Damien Hirst nimmt die Kunst in Venedig als Religion. In Basel soll sie auch verkauft werden.

FAZ.NET-Spezial: Art Basel

Die bessere Biennale

Spezial Bestens gerüstet öffnet die 38. Art Basel am 13. Juni ihre Tore. Weil die Biennale in Venedig schwach und ausgelaugt wirkt, könnte der wichtigsten Messe der Welt für moderne und zeitgenössische Kunst eine neue Aufgabe zufallen - nämlich die bessere und lebendigere Ausstellung zu sein.

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Juni 2007 09:56

Art Basel - Des Kaisers neue Kleider

Hanspeter Bühler (Napoleon3)

Wer an der Art Basel aber auch an anderen Selbstinszenierungen der Kunstszene das selbsternannte Avantgarde-Establishment beobachtet, das - aus welchen komplexen Gründen auch immer - eine Kunst ohne wirkliches Können initiiert, eine sogenannte Kunst die lediglich aus Selbstdarstellungen, Schondagewesenem und Provokationen beruht, kann sich nur wundern, mit welchem Eifer ihnen unselbstständig denkende Leute - leider vielfach Intellektuelle - nachrennen. Der Kunstmarkt und Kunst haben eben nichts oder nur sehr wenig miteinander zu tun. Leute mit grossem Geldbeutel werden dann entsprechend beraten und kaufen diese Kunst, weil diese eben up to date sein soll, und andere folgen. So steigen die Preise am Kunstmarkt.

Die angesagten Kunstverständigen titulieren die Kunst der wirklichen Könner dann oftmals als "zu direkt". Man könnte denken, dass Kunst heutzutage nicht mehr schön sein darf! Namen wie Hirschhorn, Marthaler, Rist, Whiteread, Hirst usw. stehen u.a. für solche sogenannte Kunst. Und kaum jemand hinterfragt diese, denn "man" könnte sich ja eine Blösse geben, und so heult man mit den Wölfen. Man lebt weiter im Elfenbeinturm und lobt gemeinsam "Des Kaiser's neue Kleider".

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