Zu wenige junge Leute besuchen laut OECD eine Hochschule

OECD-Bericht

Deutschland fällt bei Hochschulbildung weiter zurück

Trotz Reformen in der Bildungspolitik ist Deutschland bei der Ausbildung von Hochqualifizierten im Vergleich zu anderen Industriestaaten weiter zurückgefallen. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer OECD-Bericht.

Lesermeinungen zum Beitrag

15. September 2006 10:50

Die Lage ist nicht so schlecht

Erwin Sailer (Erwin13)

die Beurteilung des Bildungsniveaus auf Basis des jährlichen Akademikerzuwachses - bezogen auf den jeweiligen Jahrgang – führt in die Irre, wenn damit die gesamte Bildungslandschaft bewertet werden soll. Der Bericht über die Analyse der OECD suggeriert, dies sei die entscheidende Beurteilungskennziffer.

Ausgeblendet wird z.B., dass bei der Berufsausbildung nach dem Ausbildungssystem Deutschland so ziemlich an der Spitze liegt. Dabei hat mancher Ausbildungsabschluss durchaus das Niveau, das andernorts den Bachelor kennzeichnet.

Ausgeblendet wird auch, dass es qualitativ unterschiedliche akademische Abschlüsse gibt. Die Qualitätsstreuung ist etwa in den Vereinigten Staaten besonders hoch. Viele der dortigen Universitätsabschlüsse würden hier keinen Akademikerstatus haben. Natürlich gibt es dort auch Abschlüsse, deren Niveau über dem (relativ einheitlichen) deutscher Hochschulen liegt.

Sodann sollte die berufliche Struktur in den verschiedenen Ländern hinterfragt werden. Ein steigender Anteil an Akademikern sorgt nicht automatisch für einen steigenden qualitativen Output. Nur ein Teil der „Begabungsreserven” von Menschen kann durch ein Hochschulstudium ausgeschöpft werden.

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14. September 2006 15:54

Qualität

Thomas Wenzel (Coloneltw)

Wer kennt nicht die Werbung in der es heist: "Ach sie haben studiert, na dann muss ich es ihnen nochmal erklären..."
So falsch ist er gar nicht. Studenten haben wenn es das äquivalente Gegenstück Azubi gibt kaum eine Chance in den Arbeitsmarkt reinzukommen. Ich bin selber Azubi gewesen aber die Noten/Abschlüsse/und Lehrern einen Apfel schenken hat meinem Chef so viel interessiert wie ein umgeworfener Reissack in China. Es gab neben mir zig tausende IT-Studenten. Und keiner hat es hier rein geschafft. Mein Chef kannte mich 3 Jahre lang. Ein Chef wird keinen Unbekannten reinholen blos weil er eine Note besser ist und studiert hat, er nimmt seinen Azubi den er seid Jahren kennt. Dieser hat praktische Erfahrung und kann sofort produktiv tätig werden und bringt Geld in die Firma. Ein Student, hat i.d.R. von Praxis keine Ahnung, kennt die Firma nicht und kostet die ersten 6 Monate nur Geld (Einarbeitung). Die Differenz der Qualifikationen holt der Ex-Azubi während der Arbeitszeit rein. Außerdem ist er billiger, da ein Ex-Azubi nicht so hohe Gehaltsvorstellungen hat. Daher wird der Azubi immer der Kern der Wirtschaft sein. Der Student wird die Spitzenposition einnehmen. Aber davon brauchen wir nicht viele.

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13. September 2006 09:59

Zu viele Studenten?

Jan Plaß (yoann)

Bei einigen Kommentaren kommt man doch etwas ins Grübeln. Da ist von Qualität statt Quantität oder von überfüllten Unis oder dem allgemeinen Wasserkopf die Rede. Und dann die Vergleiche von deutschen Lehrberufen, die es locker mit ausländischen Diploma aufnehmen können. Hhhmmm...
Das ist nicht ganz der Punkt des Problems. Mag sein, dass die Abiturienten in den letzten Jahrzehnten an Qualität eingebüsst haben und die Studiengänge zu durchlässig für Lowperformer geworden sind. Aber eine Tatsache ist in jedem Fall, dass die Aussicht auf einen Arbeitsplatz mit der erworbenen Qualifikation steigt. Mit Qualifikation ist dabei natürlich nicht nur das Abitur gemeint und auch die Wahl der Ausbildung ist immernoch eine schicksalsschwere Entscheidung wie viele Akademiker feststellen müssen. Trotzdem bieten sich arbeitslosen Akademikern deutlich mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt als arbeitslosen Lastwagenfahrern (z.B.). Das bedeutet für die Volkswirtschaft eine erhebliche Entlastung zumal gut ausgebildetes Personal einen entscheidenden Standortvorteil im internationalen Wettbewerb darstellt.
Es ist also nicht der Wasserkopf an den Unis, der die Bildungsmisere herbeiführt, sondern der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften.

