
@ rj zhang
Ich meinte: "Diese Diskussion wäre auf einem öffentlichen chinesischen Server unmöglich."
Ihre Meinung:
"ich bin jetzt im peking und kann ihre Diskussion gut lesen. ohne Proxy."
Aber gerade das meinte ich: Auf einem c h i n e s i s c h e n Server. Dies ist ein deutscher und deutschprachiger Server.
@ Thomas Seifert
dass wir "die globale Angemessenheit unserer Werte nicht einfach nur behaupten können, sondern beweisen müssen - in einem globalisierten Diskurs."
Ich denke, das müssen wir gar nicht. Viele Tausende Menschen, die täglich in "den Westen" flüchten wollen und hier dann bleiben wollen, beweisen mit ihren Beinen, dass unser System einfach besser ist (ich sage nicht ideal!). Wer flüchtete in den Ostblock, wer flüchtet in Diktaturen? Heute leben nur in Prag angeblich Zigtausende US-Bürger...

Noch eine wichtige Tatsache: Eine umfangreiche und absichtliche Üebersiedlung der Han-Chinesen ist auch Lüge. Die tibetische Bevölkerung macht heute über 90% der gesamten Bevölkerung Tibets aus. Die meisten Han-Chinesen wollen gar nicht in Tibet wohnen und arbeiten aus Gesundheitsgründen - Auf den Bergen fehlt es Sauerstoff, man kriegt sehr leicht Krankheiten. Es sind auch viele gebürgien Muslimen (Hui,-Chinesen, Tibetische Sprache als Muttersprache) in Tibet, sie sind tätig in Fleischgeschäften, weil die Tibeter aus dem Glauben nicht töten wollen, aber wegen der Geo-Lage Fleisch essen müssen (gegen Kälte). Nach der Planung des Dalai Lamas müssen diese Leute auch ausgeschmissen werden.

Ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass man im Fall der Tibet-Krise die wissenschaftlichen Studien lesen sollte, bevor man eine Meinung bildet- viele Leute sollten das tun, weil sie zu wenig von der komplexen Geschichte wissen. Ob es um eine Besatzung ging, finden Sie in den Büchern auch Antworten. Diese Forscher sind nicht Hunde der KPC. Viele Leute hier haben einfach zu sehr an Dalai Lama und den Medien geglaubt.
In der Tat gab es unter der Herrschaft Dalai Lamas gar keine Schule in Tibet, heute über 1000; Die Leute müssen Hochchinesisch lernen, weil es sonst nicht geht, mit der Muttersprache können sie nicht Naturwissenschaften lernen- Das ist keine Art Kulturvernichtung; Dass ein Million Menschen getötet worden seien, ist Lüge; Dass Tibet wirtschaftlich völlig abhängig von den anderen Provinzen ist, ist die Tatsache- Es ist eine Wirtschaft der "Bluttransfusion"; Die Denkart der Tibeter hat auch ihre besondere Eigenschaften...
Lesen Sie bitte die Bücher zuerst, es gibt zu viel zu klären. Ein Buch ist im Internet zu finden (http://ark.cdlib.org/ark:/13030/ft2199n7f4/). Außerdem muss man auch von der Politik der großen Mächte wissen. Dass Dalai Lama nach dem Kalten Krieg immer heißer geworden sind, ist eben kein Zufall.

Haben Sie mal die akademischen Bücher von den besten US-Tibetforschern Grunfeld, A. Tom und Goldstein, Melvyn C. gelesen?
Eine Frage: Wissen Sie, dass in der Tibetsprache GAR KEINE wissenschaftlichen Ausdrücke gibt und die Kinder die Naturwissenschaften ohne Hochchinesisch GAR NICHT lernen können? Die Anhänger des Dalai Lamas müssen auch mit Englisch die modernen Wissenschaften lernen, ist das ein Kulturmord des Westens?
Wenn Sie aber nur an Behauptungen von Dalai Lama glauben und sich verblenden lassen, können Sie gerne tun. Sonst wie können Sie China weiter verteufeln?

