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Nur mal angenommen Herr Witsch, jemand würde Fragen
„Was ist die Aufgabe der Hufschmiede in Zeiten der Autos, Motorräder, Flugzeuge ...?”
Oder jemand würde anregen
„Vielleicht hat Herr xyz hier gute Vorschläge zu machen, um den Hufschmieden neue Wege ihrer Disziplin aufzuzeigen. Die Ausrichtung des Hufschmiedes auf ...”
Vermute, Herr Witsch, den würden Sie nicht ganz ernst nehmen. Denn umgekehrt wird ein Schuh draus. Es steht nicht zur Debatte, wie die Hufschmiede mit neuen Aufgaben zu versehen sind.
Es steht die Frage, welche Arbeiten sind heute nachgefragt (der Mangel an Ingenieuren ist evident) bzw. welche werden morgen nachgefragt sein. Welche Aufgaben sind heute zu lösen und welche werden wir morgen lösen müssen.
Das ist das Maß, an dem sich der universitäre Betrieb auszurichten hat.
Und wer das ganz böse kapitalistisch und gemein findet, der soll bitteschön dran denken, dass in China und Indien Millionen gut ausgebildeter und ehrgeiziger junger Männer sind, die uns ganz böse kapitalistisch und gemein niederkonkurrieren werden, wenn wir, anstatt die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen, uns in den Schmollwinkel zurückziehen und uns selbst bespiegeln.  Aufgabe der Soziologie in Zeiten des Rating Was ist die Aufgabe der Soziologie in Zeiten von Siemens, Bankenpleiten, Hedge Fonds, Aldi, Lidl,Generationenkonflikt, Kinderarmut, Liechtenstein...?
Offensichtlich die Beschäftigung mit sich selbst in der Einrichtung einer "olympischen Disziplin" im soziologischen Orbit. Wer hat wieviel veröffentlicht, wie viele Doktoranden in welchem Zeitraum betreut....
Vielleicht hat Herr Klier hier gute Vorschläge zu machen, um der Soziologie neue Wege ihrer Disziplin aufzuzeigen. Die Ausrichtung des Studiums auf den Beruf des
Sozialingenieurs. Wie läßt sich z.B. eine Arbeitsproduktivitätssteigerung durch ver-
besserte Überwachungseinrichtungen erreichen, oder wie läßt sich das Mensch-Maschine-System noch effizienter gestalten oder wie kann man Hartz IV Empfänger ohne Verletzung politischer Auflagen im industriellen Fertigungsprozeß
auf 1 Euro Basis einsetzen. Das Ziel der Soziologie muß sein, den Menschen der neuen Ethik und Moral im Ökonomisierungsprozeß der Gesellschaft anzupassen
und berechenbar zu machen. Zahlreiche neue Arbeitsplätze für Soziologen wären die Folge und die Beschäftigung der Soziologie mit sich selbst hätte ein Ende gefunden. Es gilt Max Weber zu überwinden und sich den neuen Herausforderungen zu stellen!
 Mittelmaß? Nach welchem Maßstab?
Ach so, nach dem selbstgeschaffenen Maßstab der selbstrefrentiellen Systeme.
Es gäbe schon Möglichkeiten, die Qualität zu bewerten. Z.B. in dem untersucht wird, wie viele Absolventen innerhalb welcher Zeit zu welchem Gehalt eine Anstellung in einer Firma (nicht Behörde!) gefunden haben.
Aber so genau wollen wir es denn doch nicht wissen.
Oder weiß jemand, was uns fehlen würde, wenn z.B. das Max-Planck-Institut für demographische Forschung fehlte? Oder die Hans-Böckler-Stiftung? Oder die unentbehrlichen Genderstudien?
Ja, ich weiß, von außen lässt sich nicht so leicht erkennen, was die Wissenschaftler in den Instituten so treiben.
Oder doch?
Die Institute, an denen nützliche Wissenschaft betrieben wird, müssen einen Teil (üblicherweise 50%) ihres Budget am Markt erwirtschaften. Ansonsten Rotstift.
Die können also nachweisen, was die Gutes getan haben - nämlich genau das, was die Industrie denen abgekauft hat.
Warum wird dieses Methode eigentlich nicht bei den Sozial”wissenschaftlichen” Einrichtungen angewandt? |  | | | |
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