Strahlungsquelle

Soleil - eine französische Quelle für brillanteres Licht

Von Manfred Lindinger

27. Dezember 2006 Nach zwanzigjähriger Planungs- und Entwicklungsphase hat südlich von Paris die Synchrotronanlage „Soleil“ offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Die leistungsfähige Strahlungsquelle hat einen Umfang von 354 Metern und erzeugt intensives Licht vom langwelligen Infrarot bis in den Röntgenbereich. Die Strahlung, die für Physiker, Chemiker, Biologen und Mediziner gleichermaßen interessant ist wie für Archäologen, wird von Elektronen erzeugt, die annähernd mit Lichtgeschwindigkeit auf einer Kreisbahn fliegen.

Soleil ist ein Synchrotron der sogenannten dritten Generation, die sich durch besonders brillante Strahlung auszeichnet. Weltweit existieren nunmehr dreizehn Großgeräte dieser Art. Das leistungsfähigste Synchrotron - Spring8 - mit einem Umfang von 1500 Metern steht in Japan in der Präfektur Hyogo.

Mit der Inbetriebnahme endet jahrelanger Streit

Zu den Synchrotronanlagen der dritten Generation in Europa zählen auch die Speicherringe ESRF in Grenoble, Bessy II in Berlin-Adlershof und Petra III vom Desy-Forschungszentrum in Hamburg, die 2009 ihren Betrieb aufnehmen wird.

Mit der Inbetriebnahme von „Soleil“ endet eine schwierige Etappe, die immer wieder von heftigem Streit über das Projekt gekennzeichnet war. So hatte das Forschungsministerium das Vorhaben 1999 einmal gestoppt, obwohl schon große Summen des insgesamt 280 Millionen Euro teuren Projekts bewilligt waren.

Text: mli / F.A.Z., 27.12.2006

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