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Lesermeinungen zum Beitrag
Stimmt so nicht
27.05.2007, 23:53
Das die meisten Schülerinnen und Schüler mit ökonomischen Themen nicht in Berührung kommen, stimmt so nicht. Diese Aussage übersieht die berufsbildenen Schulen, die zwar von der Öffentlichkeit kaum beachtet werden, mit denen aber, je nach Bundesland, ca. 60-70% aller aktuellen Jahrgänge in Berührung kommen. Darunter sind auch allgemein gebildete Abiturienten, von denen viele vor dem Studium erst noch eine Ausbildung absolvieren. Ganz so arg kann es also nicht sein.

Die Sache mit den Marktkräften passt übrigens so auch nicht. Angebot und Nachfrage bestimmen grundsätzlich erstmal den Preis eines gehandelten Gutes. Wo sollte der auch sonst herkommen ? Wird er in irgend einer fernen Dimension ausgewürfelt und erscheint dann von Geisterhand auf der Erde ?
Als Rückwirkung gibt es dann natürlich auch einen Einfluß des Preises auf Angebot und Nachfrage, bis ein vorübergehendes Gleichgewicht erreicht wird. Aber man darf hier keinesfalls Ursache und Wirkung verwechseln.
 
Das ist ja die totale Überraschung,
27.05.2007, 14:49
dass die meisten mit Angebot und Nachfrage nichts anzufangen können.

Hallo, merkt Ihr´s noch?
Das Leugnen des marktwirtschaftlichen Prinzips von Angebot und Nachfrage ist das Fundament aller Umverteilungsideologien.

Tausende „wissenschaftliche” Untersuchungen die „beweisen” dass Frauen bei gleicher Leistung weniger Geld verdienen als Männer, basieren auf der Negation von Angebot und Nachfrage. Da ist dann von einer „kulturellen Abwertung der Frauenarbeit” die Rede.

Und dass Ausländer, äh Verzeihung, Mitbürger mit Migrationshintergrund weniger Geld kriegen als eingeborene Deutsche, das hat die linke Sozial”wissenschaft” ebenfalls in hunderten „wissenschaftlichen” Untersuchungen „bewiesen”, liegt ebenfalls an der Diskriminierung.

Fast die gesamte deutsche Politk- und Sozial”wissenschaft” ist existenziell angewiesen auf die Leugnung von Angebot und Nachfrage. Sobald dieser marktwirtschaftliche Grundsatz ins Spiel kommt, können die einpacken. Jeder würde sofort erkennen, dass deren sogenannte „Wissenschaft” sich vom Obskurantentum nicht unterscheidet.

Und diese sogenannten „Wissenschaftlerinnen” lehren unsere Kinder.
Wundert´s, dass die von Angebot und Nachfrage noch nichts gehört haben?
 
Da bin ich ja mal gespannt...
Die herrschende ökonomische Lehre ist derart von unsinnigen Annahmen und logischen Fehlern geprägt, daß es mich tatsächlich interessieren würde, wie Schüler auf die intellektuellen Zumutungen, die ihnen in dem Artikel angedroht wurden, reagieren würden.

Beispiel Angebot und Nachfrage: Die h.M. geht ganz zwanglos davon aus, daß der Preis Angebot und Nachfrage determiniert: Je höher der Preis, desto größer das Angebot und desto geringer die Nachfrage. Das ist ein schönes Modellchen, welches gerne mit dem sog. Marshall-Kreuz illustriert wird. Es modelliert freilich einen so kleinen Auschnitt des Wirtschaftsgeschehens, daß es bestenfalls belanglos ist und schlimmstenfalls zu groben Fehlannahmen verleitet.

Selbst die h.M. der Ökonomen gibt zu, daß sich Angebots- und Nachfragekurven verschieben können. Damit gibt das Modell Marshall-Kreuz zwar über einen Mechanismus Auskunft, gibt jedoch nicht die geringste Auskunft darüber, weshalb eine Kurve so oder anders geneigt ist und welche Sachverhalte die Veränderungen von Angebots- und Nachfragekurven bestimmen. Dennoch scheuen sich Ökonomen nicht, mit dem Marshall-Kreuz die Arbeitslosigkeit zu "erklären" und deswegen niedrigere Löhne zu fordern.

Viel Spaß beim Schulunterricht!
 
Grundlagenwissen oder Praxisorientierung?
27.05.2007, 12:15
Die Wirtschaft, aber auch Wissenschaftler klagen schon lange über die Vernachlässigung ihres Fachs in den allgemeinbildenden [ab.] Schulen. Heute der Ökonom Sinn, und immer wieder die Informatik-Freunde. Informatiker selbst eher weniger; sie wissen, daß ohne Mathematikkenntnisse nur an der Oberfläche gekratzt wird. Das gilt übrigens auch für Ökonomie. Und da liegt der Knackpunkt: Surfen im Internet, einkaufen bei E-Bay haben mit Informatik nichts, Programme wie Word u/o Excel wenig zu tun. Wer dem Verlangen nach "Praxisbezug" nachgibt, der stiehlt den ab. Schulen kostbare Zeit zur Vermittlung von klassischem (= zeitunabhängigem) Basiswissen in Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften. Wer in Familie und Schule eine gute Erziehung und Bildung genießen konnte, der ist problemlos imstande, sich auf immer neue Anforderungen einzustellen. Umgekehr gilt dies keineswegs. Wer Excel 47.11 kennt, der kennt noch lange nicht Powerpoint 0.07. Daß die Wirtschaft versucht, anwendungsorientierte Ausbildung auf die ab. Schulen zu verlagern, ist aus Kostengründen noch zu verstehen, aber in jedem Fall kurzsichtig. Die Eltern und Schulen sollten diesem Trend nicht nachgeben.
 
Abwehrhaltung gegen Ökonomie
27.05.2007, 06:40
Die Abwehrhaltung gegen Ökonomie kenne ich noch aus der Schulzeit. War es Ausdruck der im Schuldienst beschäftigten Alt-68er oder Flucht vor der komplexen Materie? Wer ein Thema nicht beherrscht, gibt sich (als Lehrer) nicht die Blöße (vor den Schülern).

Ich erinnere mich dreier Gymnasiallehrer, die Ökonomie vermittelten:
Herr Winkler, Erdkunde, zeigte Unterschiede der Sektoren primär, sekundär und tertiär und deren Bedeutung in der Volkswirtschaft. Ersten Verständnis brachte die Klärung, was Schwerindustrie, Mittelstand und Schlüsselindustrie heißt.
Anschaulich war Herrn Johannsens Mathematik, in denen sehr genau Zins- und Zinseszinsrechung geübt wurde und die Folgen von Schulden für Schuldner und Gläubiger.
Lebensnaher Physikunterricht war die Präsentation der heimischen Solaranlage Herrn Schleissings, dessen Anmerkung unvergessen blieb: "Ohne staatliche Förderung würde das sich nicht amortisieren."

Was soll Ökonomieunterricht bringen?
Grundverständnis des marktwirtschaftlichen Prinzips, aber auch zum Verschulden? Kenntnisse zum Zins, zur wirtschaftlichen Lebens- und Haushaltsführung könnte helfen Verbraucherinsolvenzen zu begrenzen.
5 Lesermeinungen
   
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