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| Schavan will vorausschauende Planung belohnen |
21. November 2007
Ein neues Förderprogramm soll in den kommenden fünf Jahren 200 Wissenschaftlerinnen den Weg zu einer Professur erleichtern. Bund und Länder stellen dafür je 75 Millionen Euro bereit. Damit sollen Hochschulen unterstützt werden, die so genannte Vorgriffsprofessuren mit Frauen besetzen. Das sind solche Stellen, die die parallel zu Professuren geschaffen werden, die in naher Zukunft aus Altersgründen vakant werden. Je Hochschule sollen maximal drei dieser Stellen mit bis zu 150.000 Euro im Jahr gefördert werden. Die Fördermittel sollen höchstens fünf Jahre lang fließen – denn spätestens dann sollen die Vorgriffsprofessorinnen ihre Vorgänger oder Vorgängerinnen als ordentliche Professorinnen ablösen.
Es geht nicht um eine Frauenquote
Hochqualifizierte und talentierte Wissenschaftlerinnen gehören in die Spitzenpositionen von Wissenschaft und Forschung“, begründete Bildungsministerin Annette Schavan nach der Sitzung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung in Bonn das Programm. Es sei ein nachhaltiges Instrument zur Förderung von Spitzenwissenschaftlerinnen“. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Universitäten, Fachhochschulen und künstlerischen Hochschulen mit ihrem Gleichstellungskonzept zunächst ein Expertengremium aus Wissenschaft, Forschung und Hochschulmanagement überzeugen. Die neuen W2- und W3-Professorinnen ihrerseits müssen sich danach an den Hochschulen einem regulären Berufungsverfahren stellen.

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Es geht nicht um eine Frauenquote“, stellt dazu Jutta Dalhoff, die Leiterin des Bonner Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung, klar. Und während Schavan betont, dass die geförderten Stellen unbefristet seien, legt Dalhoff Wert darauf, dass die Vorgriffsprofessorinnen“ noch einmal evaluiert würden, bevor sie nach zwei bis fünf Jahren ihre Vorgänger dauerhaft ersetzen sollen. Die positive Bewertung des Programms teilt Dalhoff mit der Ministerin: Das Programm belohnt die Hochschulen für ihr vorausschauendes Planen“, sagt sie. Es koppelt die Förderung von strukturellen Veränderungen an die individuelle Förderung von Wissenschaftlerinnen, das halte ich für eine gute Entwicklung.“
Vorbild Amerika
In Teilen lehne sich das Programm an das System der Tenure Track“-Professuren in den Vereinigten Staaten an. So werden Berufungen transparenter, das kommt Frauen und Männern zugute“, sagt Dalhoff. Während in Amerika fast ein Viertel aller ordentlichen Professorenstellen mit Frauen besetzt sind, liegt ihr Anteil in Deutschland mit 1246 W3- und C4-Professorinnen nur bei 10 Prozent. Die 200 neuen Stellen, die das Förderprogramm aus dem Bildungsministerium nun schaffen soll, werden nicht ausreichen, um mit Amerika gleichzuziehen. Das wissen auch die Bildungsplaner in den Ministerien. Sie kündigen an: 2011 wird das Programm ausgewertet – und womöglich fortgeschrieben.