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12. September 2006 20:46

OECD-Bericht Deutschland fällt bei der Hochschulbildung weiter zurück

Alexander Bungard (exalalex)

Mit der "Föderalismusreform" wurde ein Rückschritt in den Bemühungen um Bildungsreform zementiert: Arme Länder sollen mit reichen Ländern konkurrieren, um bestmögliche Modelle für Bildung hervorzubringen - so wie in der Wirtschft - nach dem Motto: Wettbewerb fördert die Leistung!
Was geschieht tatsächlich? Die Länder nutzen jede Möglichkeit, ihre Ausgaben für "Bildung" zu reduzieren. Das Bildungssystem ist zum Steinbruch für Kosteneinsparungen geworden. Mag sein, dass dies der eigentliche Grund für das Beharren der Länder auf dem Bildungsressort ist. Denn die Nachkriegsgeschichte hat sich überlebt: In Deutschland gibt es keine Gefahr eines "Kulturzentralismus', der Schulen, Bildung und Kultur gleichschaltet!
Eine zentrale Bildungsverwaltung könnte effektiver Reformen vorantreiben und auch finanzieren.
Statt dessen propagieren Minister und Senatoren eine Art von Bildungsreformen, die unter dem Diktat der Finanzressorts nur Papier darstellen: Die Formulierung von "Standards" und "Kompetenzen" kosten nur die Papierkosten - an den Verhältnissen ändern sie nichts! Studenten drängen sich in überfüllten Hörsälen und Seminaren, Schüler bekriegen sich in übervollen Klassen.
Wir brauchen endlich Geld für die Bildung! Es ist doch da!

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12. September 2006 20:35

Deutschland auf dem Weg zum Entwicklungsland

Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)

Unser rohstoffarmes Land ist im globalen Wettbewerb dringend auf die Ressource Bildung und "soft skills" angewiesen. Das Ergebnis der jüngsten OECD-Studie beweist, dass unsere politische Klasse und nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger, die als Wähler das Desaster mitzuverantworten haben, die Zukunft unserer Kinder und Enkel leichtfertig aufs Spiel setzen, indem sie offenbar falsche Prioritäten setzen. Wenn das Ruder nicht entschlossen herumgerissen wird, droht uns der Abstieg in die Abhängigkeit von anderen Ländern, wie es lange Zeit das Schicksal der heute aufstrebenden Entwicklungsländer Asiens war. Wie unser Weg aussehen muss, können wir in Indien und China studieren, allerdings ohne die dortigen sozialen Verwerfungen hinzunehmen. Anspruchsdenken, laisser faire und Risikoscheu werden wir wohl ablegen müssen, wenn wir mit denen mithalten wollen.

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12. September 2006 18:36

Was bedeutet eine reiche Gesellschaft?

Gerhard Finsterbusch (bahlsen)

Wenn ich mir die Geschichte von Gesellschaften anschaue, meine ich eine Gesellschaft ist reich, wenn sie viele Alternativen zuläßt. Alternativen als unterschiedliche Potenziale betrachtet aus denen man schöpfen kann, und die positive Spannungen zur Folge haben.
Meines Erachtens fördert eine Elitenbildung und das damit einhergehende Gefühl des "Recht habens" nicht gerade die Toleranz gegenüber Alternativen.

Wer sich z.B. auch in der Werbung auf ultimative Aussagen reduziert, reduziert damit auch die Bandbreite der allgemein wahrgenommen Wertschätzung. Nachdem wohl jeder danach strebt, reduzieren sich scheinbar auch die Wege diese zu erreichen...

Kluge Köpfe (auch ohne Hochschulabschluß) gibt es genug, diese haben es aber immer schwerer sich einzubringen.

Der Wasserkopf ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen...

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12. September 2006 18:32

Es ist doch nun einmal so,

Jan Carlos Quistorf (Jan_Carlos_Quistorf)

dass z.B. alleine in Hannover 600 Anwälte arbeitslos sind...
Und wie wollen wir die Menschen zum Abitur bringen? So wie bisher, dass der Schwierigkeitsgrad immerweiter abgesenkt wird?! Wir können auch jedem ein Diplom in die Hand geben, aber dann ist es nichts mehr wert...
Es ist jetzt schon schwer mit einem Abi-Schnitt von 3 aufwärts einen Studienplatz zu erlangen und dann erdreistet sich jemand zu sagen, wir hätten nicht genug Abiturienten?

