Unruhen in und um Tibet

Peking: Kein neues Gesprächsangebot an Dalai Lama

Verstärkte Militärpräsenz in der Provinz Sichuan

Verstärkte Militärpräsenz in der Provinz Sichuan

20. März 2008 Ob und wann sich der Dalai Lama und die chinesische Führung treffen werden, um über den Konflikt in Tibet zu sprechen, bleibt offen. Der Dalai Lama bekräftigte am Donnerstag seine Bereitschaft zu einem Gespräch. In seinem Exil im nordindischen Dharamsala sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter, ein Treffen mit Chinas Staatspräsident Hu Jintao sei „in ein paar Wochen, ein paar Monaten“ denkbar. China wies Berichte über ein neues Gesprächsangebot an den Dalai Lama aber als „nicht ganz richtig“ zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Donnerstag, es gebe keine neue Initiative. Denn zuvor müsse der Dalai Lama seine Forderung nach Unabhängigkeit aufgeben und „alle separatistischen Aktivitäten einstellen“. Das sei nach Auffassung Pekings nicht der Fall.

Der Sprecher wiederholte die Behauptung, dass der Dalai Lama die Unruhen in Tibet vorsätzlich geplant und gelenkt habe. Die chinesische Regierung hatte ihre Verbalattacken gegen den Dalai Lama am Mittwoch verschärft und ihn als „Wolf in Mönchskutte“ bezeichnet.

Deutsche gegen Olympia-Boykott

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Auf die Protestbewegung in Tibet sowie den Nachbarprovinzen Sichuan und Gansu reagierte die chinesische Regierung mit einer Verstärkung der Truppenpräsenz. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Donnerstag erstmals von Unruhen in den beiden Provinzen. Die chinesischen Behörden haben Tibet und die angrenzenden Provinzen für alle Ausländer abgeriegelt. Davon ist eine Region betroffen, die viermal so groß wie Frankreich ist. Auch ausländische Journalisten mussten Tibet verlassen.

Das Außenministerium in Peking äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über Ankündigungen des britischen Premierministers Gordon Brown und des britischen Thronfolgers Prinz Charles, den Dalai Lama bei dessen Reise nach Großbritannien im Mai treffen zu wollen. Ein Sprecher sagte, dass kein Staat dem Dalai Lama ein politisches Forum bieten dürfe. Dieser sei ein „politischer Flüchtling, der an Aktivitäten beteiligt ist, China unter dem Deckmantel der Religion zu spalten“.

Die meisten Deutschen lehnen einen Olympia-Boykott als Reaktion auf Chinas Vorgehen in und um Tibet ab. Einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für den Fernsehsender n-tv zufolge sind zwar 39 Prozent dafür, dass Deutschland einen Boykott der Sommerspiele in Peking erwägt. 57 Prozent der Befragten lehnten das jedoch ab.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

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