Von Rose-Maria Gropp
26. April 2008 Eine erfolgreiche Premiere gönnt sich ihre Fortsetzung, durchaus mit ein bisschen mehr Pomp als beim ersten Mal. Im vergangenen Jahr schlossen sich 29 Berliner Galerien zum gemeinsamen Eröffnungstermin im Frühling zusammen und erfanden so das Berliner "Gallery Weekend". Für den aktuellen Auftritt jetzt vom 1. bis zum 4. Mai haben sich 34 Teilnehmer zusammengefunden; die Neuzugänge heißen Volker Diehl, André Buchmann, Rafael Jablonka, Jan Wentrup, Aurel Scheibler, Micky Schubert. Köln goes Berlin; auch hier macht sich das bemerkbar. (Nicht mehr dabei ist Jan Winkelmann, der seine Galerie geschlossen hat, um als freier Berater und Kurator zu arbeiten.)
Nicht leicht zu durchschauen ist selbstverständlich das Prinzip der Auswahl; es ist wohl am sichersten davon auszugehen: Wer mitspielen darf, wird kooptiert. Dass die Teilnehmerliste vom Feinsten ist - die der Galeristen und die ihrer Künstler -, verwundert dabei nicht. Zur kollektiven Show-time zählen, um nur einige Beispiele zu nennen, Muntean/Rosenblum bei Arndt & Partner und Tal R bei Contemporary Fine Arts; Mona Hatoum bei Hetzler oder Nobuyoshi Araki bei Jablonka und Manfred Pernice bei der Galerie Neu. Neugerriemschneider gönnt sich Olafur Eliasson (immerhin parallel zur Ausstellung im MoMA in New York), Esther Schipper zeigt Rothstauffenberg, und Thomas Schulte präsentiert Jonathan Lasker und Bernhard Martin.
Man fährt also einiges auf im Berliner Frühling, der obendrein von einem attraktiven VIP-Programm für die begehrte Klientel der Sammler, Kuratoren und ihresgleichen begleitet ist. So können die Wohnungen mancher Galeristen besucht werden, was eine lustige Idee ist, und am Ende vom Ereignis gibt es ein Dinner im Congress Center. Michael Neff, der die Organisation des "Gallery Weekend" übernommen hat, denkt sich gern solche schönen Sachen aus, und Berlin ist gewiss das viel bessere Pflaster dafür als Frankfurt. Und die besondere Spannung, die auf diesem zweiten gemeinsamen Auftritt liegt, hat mit dem kommenden Herbst zu tun, der heiß wird für die Kunst in der Stadt. Denn die Weekend-Galerien tun sich vom 4. bis zum 7. September wieder zusammen, dann auf 9000 Quadratmeter im alten Postbahnhof, um dort die "Art Berlin Contemporary" zu inszenieren. Neff, der auch diese Show organisiert, mag sich noch nicht festlegen auf eine Teilnehmerzahl; man wird Einladungen aussprechen, aber zunächst ausschließlich an weitere Berliner Galerien. Die Qualität wird entscheiden. Sicher ist nur: Ein Motto gibt es nicht.
Text: F.A.Z.
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