ich persönlich finde, alle Medien wissen, was sie gerade machen. Und zwar, China zu zerstören und China keine Chance mehr zu lassen.
Dann haben die westliche Welt, Politiker und Medien, einen schönen Film zusammengespielt, China zu krachen.
Leider hat die chinesische Regierung nicht nach westlichem Drehbuch gespielt, trotzdem machen die Medien und Regierungen enttäuscht und unschämlich weiter wie geplant. Dann kommt Lügen und Lügen.
Bis jetzt können KEINE davon das Bild des Gewalts gegen Tibeter in Tibet zeigen, aber die Regierungen und die Meiden sind ganz sicher, dass Gewalt pasiert ist. Gewalt ist wirklich pasiert, aber es war leider in Lhasa gegen Han- und Hui-chinesen, nur in Nepal gegen Tibeter. Dann müssen die Medien weiter lügen und Bild abscheiden, um ihre Meinungen zu unterstürtzen.
Das ist ja ganz kömisch. Ich bin sehr gespannt, wie man in der Zukunft das sehen wird.
Die Hauptspieler scheinen BBC und CNN zu sein. Eigentlich sind die deutschen Medien viel aktiver und gewaltiger. Ich wüsche allen Mitspieler, viel Erfolg und viel Spaß!

Was wäre, wenn das chinesische Militär in Tibet so vorginge wie
die US-Besatzungstruppen im Irak ?
Einfach ein paar hundertausend "Kollateralschäden" bei der Jagd
nach Terroristen (oder sind die Rebellen in Tibet keine Terroristen ?)
nebenbei verursachen, bis der Blutzoll irgendwann den Widerstands-
willen dämpft und man sich wieder ein Fähnchen "erfolgreich befreit"
an die Landkarte pinnen kann.
Später kann man ja immer noch behaupten, es sei eigentlich nur zu
deren Besten gewesen, und vielleicht gibt's in Tibet doch Massen-
vernichtungswaffen ?

"Diese Diskussion wäre auf einem öffentlichen chinesischen Server unmöglich."
ich bin jetzt im peking und kann ihre Diskussion gut lesen. ohne Proxy.
dank herr Siemons, endlich kann ich etwas anders hoehren vom Europa. tagelang gab es hier und auf anderen deustschen zeitungen nur die gleiche stimme. ja, die andere deutsche online zeitung, kann ich auch ohne proxy lesen.
vielleicht herr korbelik ist besser qualifiziert als die Zensurbeamte der chinesische Regierung.
die mao zeit ist lange her. zensur gibt's doch, aber bitte nicht so ueberteibend wie herr korbelik das angenommen haben.
ich bin keine "Schreiber" , die fuer den Staat arbeiten. und ich kenne auch keinen davon. ich zweifel sehr, ob solche Leute gibt. ich kenne einbisschen deutsch, leider niemand das zahlen, was ich hier geschrieben habe.
war einmal in Tibet, auch in der Provinz Qinghai gewesen, wo auch von Tibeter bewohnt.
habe auch Tibeter moench als freund kennenglernt dort. als ein Han-chineser habe ich keine feindlichkeit dort erfahren. die meisten Tibeter wollen nur besseres Leben, "freie Tibet"? bringt das wirklich etwas besseres?

Eine eigenartige Selbstkasteiung wird in diesem Artikel dem westlichen Mediennutzer zugemutet; es mag ja sein, dass in Zeiten des Internetjournalismus schon mal Nepal mit China verwechselt wird, aber der geübte Beobachter vermag gewöhnlich die Sicherheitskräfte auseinander zuhalten, wenn es auch Tendenzen zur weltweiten Uniformierung der Polizeikräfte gibt (blau, blau blüht der Enzian...). Die hier postulierte Erkenntnis, dass sich der Zorn der Tibeter eher an den Trosshuren und Marketendern als an den chinesischen Besatzungstruppen selbst entladen hat, ist nicht neu und war auch aus Berichten und Bilder zu ersehen. Dies mag zwar nicht nett sein von den Tibetern, aber die meisten Menschen haben nun mal ein Mütchen und keinen Mut und so schied wohl die Möglichkeit aus mit Messen und Knüppeln die Waffenarsenale der Chinesen zu stürmen, um Waffengleichheit mit den Besatzern herzustellen.
Der Konflikt mit China ist aber ohnehin nicht zu vermeiden, da der Westen die heutige Weltordnung bewahren möchte, China aber revisionistische Ziele verfolgt und mit seinen antikolonialen Märchen in die Fußstapfen der Japaner tritt. Die anderen Völker dürften wohl über die Befreiung durch China nicht minder glücklicher sein als es China damals war.

