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Lesermeinungen zum Beitrag
Erstarrt im blinden Verteidigen
10.03.2008, 03:53
Vorteile und Diskrepanzen wurden hier bereits aufgezeigt, allerdings sehe ich ein wesentliches Problem - das Erstarren in der Undifferenziertheit blinden Verteidigens. Doch was verteidigen wir eigentlich? Die deutsche Universität an der wir lehren oder studieren, die eine Bibliothek mit Nachtzugang hat!? Das eigene Land in dem wir leben!? Wann wachen wir endlich auf? Ausbildung passiert über Raum- und Zeitgrenzen (transnational, translingual ...) hinweg. Diejenigen Universitäten, diejenigen Studenten, diejenigen Lehrenden, diejenigen Länder, die das erkennen, haben die Nase vorn. Hier an meiner Universität in Brisbane/Australien (wir rangieren in Rankings nicht unter den Top100), wo ich forsche und lehre sieht das so aus: Nachtzugang Bibliothek? Hier werden Artikel online beim Bibliothekar bestellt und innerhalb weniger Stunden an die E-Mail-Adresse versandt. Pflichtliteratur wird online zur Verfügung gestellt. Da bleibt mehr Zeit zum Nachdenken, zur Diskussion-das passiert natürlich im Unterrichtsraum. Und das geht alles nur, weil Studiengebühren gezahlt werden? Nein, weil hier die Erkenntnis gelebt wird, dass Ausbildung nur über Raum- und Zeitgrenzen hinweg funktioniert. 2009 werden hier die Bachelor-Studiengebühren abgeschafft!
 
Da sind Sie nichts besonderes...
09.03.2008, 23:42
...also hören Sie auf zu weinen.
 
GB vs. D
07.03.2008, 17:28
Ich kann nur für die Geisteswissenschaften sprechen: Aber da muss sich keine deutsche Universität muss sich vor den selbsternannten Elite-Unis in UK oder US verstecken.



Der Artikel zeigt aber, was das Geheimnis des Erfolges der Eliteunis in diesen beiden Ländern ist: Das Leistungsklima, das geschaffen wird, wenn man einer Gruppe von jungen Menschen sagt: Ihr seid Elite, hier läuft Elite, dann produziert mal Elite im so klingenden Namen von LSE, Oxbridge - SO sieht funktionierendes Motivationstraining aus! Der Autor Magnus Resch, der scheinbar wirklich denkt, er leiste da etwas Besonderes, ist doch der beste Beweis dafür, dass es funktioniert.



LSE und Konsorten haben in einem langen Prozess gelernt, sich zu verkaufen. Da müssen sich die deutschen Unis definitiv eine Scheibe abschneiden. Anstatt ständig angebliche Defizite deutscher Unis als Vorwand für schlecht bemäntelte weitere Einsparungen zu nutzen (Bachelor!), könnten wir - bei DER Tradition deutscher Unis - auch einfach mal ein wenig gelassener sagen: "Ich hab an der Uni Tübingen studiert" und sich dabei fühlen wie ein Oxford-Man - lustigerweise hat es in England und den USA sogar einen guten Ton, an einer dt. Uni studiert zu haben.
 
Blödes Gejammer!
07.03.2008, 16:46
1. Nicht alles was gelesen soll, muss auch gelesen werden!

2. Ja, im Studium wird zwischendurch auch gearbeitet, und ein Arbeitstag darf auch gerne mal mehr als 10 Stunden dauern, ja sogar mal mehrere tage hintereinander, andere arbeiten auch hart!

3. Es gibt ne Zeit zum feiern, und ne Zeit zum arbeiten.Feiern geht immer!

4. Auswendig lernen und kurse bestehen ist eines, LERNEN bitte durch selbständiges engagieren, selber tun, selber erleben.Dies kombiniert mit den theoretischen Büchern bringt sehr viel, wobei vieles in den Büchern dann auch von selbst einfacher und logischer wird. Ansonsten bekommt man wirklich nur das beigebracht, was einem vorgekaut wird, selber denken geht nur wenn man selber aktiv wird!

5. Der Autor studiert offentsichtlich Vollzeit im Ausland, besonders da sollte man sich vielleicht mal anstrengen, fürs Rumjammern wäre mir das Auslandsstudium schlichtweg zu teuer!

4. Is ja nicht auszuhalten das Geheule....Genau solche kommentare sind es, die das Bild vom faulen Studenten prägen, bravo...
 
Lernen im Kontext
Der Artikel gibt einen Eindruck, warum top-10 Unis in den US und im UK funktionieren. Die Leserbeiträge zeigen, warum deutsche Unis Probleme haben im internationalen Vergleich (auf dem Durschschnittsniveau. Es gibt natürlich gute "Gipfelleistungen" überall).



In den "social sciences" ist es üblich, dass man viel liest und dann den Stoff benutzt, um in einem "short essay" eine These zu unterlegen. Das garantiert dann ein Minimumverständniss des Gelesenens.



In den "hard sciences/mathematics" ist es üblich weniger (und gar wenig) zu lesen, aber sehr viele Aufgaben zu lösen.



Ich habe 14 Jahre lang an einer Amerikanischen top-10 Uni Informatik gelehrt. In meinem "Theorie der Programmiersprachen" Kurs haben Studenten in Durschscnitt 5000 "lines of code" geschrieben per Semester und mir une meinen TAs präsentiert. In meiner Erfahrung mit sehr guten deutschen Doktoranden, die zu uns kamen, ist das wesentlich mehr als ein Deutscher Informatiker per Vordiplom oder Diplom programmiert. In den USA belegen Studenten aber zwei bis vier solcher Kurse per Semester.