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12. September 2006 18:21

Deutschland fällt...

bernd ullrich (demokrat2)

Wenn Sie zur Zeit beobachten, was an manchen Grundschulen abgeht, könnte man glauben, die bilden allein für die Hauptschule aus, damit die Schülerzahlen dort wieder steigen. Hier muss ganz massiv reformiert werden. Ziel muss es sein, dass mindestens die Hälfte unserer Kinder auf das Gymnasium gehen können. Das Potenzial ist da. Es wird oftmals nicht abgefordert.

Besser wäre natürlich das Finnische Modell. Die Kinder bleiben bis zur zehnten Klasse in einer Schule zusammen. Erst in den folgenden Jahren erfolgt die Spezialisierung bzw. der Erwerb der Hochschulreife.

Alle wissen das: Aber die CDU und die FDP möchten für die eigenen und die Kinder ihrer Klientel möglichst wenig Konkurrenz. Das ist die wahre Ursache unserer Bildungsmisere. Das wird politisch betrieben.

Heute bereits erkennen die "Schlauen", dass uns das teuer zu stehen kommt. Leider haben aber die "Kurzsichtigen" das Sagen, obwohl es viele Akademiker sind. In Deutschland versagt die Intelligenz.

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12. September 2006 17:23

Ist mehr denn besser?

Matthias Küttler (mkttlr)

Warum verwechselt man immer Quantum und Quale? Wäre nicht genug erreicht, wenn wir genügend sehr gut gebildete Hochschulabsolventen haben? Nicht Prozentzahlen der Geburtenjahrgänge, sondern wissenschaftliche Ergebnisse sollten das Ziel sein.

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12. September 2006 17:06

Etikettenschwindel

Christian Barzel (Falke27)

Was in anderen Ländern ein Studium ist, hat bei uns gerade einmal die Qualität einer Ausbildung oder des Abiturabschlußes.
Forderungen nach mehr Studenten gehen also an der SAche vorbei.
Nicht formelle Abschlüsse sind entscheidend, sondern die Qualität der Lehrinhalte.

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12. September 2006 15:26

Mehr Studenten an die Universitaeten?

Martin Birnschein (wiwi.jena)

Das klingt wirklich nicht schlecht, was die Herrschaften in ihrem Bericht fordern, nur wissen diese Herrschaften, oder besser noch die verantwortlichen Minister und Politiker der Fachbereiche eigentlich, wie es an den deutschen Universitaeten aussieht? Wieder ein bisschen weiter weg von der Realiteat, wie es scheint. Bereits heute sind die Universitaeten ueberfuellt und von einem vertretbaren zahlenmaessigem Verhaeltnis Studierende / Prof. kann man schon lange nicht mehrn reden, dazu kommen die Studiengebuehren, die dann mit Sicherheit "mehr Platz" schaffen an den Uni's, aber das ist ja dann wieder die falsche Richtung, wenn es nach der OECD geht?Was macht nun der Bildungsstandort BRD?Kuerzere Studiengaenge? Meiner Erfahrung nach ( als Student ) reichen die angebotenen Bachelor / Master Studiengaenge nicht an die Qualitaet eines Diploms heran: Also lieber schnell, aber weniger gut? Wohl kaum der richtige weg.Vorhang auf fuer (neue) die Politikdiskussion!

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12. September 2006 15:08

Zu geringe Abiturienten- und Absolventenquote?

Matthias Künzer (kuenzer)

Es gibt einen anstrengungsfreien Weg, die Abiturienten- und die Absolventenquote zu heben - man senke die Ansprüche. Das Bildungsniveau bliebe unter einer solchen Operation Wahltermin allerdings invariant.

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12. September 2006 14:52

Mehr Studiernde ja, dann aber mehr Geld für die Unis!

Robert Arnold (RobertArnold)

Ja es stimmt, dass wir mehr Absolventen brauche um im Internationalen Markt zu bestehen. ABER: Wenn die Politiker wollen dass mehr Leute studieren sollen sie etwas dafür tun. Mehr Studierende= schlechtere Betreuung für den Einzelnen, größere Kurse, weniger Sitzplätze. Ich bin schon so oft auf Treppen gesessen, ich kann es nicht mehr hören, dass wir mehr Studierende brauchen. Das Problem mit den Sitzplätzen löst sich aber nach 3 Wochen, da es vielen einfach zu dumm ist auf den Treppen zu sitzen oder die Profs einfach keine Lehrkompetenz, sondern nur Forschungskompetenz haben. (z.B.: zu hohe Lehrgeschwindigkeit: "auf der Powerpointtaste liegen" sag ich da nur). Für viele, so scheint es mir ist es eine Strafe nebenher zu Unterrichten.
Dazu kommen noch die Studiengebühren. Viele meiner Freunde haben keine Ahnung wie sie dasohne Kredit zahlen sollen! Arbeiten ist nebenher fast nicht möglich. Und wer will mit Schulden ins Arbeitsleben starten?
Desweiteren werden permanent unsere Mittel gekürzt. Und in der Zeit des Vordiplom (das es bald nicht mehr gibt) wird derart brutal gesiebt, dass in meinem Studiengang von 150 noch 50 übrigblieben (das hält zwar den Standard hoch, aber die Gesiebten sind keinesfalls dumm,dafür dann demotivert)

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12. September 2006 14:50

Studieren?