als Mensch, egal mit welcher Idiologie, Religion soll endlich kapieren, was Frieden bedeutet! Diese Welt verändert sich und verschelzt schneller als man dachte.
Steinmayer und Merkel oder andere, die eine Regierung vertreten, nicht nach Peking,
das bringt gar nichts. Das macht die Sache nur noch schlimmer.
Christentum gegen Islam hat die Welt schon so traurig gemacht!
Dalai Lama, toll, jetzt bringen Sie Buddismus auch noch in diese Dreck!
ist es wirklich, was Du willst? Niemand kennt die Geschichte von Tibet , Die Beziehung zwischen China und Tibet zwischen Westen wie Sie!
Ich glaube sogar fest daran, daß Sie gegen Gewalt und für Olypia Spiel in Beijing.
Niemand , keine Regierung auf dieser Welt kann irgend eine Region kommunikativ abzuriegeln! Menschen sind dafür viel zu clever! Man soll auch die Intellengenz der Menschheit selbst nicht beleidigen.
Ich war selbst damals auf Tian-An-Men Platz! damals wollten wir auch nicht anderes, als"China besser zu sein, zwar so schnell wie möglich, gerade weil Herr Deng Xiaoping mit Öffnungspolitik uns dazu gebracht, sich selbst über alles, man man sieht, nachzudenken! 1,3 Milliarde Chinesen haben mit erlebt, wie Lebensstandard verbessert ist. nur das zählt, nicht politiscche Idiologie!

Dieser Artikel muss uns Westlern aber bewusst machen, dass wir uns nur zu gerne die selbstgerechte Brille der Menschenrechte aufsetzen. Nach dem Massaker am Platz des Himmlischen Friedens 1989 hat der Westen weit schwerwiegendere, wirtschaftliche Sanktionen gegen China verhängt, nur um sie wenige Jahre später aus ökonomischen Gründen wieder aufzugeben. Bewirkt haben diese Maßnahmen rein gar nichts, was spätestens mit den Ereignissen in Tibet deutlich wird. Der Westen kann die politische Freiheit in China nicht durch Druck von außen erzwingen, das muß die chinesische Bevölkerung selbst tun. Wie sehr undifferenzierte Kritik ein rally-around-the-flag Phänomen in China auslösen kann, sollte nicht unterschätzt werden. Auf der Ebene der internationalen Politik wird sich nichts ändern, vor allem da bei den Wahlen in Taiwan gerade die Gegner einer schnellen Unabhängigkeit an gestärkt wurden. Ein solcher Schritt hätte wirkliche Folgen für Peking gehabt. So wird nur die vergiftete Atmosphäre zwischen dem Westen und der chinesischen Bevölkerung übrigbleiben, die sich in ihrem Streben nach Selbstbestimmung eben nicht vom Westen unterstützt fühlt.

Sie sollen erstmal studieren, wie Hitler sich im Namen von Deutschlands gegen die ganze
Welt benommen hat! außerdem sollen Sie auch mal studieren,wie RTL sich benommen hat! und Sie sollen auch mal Studieren, wie ist die Teilung von Deutschland entstanden?

Es geht nicht um "Selbstgeißelung" oder um ein "armes, armes China". Im Kern geht es darum, dass wir die Überlegenheit, oder sagen wir vorsichtiger: die globale Angemessenheit unserer Werte nicht einfach nur behaupten können, sondern beweisen müssen - in einem globalisierten Diskurs.
Und dieser Beweis fällt - im Angesicht einer kritischen Weltöffentlichkeit, aber doch auch gemessen an unseren eigenen Maßstäben! - dann sehr schwer, wenn z.B. der Wert "Pressefreiheit" sich konkret darin manifestiert, dass unsere Presse z.B. im Fall der Tibet-Unruhen erwiesenermaßen falsch, einseitig und manipulativ berichtet. Machen wir uns nichts vor: Der selbstkritische Siemons-Artikel, so verdienstvoll er ist - er kommt doch um Tage, ja Wochen zu spät! Was nützt uns denn eine freie (= privatwirtschaftlich organisierte) Presse, wenn sie ihre Fehler immer nur post festum eingesteht - nachdem der Schaden bereits angerichtet ist?

