Tibet

China gibt Schüsse auf Demonstranten zu

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21. März 2008 China hat erstmals zugegeben, dass die Polizei während der blutigen Unruhen in von Tibetern bewohnten Gebieten auf Demonstranten geschossen hat. Das berichtete am Freitag die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf Polizeiquellen. Demnach hätten Polizisten bei Unruhen am vergangenen Sonntag im Bezirk Aba in der Provinz Sichuan aus „Notwehr“ das Feuer eröffnet.

Nachdem die Nachrichtenagentur zunächst von vier Toten gesprochen hatte, berichtigte sie die Angabe später auf vier Verletzte durch die Polizeischüsse. Die Berichte stehen im Widerspruch zu bisherigen offiziellen Beteuerungen, wonach keine Schüsse abgegeben worden seien. Der Sprecher des Außenministeriums hatte am Donnerstag bekräftigt, dass keine tödlichen Waffen zum Einsatz gekommen seien. Am Freitag korrigierte das Ministerium den Eindruck, dass sich seine Äußerungen auch auf die Gebiete außerhalb Lhasas bezogen hätten.

Eine örtliche Quelle hatte der dpa in Peking bestätigt, dass bei Protesten in Aba seit Freitag 18 Menschen von chinesischen Sicherheitskräften erschossen wurden. Bevor die Schüsse gefallen seien, hätten die Demonstranten Polizisten mit Messern angegriffen und versucht, ihnen die Waffen zu entreißen, hieß es in dem Xinhua-Bericht weiter. Eine Polizeistation sei bei den Unruhen niedergebrannt, Polizeiautos seien zerstört worden. Die Polizei habe zunächst Warnschüsse abgegeben, sei danach aber weiter „attackiert“ worden, hieß es. „Die Polizei war aus Notwehr gezwungen, das Feuer zu eröffnen“, sagte eine Polizeiquelle laut Xinhua. Die Verletzten seien daraufhin geflüchtet.

Pelosi trifft den Dalai Lama

Die Präsidentin des amerikanischen Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, hat sich bei einem Treffen mit dem Dalai Lama entschieden gegen das Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte in Tibet ausgesprochen. Die Welt müsse erfahren, was wirklich in Tibet geschehe, forderte die demokratische Politikerin am Freitag im nordindischen Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung. Pelosi rief alle „freiheitsliebenden Menschen“ auf, ihre Stimme gegen die „chinesische Unterdrückung“ zu erheben.

Hunderte Exil-Tibeter dankten Pelosi mit Sprechchören und auf Plakaten für ihre Äußerungen. Pelosis Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter war nach Medienberichten bereits vor dem jüngsten Ausbruch der Gewalt in Tibet vereinbart worden. Den Angaben zufolge war sie bereits am Donnerstag im Rahmen ihrer Indienreise zu Gesprächen mit Premier Manmohan Singh zusammengekommen.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters
Bildmaterial: AP, dpa, reuters

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