Schwarze Löcher

Das geheime Wirken der Magnetfelder

26. Juni 2006 Die leistungsstärksten Quellen elektromagnetischer Strahlung im Universum sind jene, die ihre Energie wie Schwarze Löcher durch Gravitationsprozesse beziehen. Wie die damit verbundenen Vorgänge im einzelnen ablaufen, gilt bislang als ungeklärt. Forscher der University of Michigan haben jetzt Hinweise gefunden, daß Magnetfelder maßgeblich daran beteiligt sind.

Die Forscher stießen auf die Erklärung, als sie das mit dem Weltraumobservatorium Chandra gemessene Röntgenspektrum von GROJ1655-40 analysierten, einem Schwarzen Loch mit sieben Sonnenmassen, das von einem benachbarten „normalen“ Stern Gas abzieht. Das massereiche Objekt sendet nicht nur energiereiche Strahlung aus. Es erzeugt auch einen Wind aus ionisiertem Gas, der in den freien Weltraum bläst. Beide Phänomene sind miteinander verbunden.

Drehimpuls muß forttransportiert werden

Das Gas des Begleitsterns sammelt sich zunächst in einer Akkretionsscheibe, die das Schwarze Loch umgibt. Unumstritten ist, daß seine mechanische Energie infolge viskoser Dämpfung abgeführt und in Wärme- und Strahlungsenergie umgewandelt wird. Dabei muß wegen der Erhaltungsgesetze der Physik der Drehimpuls des Gases forttransportiert werden. Es wird ein Wind erzeugt, der genügend Energie haben muß, das Schwerefeld des Schwarzen Lochs zu überwinden.

Anhand der Beobachtungsdaten konnten die Forscher zwei mögliche Quellen dieser Energie eliminieren, wie sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ berichten. Thermischer Druck kommt bei dem fraglichen Schwarzen Loch nicht in Frage, weil der Wind dafür zu kalt ist. Auch infolge von Strahlungsdruck hätte der Wind die beobachtete Stärke nicht erreicht. Als einziges bleiben Magnetfelder übrig, die schon seit 1973 als Motor für die Erzeugung der Strahlung Schwarzer Löcher zur Diskussion stehen.



Text: G.P. / F.A.Z.
Bildmaterial: Nasa/CXC/A.Hobart

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche