Dieser Beitrag trifft in so vielen Einzelheiten nicht zu, daß man ihn nicht hätte drucken sollen. Als ob die amerikanische Uni keine Hierarchien hätte. Wie lächerlich! Als ob die deutschen Hochschulminister die deutschen Hochschulen wirklich in die Autonomie entlassen würden! Also ob die Politik in den USA nicht mitreden wollte! Die Liste ließe sich fortsetzen. Als ob es, zum Beispiel, mittlerweile keine neuen Studiengänge in Deutschland gäbe, die sich an dem orientieren, was andere Länder machen. Aber den deutschen Arbeitsmarkt darf man in seiner noch existenten Beschaffenheit noch berücksichtigen, ja? Als ob die Hochschule im luftleeren Raum arbeiten könnte!
Nehmen Sie sich die USA mal zum Beispiel. Da hat die New York Times gerade einen Gastbeitrag von John McCain abgelehnt - wegen Unterschreitung journalistischer Mindeststandards.
Nun ja, da wollen wir uns doch mal daran erinnern, daß eine angehende Krankenschwester in Deutschland eine praxisorientierte Berufsausbildung absolviert, während sie in vielen anderen Ländern ein "Hochschulstudium" bewältigt. Daß die Sache bei vielen anderen Berufsfeldern ähnlich gelagert ist, brauche ich an dieser Stelle nicht weiter auszuführen. Mein Vorkommentator hat sich offenbar die OECD-Bildungsberichte durchgelesen, ohne zu erkennen, daß beim Vergleich der Akademikerquoten verschiedener Länder Äpfel mit Rüben verglichen werden. Und was das Schulsystem angeht: Am besten, wir entscheiden uns begeistert fürs finnische "Siegersystem"! Daß Frankreich -- was Bevölkerungsstruktur und vorhandene gesellschaftliche Probleme angeht -- uns viel näher steht und die Franzosen ihre Probleme mit ihrem Einheitssystem überhaupt nicht in den Griff bekommen, stört uns dabei wenig. Einheitsschule = gute Schule. Nicht wahr? Wahnsinn!