gäbe es heute keine Proteste der Mönche. Bleiben Sie bei der Diskussion bei der Tatsache!

weidlich bedroht nicht nur von mit Messern bewaffneten Tibetern,sondern erneut vom voreingenommenen,medial und amerikanisiert gesteuerten "Westen".
Eine solch "hohe Kultur"Nation muß natürlich darauf bedacht sein,daß jeder erfährt,wie gemein die Tibeter und vor allem ihr Dalai Lama doch sind .
War nicht Mao Tsetung ein Waisenknabe gegen solche Verbrecher ?
Und in Deutschland gedeiht - wie man aus manchem Kommentar ersehen kann- das zarte Pflänzchen namens chinesische Propaganda bestens.
Es hat schon bald die Höhe des Bäumchens namens "uneingeschränkte Toleranz gegenüber China" erreicht.
Ach ja :
Mir sind die USA als Weltmacht bei weitem lieber als die "älteste Kulturnation" China.
Denn als "älteste Kultur"-Nation sollten man sich schon zu benehmen wissen !

Weder objektiv, noch wirklich wahrhaftig ist die Presse bzw. der Journalismus. Jeder von ihnen trägt eine mehr oder minder gefärbte "Brille" im Kopf. Sie sind auch nur Menschen. Löblich diejenigen, die darum (selbstkritisch) wissen und sich zumindest um Objektivität und Wahrheit bemühen.
Noch schwerer wird der Drahtseilakt, wenn es darum geht komplexe Inhalte "portionsgerecht" zu servieren, daß auch der Laie diese Inhalte nachvollziehen und ggf. einordnen kann.

Den Konflikt in Tibet werde ich mal beiseite lassen.
Es ist immer wieder ein Trauspiel in unendlich vielen Akten. Pressefreiheit und Meinungsfreiheit: An diesen beiden Begriffen hängt eine große Last. Die Last der Verantwortung. Meinungsbildend sind Medien die die Masse erreichen und den unterdurchschnittlichen Bürger der Bild und RTL II Fraktion formen und prägen.
Soziologisch werden solche Programme und Printmedien als unterschichten Medien bezeichnet. Was nun, wenn Sender wie ARD und ZDF und renommierte Printmedien genau das selbe tun, und ihre Anhängerschaften vermeintlich ehrliche Berichterstattungen servieren und diese ihnen folgen und vertreten?
Gefakter Journalismus trägt tagtäglich dazu bei, dass neue vermeintliche Feinde entstehen ( z.B. Islam ). Wie sehr hat sich jeder hinreißen lassen, wenn Bush von MVW gesprochen hat? Es wird berichtet das die USA ihren 4000 gefallenen Soldaten gedenkt. Was ist mit den Zigtausenden irakischen ZIVILISTEN die von Soldaten getötet worden sind?
Wie dem auch sei. Professioneller Journalismus muss dazu beitragen, aufzuzeigen wie Menschen fühlen und aus welchen Überzeugungen sie handeln. Ehrlichkeit muss eine PFLICHT sein auch wenn gelogene Schlagzeilen die Quote steigen lässt.

China ist eine alte und faszinierende Kultur. Wir kaufen vieles aus China, die wirtschaftliche Zusammenarbeit wächst. Dank unserer Kaufkraft sind Hunderte Millionen Menschen in China (und Indien) aus der tiefsten Armut raus. Gut.
Aber China ist eine Diktatur. Die tibetische Kultur wird nicht, sie wurde schon vernichtet. Tibeter wollen nur sagen – vergisst uns nicht.
Menschen, die ihre eigenen kulturellen Monumente zerstören (Buddha-Statuen, Bamiyan 2001), sind Barbaren. Wenn Besitz eines Fotos von Dalailama strafbar ist, bitte? Solange „sie“ diese Tatsachen nicht zugeben, ist unsere Pflicht das ihnen zu sagen. „Sie“ werden es zugeben dürfen, wenn sie frei werden. Wir „friedlichen“ Europäer werden auch zurecht an Holocaust, Nationalismus und die zwei Weltkriege erinnert.
Diese Diskussion wäre auf einem öffentlichen chinesischen Server unmöglich.

