Treibstoff

Künstlicher Diesel über zwei Stufen

Von Manfred Lindinger

19. April 2006 Ein Verfahren, mit dem sich Diesel effizienter als bisher aus Kohle, Erdgas und kurzkettigen synthetischen Kohlenwasserstoffen herstellen läßt, haben Forscher von der University of North Carolina in Chapel Hill entwickelt.

Alan Goldman und seinen Kollegen ist es gelungen, durch die geschickte Kombination von zwei Katalysatoren gesättigte Kohlenwasserstoffe, die nur aus vier bis neun Kohlenstoffatomen bestehen, in langkettige Alkane zu verwandeln. Die Produkte besitzen zwischen zehn und neunzehn Kohlenstoffatome und könnten deshalb als Treibstoff in Dieselmotoren verwendet werden, berichten die Forscher in der Zeitschrift "Science" (Bd. 312, S. 257).

Noch lange nicht marktreif

Bei dem Verfahren entfernt ein Iridiumkomplex zunächst Wasserstoffatome aus den Ausgangssubstanzen. Wo Wasserstoffatome fehlen, bilden sich Doppelbindungen, und aus den kurzkettigen Alkanen entstehen ungesättigte Kohlenwasserstoffe. Dank eines zweiten Katalysators verbinden sich nun zwei solcher Alkene zu einem größeren Kohlenwasserstoff. Der Iridiumkatalysator versieht das langkettige Produkt anschließend mit Wasserstoffatomen, so daß eine gesättigte Kohlenwasserstoffkette entsteht.

Mit dem zweistufigen Verfahren lassen sich offenkundig Alkane verwerten, die für die gängige Fischer-Tropsch-Synthese nicht geeignet sind. Doch bis zur Marktreife dürfte es noch lange dauern.

Text: mli / F.A.Z., 19.04.2006

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