"...gibt es aus chines. Sicht sicherlich keinen Grund mehr, den Versuch zu unternehmen, den Konflikt beizulegen. "
Und an allem sind immer die Anderen schuld. Erkennen Sie die Melodie?
Verblendet ist stets die Gegenseite, auf Unangenehmes wie Hu Jia oder einen 6jährigen, den Peking einfach samt Familie hat verschwinden lassen, weil er der Panchen-Lama ist, äussern wir allerhöchstens Absonderliches (aber keinesfalls je verantwortungsvoll Besorgtes) und schliesslich bringen wir noch einen Schuss Vorwurf des schweren Erbes Richtung Deutschland, indem wir den Namen Harrer erwähnen... Als ob das allein alles (was eigentlich genau?!) erklären würde.
Wow. Ganz schön wild, was?!
Insbesondere, wenn man sich vergegenwärtigt, das Zhou ein paar Meldungen zuvor die "Meinungsvielfalt" in China alleine schon dadurch gewährleistet sah, weil die omnipresente KP Chinas (also die, mit dem "Vereinheitlichung des Denkens"-Programm) so unglaublich gross sei.
Womit dann die NSDAP - die in Relation zur deutschen Gesamtbevölkerung gesehen mindestens so gross war - eigentlich auch ein Vorbild an Meinungspluralismus gewesen sein müsste.
In diesem Forum sind schon einige Masken gefallen.
Die Sympathisanten der chinesischen Kommunisten müssen diese Ohrfeige einstecken, und alle, die sagten, dass ein Boykott nicht wirkt. Natürlich muss man damit rechnen, dass die Gespräche wieder abgebrochen werden. Die demokratischen Länder sollten schon jetzt anfangen, gegen zusteuern.
Unsere Regierung sollte sich fragen, warum Paris und London in den Fakellauf einbezogen wurden und Berlin nicht. Obwohl doch unsere Regierung bei jeder Gelegenheit auf die Kniee ging vor dem Regieme
Gesprächsangebot aus Peking. Das hätte ich der chinesischen Regierung nicht zugetraut. Hat man doch noch Ohren und Augen für das Ausland.
Es ist Vorsicht geboten und man muß sehr schnell herausfinden, ob das Angebot zu Gesprächen mit der tibetischen Exilregierung ernst gemeint ist. Solange die Journalisten und Touristen aus Tibet ausgesperrt bleiben ist Zweifel an der Ernsthaftigkeit zum Dialog mehr als angebracht.
Auch wenn das Gesprächsangebot an eine Zwischeninstanz, nicht den Dalai Lama einen gewissen Gesichtsverlust darstellt, so scheint es mir in erster Linie geht es um Abwiegelung und Ablenkung vor den Spielen, denn Pekings Führung wird kaum zu substantiellen Zugeständnissen in der kulturellen, geschweigedenn religiösen Autonomie bereit sein. Gespräche, um den Zorn in der Welt verrauchen zu lassen.
Zu den Fakten: die Gespraeche mit Vertretern Tibets wurden anlaesslich der Tumulte unterbrochen, nachdem sie vorher seit Monaten regelmaessig stattfanden. Nachdem jetzt in westlichen Publikationen Veroeffentlichungen erscheinen, die das Bild der chines. Politik in ein anderes Licht ruecken, die Rolle des DL in der Vergangenheit und seine politischen Freunde genauer unter die Lupe genommen wurden und von esoterisch-verblendeter Beweihraeucherung befreit wurden, eine Garantie der Grenzen China anscheinend zugesichert wird, was den Forderungen einiger Exiltibetervertreter, insbesondere der Frau Freya Putt, nach einem Grosstibet, Nachtigall ich hoer dir trapsen ( Heinrich Harrer war enger Vertrauter des tibet. Klerus ) den Wind aus den Segeln nimmt, gibt es aus chines. Sicht sicherlich keinen Grund mehr, den Versuch zu unternehmen, den Konflikt beizulegen. Wenn die bashing-Blogger die chines. Zeitungen lesen koennten, oder auch nur die kritischen Berichte auf westlichen Seiten lesen wuerden, dann gaebe es fuer sie ein boeses Erwachen.
Es ist grundsätzlich positiv, dass sich die Chinesische Seite überhaupt einmal wieder auf Gespräche einlassen will.
Die Erfolgschancen (und wie wäre "Erfolg" überhaupt zu definieren?) schätze ich trotzdem sehr gering ein. Denn der ungeheure propagandistische Aufwand ist - im durch Sprache, Schrift und völliger Medienkontrolle bestens abgeschirmten Riesenreich - schliesslich nicht ohne Folgen geblieben.
In diesem Sinne würde das Regime zu seinem eigenen "Opfer", wenn es nun ernsthaft auf den Dalai Lama und die Tibeter zugehen würde: Nachdem man ihn, nicht erst in den letzten Wochen, zu einem vollkommenen Bösewicht (Dalai-Clique!) stilisiert und ihn gar mit einem Osama bin Laden gleichgesetzt hat, wirkt ein plötzlicher Kursschwenk wie Schwäche. Der nackte Horror für jede nicht legitimierte Herrschaftsform.
Peking würde das verlieren, was dem Regime am Allerteuersten ist (und von dem die VR-Chinesen offenbar nicht ahnen, dass es im Westen durch Pekings Verhalten schon verloren ging):
Das Gesicht.
