Nach meinem Bachelor-Abschluss in den Fächern Politikwissenschaft und Öffentliches Recht von der Universität Rostock überlegte ich mir zu Beginn dieses Jahres, für welches Masterprogramm ich mich bewerben sollte. In meinen bis dato absolvierten Praktika machte ich die Erfahrung, dass theoretisches Wissen die tägliche Arbeit, zum Beispiel in einem städtischen Büro für internationale Beziehungen, durchaus erleichtert. Von den Arbeitgebern öffentlicher Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Unternehmen jedoch werden insbesondere praktische Fähigkeiten verlangt - etwa das Verfassen aussagekräftiger Dossiers oder die Entwicklung von Projektideen unter Zeitdruck.
Aufgrund dieser Einschätzung bewarb ich mich für den Master of Public Policy an der Erfurt School of Public Policy (ESPP). Innerhalb des zweijährigen Studiums erhoffe ich mir, die Schlüsselqualifikationen zu erwerben, die für den Arbeitsmarkt relevant sind. Für Erfurt sprachen die Internationalität, die Motivation, der Praxisbezug und die Spezialisierungen. Die Herkunft meiner Kommilitonen ist so verschieden wie ihr akademischer Hintergrund, Englisch dient als Arbeitssprache. Beide Aspekte sehe ich als gute Vorbereitung für eine spätere Tätigkeit in international tätigen Unternehmen.
Wegen der strengen Auswahlkriterien studiert man an der ESPP in einem sehr ambitionierten Umfeld. Viele Lehrkräfte weisen anspruchsvolle praktische Erfahrungen auf, haben zum Beispiel für die EU-Kommission oder Greenpeace gearbeitet. Sie stellen diese mehr in den Vordergrund als theoretisch abstraktes Wissen. Der Lehrplan für das zweite und dritte Semester beinhaltet so genannte Management- und Leadership-Module sowie Seminare zum Projektmanagement. Das Pflichtpraktikum rundet den starken Praxisbezug ab. Die vier Vertiefungsmöglichkeiten - European Public Policy, International Affairs, Public and Nonprofit Management und International Political Economy - schließlich geben uns die Möglichkeit, uns ein sehr persönliches Profil zu erarbeiten.
Neben diesen harten Fakten überzeugt mich vor allem die freundliche Atmosphäre an der ESPP und in der thüringischen Landeshauptstadt. Das Team der Schule ist offen gegenüber Fragen und Ideen von Seiten der Studenten. Manch einer mag sich auch an die Wohlbehütetheit während der Schulzeit erinnern. Das heißt allerdings nicht, dass wir mit Samthandschuhen angefasst werden. Darüber sollte man sich von Anfang an im Klaren sein, das Arbeitspensum ist enorm! Aber wie sagt man so schön? Von nichts kommt nichts…
Julia Damerow studiert an der Erfurt School of Public Policy
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: privat