Herr Mark Siemons hat das Gefuehl und die Mentalitaet der Chinesen sehr sehr gut analysiert. Respekt! Dieses komplexe Gefuehl kann man nicht einfach mit einem Wort „Gehirnwasche” erklaeren. Leider haben viele nicht erkennen: wohlwollende Kritik koennte manchmal Hindernis entstehen lassen, im Tibetfall sowohl fuer die Tibetaner, die mehr Rechte wollen, als auch fuer die Han- und andere Chinesen, die sich schrittweise um eine Reform bemuehen. Und diese Besserwisserei vieler Westler erzeugt nichts anderes als einen Feind, weil da eine Gleichberechtigung als Grundlage des Dialogs fehlt. Die Westler haben uns dazu gefuehrt, Nationalisten zu werden- in der Demuetigunsgeschichte mit Waffen, heute mit Medien! Schade eigentlich.

Ein interessanter Beitrag von Hede Zhou: Selbst wenn der Protest einfach nur ein Protest gegen die Moderne wäre, kann er deshalb ja nicht weniger legitim sein.
Es wäre das gute Recht eines unabhängigen Volkes - oder zumindest eines, mit einer ordentlichen Teilautonomie - das Tempo der jeweiligen Modernisierung selber zu bestimmen. Oder eben auch, sich auf religiöse Traditionen berufen zu können.
Es ist nicht das Problem eines weltfernen Klerus, der um seinen Einfluss fürchtet, sondern das Gefühl der völligen Überfremdung durch Han-Chinesen, die die Einzigen sind, die den grossen Reibach mit dem Touristenziel Tibet machen. Es sind vielmehr die Chinesen, die ihre Kontrolle und ihren Einfluss auf jeden Fall durchsetzen wollen.
Sie können doch auch nicht irgend jemandem Wildfremden in den Garten latschen, eine Softicebude hinstellen, ohne dies vom Bewohner erlauben zu lassen, und dies dann begründen mit: "Ist aber eine ganz Moderne!" - das ist doch lächerlich.

Es tut gut, dass sich im Westen nach tagelangem Chinabashing gemaessigte und der Realitaet naeher stehende Kommentare durchsetzen. Unabhaengig davon wie man die, aus meiner Sicht natuerlich gerechtfertigte Vorgehensweise, einschaetzt, das Chinabashing hilft den Tibetern ueberhaupt nicht.
Nur so am Rande: in Lhasa wurde eine gerade fuer 15 Mill. RMB = 1.5 Mill Euro errichtet; von ihr blieben nur rauchende Truemmer. Dies zeigt, dass der "Protest' auch ein Protest gegen die Moderne ist: einige in Tibet, der klerikale Adel naemlich, verliert durch die Modernisierung an Einfluss. Wollen Sie im Westen wirklich einen Gottesstaat unterstuetzen.
Es taete gut, wenn im Westen gegen diese Tendenzen mal harte Worte fallen wuerden

Mark Siemons hat die Komplexitaet der Beziehung China und der Westen brilliant dargelegt. Es ist tatsaechlich China und der Westen und nicht China und Deutschland oder China und Frankreich. Zielbewusst werden alle Resourcen zum Geld verdienen verfolgt, ob nun in Afrika Bodenschaetze oder das Maid aus den Philipinen, Hauptsache der Gewinn ist gross. Alles ist erlaubt, zeigt man mit dem Finger auf China, fuehlen sie sich ertappt, ueberrumpelt und blamiert und wehren sich mit lahmen Ausreden.

Ich bedanke mich für diesen Artikel, denn es kann nicht sein, dass ein aufgeklärtes Land wie Deutschland bereits seit Wochen nur einen Standpunkt darlegt. Natürlich ist die nicht vorhandene Pressefreiheit in China, besonders in diesen Zeiten, zu kritisieren. Allerdings haben alle Medien bis dato massiv einseitig Informationen präsentiert. Zwar wurde im Fernsehen auch Ausschnitte aus chinesischen Nachrichtensendungen gezeigt, aber stets mit dem "Ermahnen", dass es sich hierbei um zensierte Information handelt. Zwar trifft die Zensur zu, jedoch muss man bedenken, dass tatsächlich Zivilisten in diesem Streit zwischen Tibetern und der chin. Regierung verletzt wurde und deren Existenz, gar in "eigenem Heimatland" kollektiv vernichtet wurde. Es wurden nun einmal nicht nur "Bank of China" demoliert, sondern auch kleine Supermärkte, Restaurants und andere kleine Geschäfte des täglichen Lebens. Ohne Vorankündigung. Auch in unserem Land wäre die Polizei nicht milde mit einer gewaltätigen, unangekündigten Demo angegangen.