Thomas Wenzel (Coloneltw)

Es gibt in Deutschland immer weniger Reiche/Wohlhabende. Wie soll man sich da ein Studium leisten? Koch will 1500€ für ein Semster haben...mit solchen Preisen kann man nicht locken. Wenn man mit 19 sein Abi macht und mit 20 vom bund kommt und dann studiert ist man 27 bis man fertig ist. 14 Semester halt. Wenn man keine Reichen Eltern aht, sondern arbeiten muss, verdoppelt sich die Zeit. Ein Semster arbeiten, eins studieren usw...dann ist man 34. Bei 1500€ auf 14 Semester das macht 21000€ Schulden. Ich habe einen Autokredit von 3500€ laufen --> 33 Monate mit 100€ im Monat Abzahlsumme. Da auch Studenten das Geld im Job nicht in den Ar.... geschoben bekommen, können sie mit Miete, Mehrwertsteuer, Private Rente, gesetzliche Rente....etc... nicht mehr abzahlen. Was dann 17,5 Jahre machen würde. Ok sie bekommen später mehr Geld aber dennoch ca. 5-10 Jahre abzahlen (ohne Bafög!!!!!!) dann ist man zwischen 41 und 46 und hat noch keine Familie oder Kidner oder Urlaub, oder Auto oder was vom Leben. Wer hier studiert hat selbst schuld. Jede private Uni ist billiger (300-400€/Monat) während der Arbeit.

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12. September 2006 14:48

Zum Glück gibt es ja noch die Studiengebühr...

Jan Plaß (yoann)

... die wird es dann richten bzw. den letzten verbliebenen Abiturienten die Grundlage für ein Studium bereiten, äh entziehen.
Mal im Ernst: Die Herrschaften in der KMK und in den Bildungsministerien sollten sich selbst eine Ohrfeige verpassen, falls sie bei dem OECD-Bericht nicht ohnehin schon Schamesröte verspüren. Die Ergebnisse der OECD belegen die völlig verkorkste Bildungspolitik in Deutschland, wo lieber Sozialhilfe gezahlt wird, als in vernünftige Schulen und Universitäten zu investieren. Und als hätte man nicht schon genug Schaden angerichtet, versucht man nun mit der Studiengebühr und deren abendteuerlichen Finanzierungsmodellen den letzten Studenten von der Uni zu jagen (damit man sie dann endlich schliessen kann).
Ergebnis: Fachkräftemangel am Technologiestandort Deutschand. Gerade rechtzeitig zum sich ausbildenen Aufschwung.

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12. September 2006 14:29

Wie soll es auch anders sein?

Matthias Rüttgen (MRuettgen)

Die Lage ist absehbar gewesen, und sie wird sich zuspitzen.

Erstens der Teufelskreis Lehrerausbildung: Durch Ausdünnung der Kapazitäten an den Hochschulen sind die Studenten des Lehramts in den letzten Jahrzehnten zunehmend schlechter ausgebildet worden. Inzwischen können meine aktuellen Studenten des Lehramts nicht mehr ohne Rechtschreibfehler (egal, welche Schreibung nun gilt) schreiben. Sie können sich in großen Teilen nicht vernünftig ausdrücken. Da man nicht 80% durchfallen lassen kann, kommen diese Studenten durch.

Und zweitens die Verwaltungsarbeit an den Hochschulen: Inzwischen sind die Aufgaben so sehr angewachsen, daß wenig Zeit für Forschung und Lehre bleibt. Forschung bedeutet: einen umfangreichen Schriftwechsel mit der DFG führen, Anträge schreiben (zum Beispiel für die sog. Exzellenzinitiative), in Gremien eigene Vorhaben erläutern. Junge Hochschullehrer werden vergleichsweise schlecht bezahlt, vom akademischen Mittelbau ganz zu schweigen. Wer wird sich da auf Dauer noch für die Studierendenausbildung einsetzen wollen?

Wenn die Qualität von Schulunterricht und Universitätsausbildung weiter sinkt wie bisher, dann steuert das Land auf eine echte Katastrophe zu.

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