Tondokument

Älteste Aufnahme einer menschlichen Stimme entdeckt

29. März 2008 Amerikanische Wissenschaftler wollen die früheste Aufnahme einer menschlichen Stimme entdeckt haben. Auf einem „Phonautograf“ des französischen Forschers Édouard-Léon Scott de Martinville von 1860 haben sie das von einer Frau gesungene Lied „Au Claire de la Lune“ gefunden. Die Aufnahme ist 17 Jahre älter als Thomas Edisons „Mary had a little Lamb“, das bisher als erste Tonaufnahme galt.

Der Audio-Historiker David Giovannoni und sein Partner Patrick Feaster stießen bei Recherchen im französischen Patentamt auf Phonautografe Scotts aus den Jahren 1857 und 1859. Es gelang ihm und Technikern des Lawrence-Berkeley-Labors nicht, diese zum Klingen zu bringen. „Es war ein Gekritzel auf Papier, aber keine Tonaufnahme“, berichtete er.

Klingender Rauch

Er habe aber bemerkt, dass Scott von dem Gedanken getrieben war, als erster einen technischen Weg für Tonaufzeichnungen zu finden. Seine Arbeiten habe er auch der Französischen Akademie für Wissenschaften geschickt. Giovanni bat schließlich die Akademie, ihm digitale Aufzeichnungen von weiteren Dokumenten Scotts zu schicken. Am 1. März traf eine Lieferung ein, die auch „Au Claire de la Lune“ enthielt. Das Aufnahmedatum ist auf dem Dokument vermerkt.

Die Phonautografen haben keinen guten Klang. Forschern in Berkeley, die auch schon an Edisons in Zügen aufgenommenen Phonautografen gearbeitet hatten, gelang es aber die in den Rauch einer Öllampe auf Papier mit einer Nadel geschriebenen Schallwellen erklingen zu lassen. „Als ich die Aufnahme das erste Mal hörte, war es magisch, himmlisch“, sagte Giovanni. „Es ist tatsächlich in Rauch aufgezeichnet. Die Stimme kommt aus diesem Film von auditivem Rauch.“



Text: FAZ.NET mit Material von AFP
Bildmaterial: AP, Archiv

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