moechte man den Chinesen fast Recht geben. In Griechenland gabs Sklaverei, der Grundsatz, dass waehrend der Spiele die Waffen schweigen sollen, hat also Grenzen. Als die Russen in Afghanistan aktiv waren, gabs einen Boycott. Heute sind die Amis im Iraq und die heldenhaften Deutschen mit in Afghanistan. Sicher kann man sagen, dies lasse sich nicht vergleichen, wir waeren die Guten, die Russen seien die Boesen gewesen. Nun hat sich der Graf Lambsdorf den Tibetischen Aufstand ausgedacht. Oder er hat den Dalai Lama darin jedenfalls bestaerkt, wie er neulich im Deutschlandfunk erzaehlte. Wieso soll das denn friedlich sein? Wieso soll ein Boycott friedlich sein? Die Serben werfen uns vor, den Kosovokonflikt erfunden zu haben. Sie haben ganz serioese Mitstreiter. Dennoch gabs gute Gruende fuer die Intervention, eine lange Reihe von serbischen Eingriffen. Und in Tibet? In Wirklichkeit doch wohl eher nicht. Die International Herald Tribune berichtete gestern, die Polizisten in Tibet wuerden um die Demonstranten einen grossen Bogen machen. Die Welt berichtete, die erschossenen Demonstranten haetten doch lediglich mit Messern bewaffnet Polizisten entwaffnen wollen. Was muss denn passieren, dass sich so ein Polizist auch mal verteidigen darf?

Es wäre sicher viel gewonnen, wenn die Chinesen wieder eine freie Berichterstattung aus China zulassen würden.
Bei der Informationsvielfalt, die der freie Westen hat, würden sich dann die wenigen Manipulationen isolieren.
Der freie Westen hätte dann aber eine Grundlage, die Vorgänge in China/Tibet richtig einzuordnen und zu bewerten.
Detlef Stark

Das Problem des Diskurses ist -- nicht nur den Chinesen gegenüber -- dass grundgesetzlich verbriefte Rechte in dem Land, welches sie einfordert, jeden Tag mit Füßen getreten werden. Darum werden bestenfalls Prozesse geführt und -- wie bei der Bespitzelung von Mitarbeitern bei Lidl -- die Datenschützer in die Pflicht genommen. Der konformistische Alltag in Unternehmen, Behörden, Anstalten unterdrückt mehr Meinungen qualifizierter Minderheiten, als sich die hierzulande ungefährdet auftretenden Freunde Tibets vorstellen wollen.
Aber so lange der Leistungssport im Westen genau wie in China und in der untergegangenen DDR als dopinggestützte Geldmaschine und politischer Reputationsautomat funktioniert, haben westliche Politiker wenig Anlass die Nase hoch zu tragen. sie sind deshalb auch vorsichtig mit Boykottdrohungen.

Vielen Dank Herr Siemons,
nach Wochen ignoratanter, ja sogar manipulativer Berichterstattung in allen deutschen Medien, allen voran der "Qualitätsjournalismus" der stark meinungsprägenden Sender ARD und ZDF, ist Ihr Bericht der erste, der die Problematik so beschreibt, wie tatsächlich ist.
Ein Olympiaboykott hätte fatale Folgen. Wir würden alle Chinesen in ihrem Nationalstolz verletzen, auch diejenigen, und das sind nicht wenige, die mit der Politik und Menschenrechtsauffassung der KPCh nicht einverstanden sind. Die Vorwürfe der Chinesen sind berechtigt: Die öffentliche Meinung im Westen ist durch die Berichterstattung manipuliert. Ob da nur Ignoranz dahintersteckt oder ein ideologische Wille, wird im Endeffekt keinen interessieren. Diese "Qualitätsjournalisten" werden uns die Chinesen zu Feinden machen, falls diese unsachliche und polarisierende Berichterstattung nicht bald ein Ende findet.

