|
![]() berufsbefähigendes Halbstudium 09.04.2008, 15:55 Dass man die Inhalte von fünf Jahren z.B. Physik- oder Mathematikstudium (Diplom) ohne Abstriche in drei Jahre pressen kann, konnte niemand ernsthaft glauben, bzw. nur Politiker und Verbandsfunktionäre, die noch nie eine Uni von innen gesehen haben, jedenfalls keine mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät. Selbstverständlich ist der Bachelor NICHT mit einem Diplom vergleichbar, sondern nur ein etwas aufgehübschtes Grundstudium, sozusagen ein Vordiplom mit einem Schnuppersemester Hauptstudium. Das mag für manche Studiengänge, die sowieso wenig forschungsorientiert sind und in erster Linie eine gehobene Berufsausbildung bieten sollen, kein ernstes Problem sein, und dort kann eine Studienzeitverkürzung auch ein Wert an sich sein, um den sowieso mehr als Eintrittskarte ins Berufsleben als der Forschung dienenden Aufenthalt an der Uni schmerzfrei zu verkürzen. Niemand wird aber in drei Jahren Chemiker oder Informatiker, jedenfalls nicht für Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung. Studienbegleitende Prüfungen gab es übrigens schon immer, sie wurden durch Bologna also nicht etwa eingeführt, sondern es wurden die zusammenfassenden zusätzlichen (Vor- und Diplom-) Prüfungen am Studienende abgeschafft. ![]() ;eider hat man nur über Begriffe diskutiert , 08.04.2008, 23:32 statt sich mit den Inhalten zu beschäftigen. An dem stark strukturierten akademischen Ausbildungssystem mit Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien konnte jeder eine geeignete Ausbildung wählen, entweder mehr praxisorientiert oder eben mit höherem wissenschaftlichen Anspruch. Kritikwürdig war allerdings, daß die Zahl der betreuten Studenten pro Professor wegen fehlender Finanzmittel seit den 60er Jahren stark angestiegen ist. Daß die daraus resultierende Massenuniversität mit Problemen zu kämpfen hatte, ist leicht nachvollziehbar. Letzendlich kann man nur staunen, daß trotzdem ein so hohes Niveasu an Forschung und Lehre gehalten wurde. Vernünftig wäre gewesen, für die internationale Akzeptanz zu sorgen, indem man durch Abkommen sichergestellt hätte, daß z. B. ein BA- oder FH-Abschluß einem Bachelor gleichgestellt wäre. Hier haben die zuständigen Politiker leider versagt. ![]() Wer hat da gerechnet? 08.04.2008, 13:48 Ich kann auch nur mit Kopfschütteln auf die Annahme reagieren, dass der Bachelor dem Diplom ebenbürdig sein soll. Wie genau haben sich die Verantwortlichen denn vorgestellt? Es war doch von Beginn an klar, dass der Master dem Diplom gleicht (der Fairness halber muss man sagen, dass er eigentlich noch ein Stück höher anzusiedeln ist.) Es ist doch schon rein logisch nicht möglich einen qualitativ und quantitativ gleichwertigen Abschluss in 6 statt 10 Semestern zu erreichen. Ich selbst habe im Trimester-System studiert und auch an meiner Universität (Universität der Bundeswehr München) wurde das Bachelor/Master-System eingeführt. Der angestrebte Abschluss für alle Studenten ist ganz klar der Master, damit ein vergleichbarer akademischer Grad mit älteren Jahrgängen erreicht wird. Folglich erübrigt sich auch der Gedanke, des schnelleren Abschlusses, denn der Master benötigt in der Regel mehr Zeit als das Diplom (bei uns wurde die Regelstudienzeit von 3 1/4 auf 4 Jahre angehoben). Will man tatsächlich das Durchschnittsalter der Absolventen senken, so muss man eben - wie bereits erwähnt wurde - das Eintrittsalter herabsetzen, also bereits beim Schulsystem umdenken. ![]() Schneller am Markt ? ... 