Für die Menge zu kauzig, aber für Beschränkungen viel zu talentiert: Der Folkmusiker Devendra Banhart pendelt zwischen Westcoast, Funk, Folk, Glamrock und Blues und bietet sich als verrückte Alternative zu Mainstream und Independent an. Von Eric Pfeil
Lieder zum Christfest haben unter Popstars Tradition, aber nicht jeder tut sich und uns damit einen Gefallen. Sting aber umschifft die gefährlichsten Klippen: Seine Platte ist nichts, was man am Kaminfeuer überraschungsfrei an sich vorüberrauschen ließe. Von Tilman Spreckelsen
Eine Fußballer-Weisheit sagt: Never change a winning team. Robbie Williams sollte sich ihrer erinnern, und seinen alten Produzenten und Komponisten Guy Chambers wieder ins Boot holen - sonst droht der Abstieg aus der Champions League. Die CD der Woche. Von Edo Reents
Auf glatte Produktion verzichten kann jeder; man muss es aber richtig machen: Chris Crisci spielt mit seinem Projekt Old Canes einen leisen, aber dringlichen Folkrock in der Tradition Will Oldhams. Die CD der Woche. Von Eric Pfeil
Nach fast fünf Jahren hat Westernhagen wieder eine Platte gemacht - ohne seine alte Firma, aber dafür mit amerikanischen Vollprofis. Das Ergebnis kann sich hören lassen, und auf die Texte muss man ja nicht so genau achten. Von Edo Reents
Die Flaming Lips orientieren sich jetzt an dröhnenden Meilensteinen wie dem Weißen Album der Beatles und Physical Graffiti von Led Zeppelin - tönender, dröhnender Pop für die Erwachsenen von heute. Von Alexander Müller
Was sollen wir mit der der siebenhundertdreiundvierzigsten Americana-Platte der Saison? Wer so fragt, hängt schon am listig ausgeworfenen Angelhaken von A.A. Bondy. The Devil´s Loose ist die Platte, die Ryan Adams seit Jahren nicht macht. Von Eric Pfeil
Wenn außer Sven Regener noch jemand ein Händchen für feinste Endsommermelancholie hat, dann sind es die Kings Of Convenience. Hebt nach spärlich instrumentiertem Eingang der zweistimmige Gesang der Norweger in bester Folk-Tradition an, ist jeder Widerstand zwecklos. Von Jan Wiele
Jochen Distelmeyer legt nun, nach dem Ende der Band Blumfeld, seine erste Soloplatte vor. Der Hassprediger prekärer Verhältnisse hat nichts von seinem Elan verloren, und lässt das Leichte ganz schwer aussehen. Von Richard Kämmerlings
Von wegen glutäugiger Schwerenöter: Diego el Cigala räumt mit alten Klischees auf und belebt mit Hilfe eines alten kubanischen Pianisten den Flamenco. Sein neues Album Dos Lágrimas ist ein Meisterwerk. Von Rolf Thomas
In den achtziger Jahren nannte man sie shoegazer: Leute, die beim Machen oder Hören von lauter Musik auf ihre Füße starren. The Big Pink liefert für dieses merkwürdige Verhalten jetzt wieder gute Gründe. Von Eric Pfeil
Schwarze können keinen Rock'n'Roll singen? Dieses Vorurteil ist durch Betty Davis oder die Band Mother's Finest längst widerlegt. Die Noisettes gehen noch einen Schritt weiter und suchen, Genregrenzen eklektizistisch sprengend, im harten Rock einen neuen Weg der Eingängigkeit. Von Sven Beckstette
Obwohl er in letzter Zeit eher als Schauspieler auf sich aufmerksam gemacht hat, hört man seinem neuen Album an, dass Mos Def das Reimen nicht verlernt hat. The Ecstatic bietet ausgefeilten Rap und mischt Humor mit politischer Radikalität. Von Sven Beckstette
Popmusik als das Versprechen, ein anderer Mensch sein zu können, ohne es werden zu müssen: Zoot Woman sind zurück und haben mit Things Are What They Used To Be ein dunkles, unruhiges, intelligentes Album vorgelegt. Von Tobias Rüther