P.S. "Elite" und "top 10" wird auch nicht vom Staat bestimmt sondern durch die Konkurrenz der "graduates".
 
Re:
07.03.2008, 15:59
"International gesehen liegt die LSE an erster Stelle in Europa."



Als Einäugiger unter Blinden? Der Hinweis auf irgendein Platz in irgendeinem Ranking kann doch keine Argumentation über den Sinn und Unsinn von solcher Mammut-Lektüre ersetzen.
 
Inernational
07.03.2008, 15:25
gesehen liegt die LSE an erster Stelle in Europa. Da kann man sagen was man will. Es gibt einfach keine Alternative in Deutschland leute, sonst würden doch alle internationale Schüler (Asiaten, Amerikaner, Europäer etc) bei uns und nicht in England studieren. Meines erachtens sind auch deutsche Unis enorm Unterfinanziert.....naja
 
24/7
07.03.2008, 15:19
Sorry, aber...



wenn ich mich richtig erinnere war es schon anfang der 90er in Tübingen der Fall, dass die Ub 23 Stunden täglich geöffnet hatte. Vielleicht sollte sich der geneigte Leser/ Opfer des deutschen Universitätssystems einfach mal nicht so einfach machen, sondern die Realität in Deutschland betrachten:

Die Bundeesländer haben "dank" Finanzausgleich nivellierte mitel (abgesehen vom überförderten osten), doch die Mittelverwendung in erfolgreichen Bundesländern erfolgt in verstärkten Bildungsanstrungungen (und ZIELGERICHTETER Mittelverwendung!!!), also bitte nicht die Studienbedingungen in NRW oder Berlin mit der LSE vergleichen, sondern eher die der Süddeutschen Universitäten.....
 
Toll.
07.03.2008, 14:44
Jaja, an der FU-Berlin soll es auch in Richtung 24/7-Bibliothek gehen. Ich freue mich schon darauf, mir von meinen Dozierenden vorwerfen zu lassen, warum ich nicht noch nachts um drei dieses oder jenes recherchiert habe. Verfügbar ist es ja...

Fragt sich aber auch, wie man nachts von Dahlem in die Stadt kommt, da braucht man schon ein Auto. Und die Nachtschichten sollen übrigens von studentischen Hilfskräften abgeleistet werden, Nachtzuschlag natürlich Fehlanzeige.

Komische Zeiten, in denen wir leben...
 
Lesen-Verarbeiten-Beibehalten-Anwendenkoennen???
07.03.2008, 14:32
Mein Studiengang ist BWL-Diplom in Mannheim. Und was kann ich eigentlich als Student zu diesem Artikel sagen? Bloedsinn! Mein Prof. Milling hat gleich zur Einfuehrung der Veranstaltung Produktionsmanagement eine Folie gezeigt (welche auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fundiert), wonach das reine Lesen am wenigsten bringt (da bleibt ca. 15-20% im Kopf). Das selbstaendige Arbeiten hingegen bringt das meiste (80-90%). Wie kann denn ein Student durch das Sprinterlesen irgendwas kapieren? Ach ja, Marketing... Mannheim zaehlt in D zu den "wir sind Elite" Unis. In Grund- sowie Hauptstudium gibt es in Marketing ein Skript, welches einfach auswendig gelernt werden muss. Fragen Sie mal einen Studenten paar Monate nach der Klausur, wie es mit seinen Kenntnissen in Marketing steht. Sie werden erstaunt sein, wie wenig er sich daran erinnert vom Verstehen ganz zu schweigen. Demnach steht das im Artikel beschriebene System im krassen Gegensatz zum wirklich erfolgreichen LERNEN!
 
endlich
07.03.2008, 13:50
mal ein toller Beitrag zu deutschen Unis. Ich selbst habe mich geweigert auf einer deutschen Uni business zu studieren. In Deutschland kann halt jeder studieren, das ist grandios, nur leider wird eben das Durchschnittsniveau darunter leiden müssen. Übrigens... laut einer Studie der University of Singapour ist keine einzige deutsche Uni unter den ersten 50 im internationalen Ranking. Armes Deutschland
 
Seit wann liest man alles was man lesen könnte?
Wenn ich sämtliche Literatur, die als Leseempfehlung/Literaturliste an meiner deutschen Uni gegeben worden ist, gelesen hätte, wäre ich wahrscheinlich auf ein ähnliches Wochenpensum gekommen. Es ist eben die Aufgabe eines fortgeschrittenen Studenten, zu denen diejenigen von Master-Studiengängen gehören, die schiere Menge an zur Vefügung stehender Information zu sichten und auf Ihre Wichtigkeit zu untersuchen. (Und dies habe ich als Diplomstudent schon ab dem ersten Semester lernen müssen. Ich finde es ein wenig verwunderlich, dass der Autor sich hiervon derartig überrascht zeigt.)

<br>
 
Lesen oder Verstehen ?
Nur mal zum Vergleich ein Blick in die mathematisch-naturwissenschaftliche

Fakultät: im Mathestudium beträgt die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit

etwa 1 (eine) Seite pro Stunde für wissenschaftliche Fachliteratur.



Manche Autoren warnen sogar im Vorwort ausdrücklich davor, dass,

wer öfter als einmal pro Stunde (im Durchschnitt natürlich) umblättert,

höchstwahrscheinlich das Gelesene entweder nicht wirklich verstanden

oder ein für sein Niveau zu leichtes (Anfänger-)Thema gewählt hat.
 
Nur ein paar Fragen
06.03.2008, 21:22
Gelesen wird also viel an der LSE. Respekt! Und wie schaut\'s aus mit dem Nach-Denken? Läßt sich das auch so schön quantifizieren? Und muß der Master-Studiengänger dazu online sein?
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