08.04.2008, 12:46 um dann mit unzähligen Praktiken,monatelangen Bewerbungsphasen und -absagen, Zweitstudium (weil das Erststudium eines war,dessen Inhalte "der Markt" im Augenblick so gar nicht braucht!) und ähnlichem mehr die eingesparte Zeit wieder draufzugeben ? Wichtig ist nur,daß die Statistik stimmt ! ![]() Wie bei der Rechtschreibreform 08.04.2008, 11:21 Wie bei der Rechtschreibreform hat man auch hier das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Dort wären einige Korrekturen an den Versteigungen des Duden sinnvoll gewesen. Stattdessen wurde ein gewachsenes funktionierendes System zerstört. Hier lagen Änderungen innerhalb des bestehenden Systems auf der Hand, die zuerst hätten durchgeführt werden müssen. Dies wären zum Beispiel Zwischenprüfungen und vor allem eine Kontrolle der effektiven Dauer der Abschlußarbeiten gewesen, die in der Regel anderthalb bis doppelt so lange dauerten wie in der Studienordnung vorgesehen. Oft wurden Arbeiten erst angemeldet, wenn sie bereits geschrieben waren. Weiter hätte durch eine Betreuung der Studenten, die es praktisch nicht gab, erreicht werden können, daß diese mit dem Beginn der Abschlußarbeit aus Unsicherheit nicht zu lange warteten. All dies wurde nicht gemacht, stattdessen wurde auch hier ein funktionierendes System, welches das Qualitätsprodukt "Diplom" hervorgebracht hatte, ruiniert. Leider schaffen Ideologen und Bürokraten es immer wieder, ihre dummen Vorstellungen zum Schaden anderer durchzusetzen. ![]() wieso wohl aelter.... 08.04.2008, 09:36 im moment haben die meisten deutschen absolventen von unis vor ihrem studium 13 jahre an schulen verbracht, einige sogar wehr-/zivildienst und sind dadurch zwischen 20-22 jahre alt, wenn sie ihr studium beginnen. in anderen staaten gehen die kinder ein jahr frueher in die schule, haben oft nur 12 jahre schulzeit und keinen "national service". und sind damit 17 oder 18, wenn sie an die uni kommen und damit 20-22, wenn sie die uni verlassen: d.h. das problem liegt nicht nur im alter, wenn man die uni verlaesst, sondern mehr an dem alter, zu dem man dort ankommt. der "spaete markteintritt" ist ein ganzheitliches problem, dass nicht nur durch reformen an der uni aufgefangen werden kann. aber soweit haben unsere lieben politiker mal wieder nicht gedacht. ![]() nicht kapiert, was Bachelor ist 08.04.2008, 09:35 die Hauptursache für das absolut nicht überraschende Ergebenis ist, dass die deutschen Verwalter überhaupt nicht verstanden haben, was eine Bachelorausbildung im Gegensatz zum Diplomstudiengang ist. Schon vorher war klar, jedenfalls denen, die enstprechend studiert haben, dass Bachelor + Master ~ Diplom. Aber Hauptsache den anglo-amerikanischen Raum mal schnell abgekupfert.: Am peinlichlichsten ist das Abschreiben für den, der nicht nur so blöde ist, sich erwischen zu lassen, sondern auch noch falsch abschreibt, liebe Verwaltungshengste. ![]() Erfolge??? 08.04.2008, 09:31 Ich denke es zeigt sich, dass die Gier nach internationaler Standardisierung mal wieder in eine Sackgasse geführt hat. Die Einführung des Bachelor/ Master Systems konnte niemals eine verkürzende Wirkung haben, da man zwar mit dem Bachelor schneller (irgend)einen Abschluss bekommen kann, jedoch wird dabei übersehen, dass der Student in den allermeisten Fällen mit diesem Abschluss gar nichts anfangen kann. Die Einführung des neuen Systems hat vielleicht den Vorteil, dass undisziplierte Studenten eher zum lernen gezwungen werden, aber das hätte man mit Sicherheit auch mit Änderungen im Rahmen eines Diplomstudiengangs geschafft. Ansonsten hat die Umstellung nur mal wieder einiges an bürokratischem Aufwand verursacht ohne wirkliche Erfolge zu bringen (ich wäre gerne bereit mich hier vom Gegenteil überzeugen zu lassen!). Und genau hier liegt das Problem welches wir in Deutschland haben. So lange mehr auf formale Noten/ Abschlüsse geachtet wird, als auf die Person die sie erbracht hat, wird sich in Deutschland niemals eine wirkliche Freiheit und damit verbundene Aufbruchstimmung ausbreiten. Sei es in der Schule oder im Studium. ![]() die überschrift des artikels zeigt schon das dilemma, denn 08.04.2008, 08:31 wozu sollte das gut sein. studium sollte doch wirklich mehr bedeuten als ein früher "markteintritt"!
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||

