Von Klaus-Dieter Frankenberger
27. Januar 2009 Das Bild von der ausgestreckten amerikanischen Hand und der iranischen Faust, die sich öffnet, ist schön. Schön wie die Vorstellung, dass sich jeder Konflikt in Freundschaft auflöse.
Aber was wird Präsident Obama tun, wenn Teheran nur zwei Finger spreizt, weiter nach militärischer Nuklearkapazität strebt, weiter den Terrorpatron gibt?
Dass er ein besseres Verhältnis zur muslimischen Welt anstrebt - wer wollte daran etwas aussetzen? Auch Respekt ist keine schlechte Maxime. Aber so wie er sich in einem Interview geäußert hat, erweckt Obama den Eindruck, er laste den prekären Zustand dieses Verhältnisses vor allem den Vereinigten Staaten an (lies: seinem Vorgänger).
Wo amerikanische Politik unsensibel, kommandierend und unklug war, ist sie zu ändern. Was aber nichts an Washingtons Ordnungsfunktion am Golf ändert. Der arabisch-muslimische Hauptvorwurf richtet sich gegen die als stur proisraelisch empfundene Haltung Amerikas im Nahost-Konflikt. Auch hie wird es Korrekturen geben. Aber es fällt schwer zu glauben, dass Obama seine Politik von der öffentlichen Meinung in muslimischen Ländern abhängig machen wird.
Text: F.A.Z.