22. November 2006 Zu ihrer Neueröffnung stellt die Zürcher Galerie le sud an der Bäckerstraße 27 zwölf Bilder der in Zürich geborenen Amerikanerin Eugenia A. Burgo aus. Sie gehören zur von der Künstlerin The Wild Series genannten Folge, an der sie seit einigen Jahren arbeitet.
Die Gemälde zeigen in leuchtenden Farben Ausschnitte aus der organischen Formenwelt der Natur, die auf den ersten Blick ganz fremd anmuten, bis zur Grenze der Abstraktion hin wirken. Erst wenn der Betrachter sich auf das Spiel des Lichts darauf, die Schatten und Farben einläßt, stellt sich die Wahrnehmung von Blumen und Blättern, von Früchten als Vorlagen ein: Das geschieht etwa vor einem jüngst entstandenen Bild Red & hot, auf dem hinter den länglichen Formationen schließlich die scharfen Paprikaschoten erscheinen, auf die der Titel hinweist.
Geheimnisvolle Blumen-Kompositionen
Den Duft von Irisblüten verströmt das Triptychon My wild Iris; woanders finden Tulpen oder Anemonen in geheimnisvollen Kompositionen zueinander. Für Momente fühlt man sich vor den Arbeiten an die beseelten Abstraktionen einer Georgia O'Keefe erinnert, doch Eugenia A. Burgos Bildräume sind frei von Aggressivität. Sie öffnen einen ruhigen tiefen Kosmos. (Preise, je nach Format, von 1500 bis 12 000 Franken.
Bis 7. Dezember.
Text: @E.N., F.A.Z., 18.11.2006, Nr. 269 / Seite 50
Bildmaterial: Galerie le sud