All denen, die sich zurzeit über Menschenrechtsverletzungen sowie fehlende Demokratie und Pressefreiheit in China erzürnen, sei ein Blick in unsere zukünftige Europäische Verfassung (auch wenn sie offiziell nur Vertrag von Lissabon heißt) empfohlen.
Neben sozialem Kahlschlag, der Entmachtung der nationalen Parlamente (Tschüss Demokratie) werden wir vor allem mit einer Militarisierung der Außen- und Innenpolitik (vielleicht mit dem Kriegsverbrecher Tony Blair als erstem EU-Präsidenten?) beglückt.
Sollten die Menschen in Europa dann irgendwann aus ihren Träumen erwachen und protestieren, hat die Verfassung auch schon vorgesorgt, siehe Aufstands- und Aufruhrbekämpfung. Falls das nicht reicht, kann dann ja die Todesstrafe eingeführt werden.
Für diejenigen die es nicht glauben wollen: „Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden“ (Amtsblatt der Europäischen Union: Vertrag von Lissabon, Erläuterungen zur Charta der Grundrechte, S. 18). Da wir uns mit der neuen Verfassung jederzeit im Krieg oder in unmittelbarer Kriegsgefahr befinden, kann sich jeder selbst unsere Zukunft ausmalen.

...nehmen wir die aktuelle taz (online).
Interview mit einer Dame von Human Rights Watch - große Überschrift "Massaker rechtfertigt Boykott".
Ah ja, denkt der Leser - genau: dieses Massaker da in Tibet, unmenschliche Chinesen, und die wollen auch noch friedlich Olympia feiern. Gut, dass Human Rights Watch jetzt auch zum Boykott aufruft!
Sollte er aber weiterlesen, steht da: WENN es zu einem Massaker wie auf dem Tiananmen-Platz kommen WÜRDE, dann WÄRE ein Boykott wohl gerechtfertigt. (Als Ersatz für aktuell massakrierende Chinesen wird einstweilen die fehlende Presse- und Meinungsfreiheit angemahnt.)
Dieser Überschriften-Redakteur will wohl ein bisschen Bismarck spielen - mit dessen Emser Depesche kann er locker mithalten. Er sollte - im Interesse des Qualitätsjournalismus und, ja, der Pressefreiheit - entlassen werden. Denn die Freiheit der Presse zur Hetze ist nicht das, was ich verteidigen möchte.

China sagt dieses, der 'Westen' sagt jenes, aber was sagen eigentlich die Tibeter? Sie haben die Chinesen schließlich nicht gebeten, ihr Land zu besetzen und immer wieder dort zu randalieren.

Die Sichtweisen sind nun mal äußerst unterschiedlich. Die Chinesen denken noch an die frühere ''Kanonenbootpolitik' des Westens und verbinden damit diffuse Minderwertigkeitsgefühle. Gleichzeitig sieht sich China als eine der ältesten und größten Kulturnationen und fühlt sich schon daher überlegen. Dies verstärkt durch die wachsende weltwirtschaftliche Bedeutung.
Demokratie im westlichen Sinn wird es dort wohl nie geben oder kann man sich hier vorstellen, 5 Millionen Menschen wegen eines Großprojekts (Drei-Schluchten-Staudamm) ohne deren Zustimmung praktisch zwangsweise umzusiedeln? Wohl kaum.
Es gibt eben weltanschauliche Grundsätze, die unvereinbar bleiben. Man kann sich nur bemühen, die jeweils andere Position nachzuvollziehen. Verstehen oder gar akzeptieren ist kaum möglich. Lediglich Toleranz (oder ist es Gleichgültigkeit?) wird geübt, solange eigene Interessen nicht bedroht sind.
Das sind alles uralte psychologische und gesellschaftliche Mechanismen, verbunden mit neuesten technischen Errungenschaften. Schaffung äußerer Feindbilder bei internen Schwierigkeiten war zu allen Zeiten und überall beliebt.
Gruppentheoretisch: Wer schlägt die Brücke zur jeweils anderen Gruppe auf die Gefahr hin, als Verräter zu gelten?

