen Wettbewerb bestehen und sicher nach mehr Umverteilung verlangen.
Das Deutsche - oder besser gesagt - das Ausbildungssystem im deutschsprachigem Raum lässt sich mit dem angelsächsischen oder lateinischen Modell nicht unterscheiden. Auch in der Schweiz ist der Ruf nach mehr Studierenden laut geworden und auch erhört worden. Die Anzahl Einschreibungen hat in den letzten Jahren zugenommen. Obwohl die Anzahl mit dem Abschluss eines Gymasiums ca. bei 25% liegt, würde ich mal behaupten sind die Schweizer nicht dümmer als die gleichaltrigen Kollegen in England oder Spanien.
Man hat (zum Glück) gemerkt, dass das System mit berufsbegleitenden Ausbildungen kein schlechtes ist. Die Berufsverbände haben viel investiert, um die Lehre attraktiver und auch anspruchsvoller zu machen. Es wurden neben der normalen Berufsschulde Berufsmaturen (Berufsabituren) geschaffen. Mit diesem Diplom hat man Zugang zu den jeweiligen Fachhochschulen.
Ja auch in der Schweiz werden Ingenieure gesucht, aber dafür hat man in anderen Studienrichtungen zuviele Abgänger. Evtl. liegt das Problem in der Verteilung der Studierenden auf die jeweiligen Fächer und nicht in der Anzahl Studierenden.
Noch etwas: Was nützt mir ein schwaches BWL-Studium um nacherher am Schalter bei der Bahn zu arbeiten?
Der Beitrag bringt einen großen Teil der Probleme auf den Punkt. Wir haben immer mehr Akademiker, die immer weniger können. Durch die "Reform" der Hochschulabschlüsse werden jetzt noch die letzten Reste des einstmals hervorragend funktionierenden Bildungssystems zerstört. Damit ist der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands besiegelt, denn außer Wissen hat dieses Land nichts.
Dass eine Steigerung des deutschen
Bildungsniveaus wünschenswert wäre,
bestreitet fast niemand.
Dafür reicht es aber nicht, einfach
möglichst viele junge Menschen durch
Pseudostudiengänge zu schleusen, die
ihnen am Ende zu einem wertlosen Stück
Papier verhelfen, das inhaltlich nicht
einmal Abiturniveau garantiert.
Es mag wohlfeil sein, immer auf den
Geisteswissenschaften herumzuhacken,
aber es ist nun mal eine Tatsache,
dass manche "Schwafelfächer" zwar
massiv die formale Akademikerquote
aufblähen, aber leider ohne jeden
wissenschaftlichen Nutzen.
Die 700ste Magisterarbeit über Kleists
Pubertät oder "Untersuchung der Rolle
des Pudels im barocken Bildungsroman"
bringt weder deren Verfasser noch die
Forschung oder die Gesellschaft weiter.
Solche Stilübungen gehören an die Schule,
nicht an die Universität.
Konsequent wird nach dem dünnsten Brett
gefahndet, um irgendwie in den Besitz des
ersehnten "Diploms" zu gelangen. Dadurch
kommt es zu einer Inflation von Papieren,
deren Aussagekraft immer mehr abnimmt.
Junge Menschen sollten zum Studium aus
echtem Interesse ermutigt und gefördert
werden, aber nicht als Warteschleife um
Leerzeiten im Lebenslauf auszustopfen.