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Lesermeinungen zum Beitrag
Zum Glück gibt es ja noch die Studiengebühr...
12.09.2006, 14:48
... die wird es dann richten bzw. den letzten verbliebenen Abiturienten die Grundlage für ein Studium bereiten, äh entziehen.
Mal im Ernst: Die Herrschaften in der KMK und in den Bildungsministerien sollten sich selbst eine Ohrfeige verpassen, falls sie bei dem OECD-Bericht nicht ohnehin schon Schamesröte verspüren. Die Ergebnisse der OECD belegen die völlig verkorkste Bildungspolitik in Deutschland, wo lieber Sozialhilfe gezahlt wird, als in vernünftige Schulen und Universitäten zu investieren. Und als hätte man nicht schon genug Schaden angerichtet, versucht man nun mit der Studiengebühr und deren abendteuerlichen Finanzierungsmodellen den letzten Studenten von der Uni zu jagen (damit man sie dann endlich schliessen kann).
Ergebnis: Fachkräftemangel am Technologiestandort Deutschand. Gerade rechtzeitig zum sich ausbildenen Aufschwung.
 
Wie soll es auch anders sein?
12.09.2006, 14:29
Die Lage ist absehbar gewesen, und sie wird sich zuspitzen.

Erstens der Teufelskreis Lehrerausbildung: Durch Ausdünnung der Kapazitäten an den Hochschulen sind die Studenten des Lehramts in den letzten Jahrzehnten zunehmend schlechter ausgebildet worden. Inzwischen können meine aktuellen Studenten des Lehramts nicht mehr ohne Rechtschreibfehler (egal, welche Schreibung nun gilt) schreiben. Sie können sich in großen Teilen nicht vernünftig ausdrücken. Da man nicht 80% durchfallen lassen kann, kommen diese Studenten durch.

Und zweitens die Verwaltungsarbeit an den Hochschulen: Inzwischen sind die Aufgaben so sehr angewachsen, daß wenig Zeit für Forschung und Lehre bleibt. Forschung bedeutet: einen umfangreichen Schriftwechsel mit der DFG führen, Anträge schreiben (zum Beispiel für die sog. Exzellenzinitiative), in Gremien eigene Vorhaben erläutern. Junge Hochschullehrer werden vergleichsweise schlecht bezahlt, vom akademischen Mittelbau ganz zu schweigen. Wer wird sich da auf Dauer noch für die Studierendenausbildung einsetzen wollen?

Wenn die Qualität von Schulunterricht und Universitätsausbildung weiter sinkt wie bisher, dann steuert das Land auf eine echte Katastrophe zu.
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