Von Manfred Lindinger
19. März 2008 Eine Seegurke stand Pate für einen Kunststoff, den Forscher von der Case Western Reserve University in Cleveland (Ohio) entwickelt haben.
Das Material ist im trockenen Zustand fest und wird bei Kontakt mit Wasser weich, ähnlich wie die Haut der Seegurke, die innerhalb von Sekunden an Steifigkeit verliert, sobald das Tier bestimmte Substanzen freisetzt. Diese lösen das starre Kollagennetzwerk der Dermis auf.
Anwendungen in der Medizin
In den Kunststoff sind Zellulosefasern eingebaut, die ein starres Netzwerk bilden können, das sich bei Feuchtigkeit lockert (Science“, Bd. 319, S. 1370). Eine mögliche Anwendung des Polymers sind Elektroden, wie man sie zur Behandlung von Parkinson etwa in das Gehirn implantiert. Sobald sie Kontakt mit Hirnflüssigkeit hätten, würden sie weich und wären damit für die Nervenzellen besser verträglich als herkömmliche Elektroden.
Text: mli/F.A.Z.,19.03.2008
Bildmaterial: Claudia Mannherz/GFDL
