Eigentlich war Caligula bunt

Antike

Edle Einfalt, satte Farbe

Das Ideal einer marmorweißen Antike prägte lange unser Bild von griechischer und römischer Kunst. Doch die Wirklichkeit sah anders aus: Skulpturen und Tempel waren geradezu quietschbunt und zeigten ein wahres Feuerwerk aus Farben und Ornamenten. Von Michael Siebler

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Januar 2006 22:43

Farben und die Welt

Lukas Werth (lukaswerth)

Winckelmanns Urteil vermag ich nicht zu kommentieren, doch wir leben heute in einer Welt des Überflusses von Farben. Wohl auch deshalb ist dunkelgrau oder schwarz eine bevorzugte Farbe von Luxusautos. Zu anderen Zeiten (und anderen Ortes) hatten die Menschen aber Sehnsucht nach Farben: eine bemalte romanische Kirche war für den Pilger auf dem Jakobsweg, der sie in braunen und grauen Kleidern betrat, der wahrscheinlich aus einem Haus ohne Fenster kam, ein optisches Feuerwerk.
"Kitsch" ist ein modernes Wort, das zu anderen Zeiten keine Bedeutung gehabt hätte - es läßt sich ja schon ins Englische eigentlich nicht übersetzen.

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