
Nicht nur Sie, auch Einstein hat sich heftig gegen den "Zufall" gesträubt. ("Gott würfelt nicht"). Er forderte "verborgene Variablen", die die moderne Physik bisher ausgeschlossen hat! Hybris besteht lediglich darin, etwas für wahr zu behaupten, was man n i c h t beweisen kann. Und ihr angenommener (unbeweisbarer!) Determinismus ist nur ein Denkmuster, von dem wir uns schwer distanzieren können. Philosophisch hängt damit eng zusammen die Frage nach dem "freien Willen", die Kant folgendermassen positiv beantwortet hat: „das Vermögen, einen Zustand von selbst anzufangen“ (B 561, Kritik der reinen Vernunft). Quantenphysik erschöpft sich imho nicht in der Frage der Existenz von Zufall, sondern in diesem viel interessanteren "Wellenzustand" von Materie oder auch nur eines einzelnen Wirkungsquants. Der "Zufall" ist lediglich eine unvermeidliche Folge beim Wechsel der Aggregatzustände (Wellenkollaps). Das ist alles gemessen!!! Dagegen sind die Vorstellungen von "Parallelwelten" (überflüssige) Spekulationen, da definitionsgemäss nicht messbar und damit auch prinzipiell nicht beweisbar.

.. Zustandsform der quantenmechanischen "Wellenfunktion" von Wirkung oder Materie zu "symbolisieren". Denn solche "Grossobjekte" leben ja geradezu durch ihre intensive (interne) Wechselwirkung. Jede Wechselwirkung macht diese Zustandsform unmöglich. Das hat nichts mit Konstruktivismus oder Subjektivismus zu tun. Es erfordert allerhöchsten experimentellen Aufwand, diese Wechselwirkungen auszuschalten, die selbst im "leeren" Weltraum durch die "Zusammenstösse" von elektromagnetischen Wellen (Licht) ständig stattfinden. Experimentell sind das also nicht nur Vakuumkammern, sondern auch "magnetische Käfige" die alle elektromagnetischen Wellen vom Versuchsobjekt fern halten müssen. Ausschaltung von "Wechselwirkung" bedeutet gleichzeitig extrem niedrige Temperatur (0-Punkt) ... und dann passiert das halt, wenn sich nichts mehr bewegt, nichts mehr wechselwirken kann, .... der Übergang in einen anderen "Seinszustand", ein Zustand "ohne Eigenschaft", mit veränderter Raum-Zeitfunktion, wie beim Bose-Einstein-Kondensat, theoretisch vorhergesagt von Einstein und Bose schon 1924. Dieser "Aggregatzustand" ist nicht vorstellbar, egal ob man das Kohärenz oder Wellenfunktion nennt.

"Doch das, was die Physiker in ihren Messapparaturen sehen, ist nicht die Wellenfunktion eines Objekts, sondern nur immer jeweils ein Messergebnis unter vielen anderen, die auch möglich gewesen wären." Hier fehlt: ob sie zugleich möglich sind. "Da die Messung nur eine Möglichkeit verwirklicht und die anderen unter den Tisch fallen, wird die ursprüngliche Wellenfunktion bei der Messung zerstört. Man sagt auch: Sie kollabiert." Die Messung verwirklicht also. Wenn ein Detektiv eine Person beobachtet, dann verwiklicht er jeweils eine andere Möglichkeit, ob er sie von hinten, vorne oder seitlich oder mittels anderer Meßgeräte, also anderer Frequenzen, beobachtet. Ist es nicht so, daß die eine "gemessene" (= vorgestellt und dann überprüft) Möglichkeit die Messung erst verwirklicht? Ich würde einfach sagen: das Meßsignal ist für manche Messungen zu gob und lenkt das Gemessene ab. Ob ich den Lauf eines Balles mittels Lichtstrahlen überprüfe oder mittels Sandstrahlen - das ist ein Unterschied. Ein Maßstabsunterschied und somit ein Verhältnisunterschied.

Nicht ganz: die Welle besteht aus dem "kollabierten" Teil, dem eindeutigen Teil, wie aus dem Teil der höchsten Anzahl von Möglichkeiten, dem "Komplexesten". Es sind Punkte auf der Wellenlinie (sieht auch aus wie ein Kreis und 3 dimensional wie eine Spirale, vierdimensional sieht es aus wie eine Kugel). Es handelt sich bei der Welle um die Person selbst, die anfangs vielleicht nur eine Möglichkeit kennt (als Kleinkind z.B. nur "Katze lebendig") und dann immer weitere "kennenlernt" (Katze lebend, tot, Teile der Katze abgefallen (halbtot/halblebendig) - und solche Späße).

Bohr befindet sich da in guter Gesellschaft: auch der Konstruktivismus schließt ja unseren Zugriff zur absoluten Realität aus und begnügt sich damit, unsere Erkenntnismöglichkeiten auf "funktionierende Beschreibungen" zu beschränken. Nichts anders machen naturwissenschaftliche Theorien auch: sie erlauben Vorhersagen über beobachtete Phänomene wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Wie unsere moderne Wissenschaft und Technik zeigen, kommt man damit ja auch schon recht weit.

"Die Preisfrage ist nun: In was für einem Zustand ist die Katze, bevor jemand den Kasten aufmacht und nachschaut?" Wieso sollte man aufmachen müssen, um "nachzuschauen"? Andere frage: wenn mir ein Arm abgehackt wird, bin ich dann halb tot? Wieso quantenmechanisch? Nettes Wort, nichts dahinter, da es auf allen Maßstäben gilt. Was passiert mit der Beobachtungsperson eines Detektiv, die merkt, daß sie beobachtet wird, der Detetkiv sich also beim Beobachten beobachten lässt, ohne zu merken, daß er beobachtet wird? Und was passiert, wenn beide einander beobachten, ohne zu merken, daß der jeweils andere sie beobachtet? Was passiert, wenn beide sehr nahe aneinander stehen und sich gegenseitig nicht bemerken?

"Welches Ergebnis aber sich bei einer Messung jeweils tatsächlich einstellt - etwa wann der Kern zerfällt -, das legt kein Naturgesetz fest" So'n Quatsch. Nur weil man es nicht beobachten oder beschreiben kann, heißt es nicht, dass so etwas wie Atomzerfall nicht naturgesetzlich determiniert wäre. Das ist die Hybris des naturwissenschaftlichen Subjekts: Weil bestimmte Prozesse nicht beschreibbar sind, weil etwa die Beobachtung dieser Prozesse selber nicht ohne Auswirkung auf diese Prozesse bleiben kann, wird die Nichtaussagbarkeit zur Eigenschaft Indeterminiertheit der Sache selbst erklärt, anstatt dass sie als unhintergehbare Defizienz des erkennenden Subjekts erkannt wird. Ich empfehle die Lektüre von Haag, Metaphysik als Forderung rationaler Weltauffassung.
Schweinegrippe durch Trinkwasser übertragen
07:41@F.Reemtsma - Aktuell ca. 3.200.000 Arbeitslose - wohl nicht ganz aktuell
07:38Im links kommunistischen Tümpel fressen sich die drei Kröten gerade gegenseitig
07:32Nun gut, dann sehen wir einmal, was ausser - zutreffenden - aber bislang netten