|
![]() Mehr Studenten an die Universitaeten? 12.09.2006, 15:26 Das klingt wirklich nicht schlecht, was die Herrschaften in ihrem Bericht fordern, nur wissen diese Herrschaften, oder besser noch die verantwortlichen Minister und Politiker der Fachbereiche eigentlich, wie es an den deutschen Universitaeten aussieht? Wieder ein bisschen weiter weg von der Realiteat, wie es scheint. Bereits heute sind die Universitaeten ueberfuellt und von einem vertretbaren zahlenmaessigem Verhaeltnis Studierende / Prof. kann man schon lange nicht mehrn reden, dazu kommen die Studiengebuehren, die dann mit Sicherheit "mehr Platz" schaffen an den Uni\'s, aber das ist ja dann wieder die falsche Richtung, wenn es nach der OECD geht?Was macht nun der Bildungsstandort BRD?Kuerzere Studiengaenge? Meiner Erfahrung nach ( als Student ) reichen die angebotenen Bachelor / Master Studiengaenge nicht an die Qualitaet eines Diploms heran: Also lieber schnell, aber weniger gut? Wohl kaum der richtige weg.Vorhang auf fuer (neue) die Politikdiskussion! ![]() Zu geringe Abiturienten- und Absolventenquote? 12.09.2006, 15:08 Es gibt einen anstrengungsfreien Weg, die Abiturienten- und die Absolventenquote zu heben - man senke die Ansprüche. Das Bildungsniveau bliebe unter einer solchen Operation Wahltermin allerdings invariant. ![]() Mehr Studiernde ja, dann aber mehr Geld für die Unis! 12.09.2006, 14:52 Ja es stimmt, dass wir mehr Absolventen brauche um im Internationalen Markt zu bestehen. ABER: Wenn die Politiker wollen dass mehr Leute studieren sollen sie etwas dafür tun. Mehr Studierende= schlechtere Betreuung für den Einzelnen, größere Kurse, weniger Sitzplätze. Ich bin schon so oft auf Treppen gesessen, ich kann es nicht mehr hören, dass wir mehr Studierende brauchen. Das Problem mit den Sitzplätzen löst sich aber nach 3 Wochen, da es vielen einfach zu dumm ist auf den Treppen zu sitzen oder die Profs einfach keine Lehrkompetenz, sondern nur Forschungskompetenz haben. (z.B.: zu hohe Lehrgeschwindigkeit: "auf der Powerpointtaste liegen" sag ich da nur). Für viele, so scheint es mir ist es eine Strafe nebenher zu Unterrichten. Dazu kommen noch die Studiengebühren. Viele meiner Freunde haben keine Ahnung wie sie dasohne Kredit zahlen sollen! Arbeiten ist nebenher fast nicht möglich. Und wer will mit Schulden ins Arbeitsleben starten? Desweiteren werden permanent unsere Mittel gekürzt. Und in der Zeit des Vordiplom (das es bald nicht mehr gibt) wird derart brutal gesiebt, dass in meinem Studiengang von 150 noch 50 übrigblieben (das hält zwar den Standard hoch, aber die Gesiebten sind keinesfalls dumm,dafür dann demotivert) ![]() Studieren? 12.09.2006, 14:50 Es gibt in Deutschland immer weniger Reiche/Wohlhabende. Wie soll man sich da ein Studium leisten? Koch will 1500€ für ein Semster haben...mit solchen Preisen kann man nicht locken. Wenn man mit 19 sein Abi macht und mit 20 vom bund kommt und dann studiert ist man 27 bis man fertig ist. 14 Semester halt. Wenn man keine Reichen Eltern aht, sondern arbeiten muss, verdoppelt sich die Zeit. Ein Semster arbeiten, eins studieren usw...dann ist man 34. Bei 1500€ auf 14 Semester das macht 21000€ Schulden. Ich habe einen Autokredit von 3500€ laufen --> 33 Monate mit 100€ im Monat Abzahlsumme. Da auch Studenten das Geld im Job nicht in den Ar.... geschoben bekommen, können sie mit Miete, Mehrwertsteuer, Private Rente, gesetzliche Rente....etc... nicht mehr abzahlen. Was dann 17,5 Jahre machen würde. Ok sie bekommen später mehr Geld aber dennoch ca. 5-10 Jahre abzahlen (ohne Bafög!!!!!!) dann ist man zwischen 41 und 46 und hat noch keine Familie oder Kidner oder Urlaub, oder Auto oder was vom Leben. Wer hier studiert hat selbst schuld. Jede private Uni ist billiger (300-400€/Monat) während der Arbeit. ![]() Zum Glück gibt es ja noch die Studiengebühr... 12.09.2006, 14:48 ... die wird es dann richten bzw. den letzten verbliebenen Abiturienten die Grundlage für ein Studium bereiten, äh entziehen. Mal im Ernst: Die Herrschaften in der KMK und in den Bildungsministerien sollten sich selbst eine Ohrfeige verpassen, falls sie bei dem OECD-Bericht nicht ohnehin schon Schamesröte verspüren. Die Ergebnisse der OECD belegen die völlig verkorkste Bildungspolitik in Deutschland, wo lieber Sozialhilfe gezahlt wird, als in vernünftige Schulen und Universitäten zu investieren. Und als hätte man nicht schon genug Schaden angerichtet, versucht man nun mit der Studiengebühr und deren abendteuerlichen Finanzierungsmodellen den letzten Studenten von der Uni zu jagen (damit man sie dann endlich schliessen kann). Ergebnis: Fachkräftemangel am Technologiestandort Deutschand. Gerade rechtzeitig zum sich ausbildenen Aufschwung. ![]() Wie soll es auch anders sein? 12.09.2006, 14:29 Die Lage ist absehbar gewesen, und sie wird sich zuspitzen. Erstens der Teufelskreis Lehrerausbildung: Durch Ausdünnung der Kapazitäten an den Hochschulen sind die Studenten des Lehramts in den letzten Jahrzehnten zunehmend schlechter ausgebildet worden. Inzwischen können meine aktuellen Studenten des Lehramts nicht mehr ohne Rechtschreibfehler (egal, welche Schreibung nun gilt) schreiben. Sie können sich in großen Teilen nicht vernünftig ausdrücken. Da man nicht 80% durchfallen lassen kann, kommen diese Studenten durch. Und zweitens die Verwaltungsarbeit an den Hochschulen: Inzwischen sind die Aufgaben so sehr angewachsen, daß wenig Zeit für Forschung und Lehre bleibt. Forschung bedeutet: einen umfangreichen Schriftwechsel mit der DFG führen, Anträge schreiben (zum Beispiel für die sog. Exzellenzinitiative), in Gremien eigene Vorhaben erläutern. Junge Hochschullehrer werden vergleichsweise schlecht bezahlt, vom akademischen Mittelbau ganz zu schweigen. Wer wird sich da auf Dauer noch für die Studierendenausbildung einsetzen wollen? Wenn die Qualität von Schulunterricht und Universitätsausbildung weiter sinkt wie bisher, dann steuert das Land auf eine echte Katastrophe zu.
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