Allein in Peking. Hätte Herr Siemons den gleichen Artikel ohne chinesische Freunde, ohne die Perspektive Fernost geschrieben? Wahrscheinlich nicht. Ein grundsätzliches Problem, und nicht allein in unserem China-Diskurs. Wir glauben die Welt zu kennen, vertreten stets eine Meinung. Dabei, was wissen wir Deutschen außer diffusen Ängsten schon über China, diese älteste bestehende Kultur?
Und so möge für Journalisten wie für Blogger gelten: Verschiedene Meinungen hören, nachdenken, sodann schreiben. Mit Respekt.
Schön zu sehen, dass dies ab und an noch getan wird.
Meinen Respekt, Herr Siemons.

Völlig richtig: Die Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit des Westens bis hin zum prodemokratischen Glauben ans "Ende der Geschichte" gelangt zu sein, ist schwer zu ertragen. Und auch in Deutschland werden von Staats wegen Menschenrechte verletzt und selbst Urteile des EU-Menschenrechtsgerichtshofes nicht umgesetzt. Auch hier ist nicht alles eitel, obwohl vieles gut ist.
Trotzdem brauchen sich die Chinesen nicht zu wundern. Im Grunde ist Tibet besetzt und tibetanische Kultur und Eigenständigkeit werden massiv und eben unrechtmäßig unterdrückt. Wenn jahrzehntelange Unterdrücker dann Gegengewalt erfahren, dann braucht man sich von chinesischer Seite zumindest nicht zu wundern, daß Entrüstung ausbleibt und auch die Wahrnehmung zunächst etwas verschoben sein kann. Daß auch die westlichen Medien Fehler machen und sowohl unbewußt wie bewußt manipulieren ist bekannt und unbestreitbar, allerdings keineswegs mit der Hegemonie wie die direkt staatliche Presse zum Beispiel in den Parteidiktaturen.
Allerdings tut sich ja auch nicht nur China mit der Anerkennung Tibets schwer und Sezessionen bekämpfen auch demokratische Staaten zu Unrecht immer wieder und grundsätzlich.

"Ich gebe zu, daß ich heute zum ersten Mal höre, wie brutal angeblich Tibeter gegen Chinesen vorgehen, und erkenne damit, wie abhängig ich von den Informationen aus der Presse bin."
Ach, es ist deprimierend. Denn Fakt ist, dass all diese Infos - auch - der deutschen Presse zu entnehmen waren. Allerdings musste man unsere Zeitungen so spitzfindig lesen wie früher die Prawda seligen Angedenkens.
Der Normalfall ging so: Großes Foto, auf dem behelmte Soldaten gegen Zivilisten stehen, dazu eine Überschrift "Blutige Unruhen in Tibet" o.ä. Alles klar: Wer da Blut vergoss - das konnten natürlich nur die schwerbewaffneten Chinesen gewesen sein.
Wer doch noch etwas genauer in den Text schauen wollte, musste erhebliche analytische Arbeit leisten. Was war nur interessierte Propaganda, was genau basierte auf Augenzeugenberichten? Und auch bei denen war akribische Lektüre unumgänglich: Ein aufschlussreicher taz-Bericht von Blume hebt an mit einer "verzweifelten jungen Frau", die die Regierung anklagt. Ach, die arme Tibeterin, denkt der Leser, und nur wenn er ein paar Sätze weiterliest, merkt er, dass hier eine Chinesin zitiert wird, die ihrer Regierung vorwirft, sie nicht ausreichend vor dem tibetischen Mob geschützt zu haben...

Von welchem der vielen "universellen" Werte spricht der Autor explizit? Unsere so definierten "Menschenrechte" im Sinne individueller Entfaltungsrechte mögen ein universeller Wert sein, universell (und natürlich) ist auch das Recht des Erhalts der überindividuellen, natürlichen oder sozialen Gattung in Form eines Staatsgebildes. Unser Ideal ist der Konsens zwischen Individualrechten und Gemeinschaftsrechten. Und um diesen Konsens zu entwickeln und eingermaßen stabil zu erhalten bedurfte es hier in Deutschland viele Jahrzehnte (siehe gestern "Joschka - eine Karriere").
Natürlich sind wir westlichen Menschen "hirngewaschen" - auch für uns gibt es nur die eigene, nichthinterfragbare Lebenswelt, in die wir hineingeboren wurden. Weshalb sonst diese hyperemotionalen Reaktionen? Auch Journalisten sind Menschen.