12. Oktober 2008
Verlosung 
Business-Knigge 

Wir behaupten

Das ist ja mal wieder typisch

Von Mathias Irle und Christoph Koch




23. Juni 2008 
Sagen Sie uns, was Sie tun, und wir sagen Ihnen, wer Sie sind. Zwei weitere Beispiele aus unserer Typenkunde. Die Sinologin und der Automechaniker...



Die Sinologin

Geheimnisvoll, intelligent, weltoffen, weiblich, stark: So wollte sie, angefeuert von ihren Alt-68er-Eltern, schon in der Pubertät auf ihre Umwelt wirken, weshalb sie ihre Haare hennarot färbte, sich einen Ring durch die Nase zog, Hermann Hesse las und im Religionsunterricht den Lehrer mit permanenten Sticheleien an den Rand der Verzweiflung trieb. Selbstverständlich schied anschließend ein Jura- oder BWL-Studium aus „Gewissensgründen“ aus. Doch auch ein normales Magisterstudium schien ihr - nach exzellentem Abitur und drei Jahren als Schulsprecherin - zu „schluffig“. Als sie sich für Sinologie anstatt für Medizin entschied, erklärte sie ihren Eltern, dies sei „weltweit die kommende Region“, ohne selber daran zu glauben....


Das ist ja mal wieder typisch: Die Sinologin

Der Automechaniker

Die wichtigste Bewegung im Leben eines Automechanikers ist das Kopfschütteln. Sie wird in keinem Teil der Berufsausbildung offiziell gelehrt, aber dennoch kann niemand in diesem Job bestehen, ohne sie zu beherrschen. „Ouwouwouw“ oder „Pfuuuhhh“ sind Geräusche, die der Automechaniker gerne zur Verstärkung des Kopfschüttelns einsetzt, während er unter dem Auto steht, das er für den Kunden gerade auf die Hebebühne geliftet hat. Nicht, dass er ein Sadist wäre, aber ein wenig Genugtuung bereitet es ihm durchaus, den meist planlosen Fahrzeughalter mit Fragen zu traktieren wie „Wie haben Sie denn das hingekriegt?“ oder „Sie wissen schon, dass das lebensgefährlich ist?“

Das ist ja mal wieder typisch: Der Automechaniker

Text: Hochschulanzeiger Nr. 97, 2008, Seite 142
Bildmaterial: Dana Zimmerling