Die Ikonographie des politisierten Athleten: Tommie Smith und John Carlos

Olympia

Die Doppelmoral der politischen Spiele

Wäre die Austragung der Olympischen Spiele ganz von politischen Konjunkturen abhängig, hätten sie seit ihrer Wiederbegründung 1896 wohl selten stattgefunden. Die Vergangenheit zeigt, wie olympisches Wunschdenken an der Realität zerbricht. Von Jörg Hahn

Lesermeinungen zum Beitrag

01. April 2008 15:56

Ausschluß bringt gar nichts ...

Hans Wurzer (heinz57)

Ein Auschluß bringt die Sportler um ihre Früchte und ihre Erlebnisse. Noch nie hat die Mächtigen eine Protestnote oder eine ähnliche Aktion dazu bewegt, ihre Einstellung und ihre Dogmen im Kopf zu ändern. Politik = Machtausübung und die kennt nur Interessen, Menschen bzw. Menschensschicksale sind ihnen völlig egal. Das zeigt unsere gesamte aufgezeichnete Geschickte bis zum heutigen Tag. Viel Geld ist Macht und umgekehrt. Das einzige, was etwas bewirken kann ist eine gemeinsame konzertierte Aktion der Sportler und Funktionäre, daß sie vor Ort beim aktuellen Geschehen den Mut besitzen, Protestplakate oder -fahnen emporzuheben, wenn alle Kameras darauf gerichtet sind und die Akteure nicht abtransportierbar sind (z.B. Medaillenehrung). Die ganze Welt sieht das dann, wobei es egal ist, daß im chines. TV das ausgeblendet wird. Die Wirkung, wiederholt gemacht, wird jedoch verheerend für China sein ... Aber ich glaub nicht, daß die den Mumm aufbringen

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
29. März 2008 16:26

Ausschluß kriegstreibender Staaten von den Olympischen Spielen

Günter Pfisterer (Guepfer)

Mir mag sich ganz und gar nicht erschließen, warum der Artikelschreiber die Aussage von Herrn Bach, daß die USA einen völkerrechtswidrigen Krieg führen, gegen die Menschenrechte verstoßen, indem sie auf der ganzen Welt foltern oder foltern lassen,
glaubt, als "polemisch" bezeichnen zu müssen.
Bezüglich eines Olympiaboykotts müßte man sich auch einmal fragen, ob kriegsführende Staaten wie die USA, Großbritannienm Frankreich, Deutschland und andere "willige Killerstaaten" nicht von den Spielen, die ja bekanntlich der Förderung des Weltfriedens dienen sollen, ausgeschlossen werden sollten.
Zur Zeit der Antike herrschte während der Spiele Friedenspflicht zwischen den teilnehmenden Staaten. Davon sind wir heute meilenweit entfernt!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
28. März 2008 14:48

Doppelmoral der sich selbst so nennenden politisch Korrekten

Wolfgang Kaiser (WolfgangKaiser)

Wieso diskutieren wir hier über einen möglichen Boykott der Spiele im fernen China wegen Menschenrechtsverletzungen, geben uns aber in diesem Forum damit zufrieden, dass noch nicht einmal eine DISKUSSION über den Wilders-Film zugelassen wird, der lediglich unzweifelhafte Tatsachen darstellt?
Kein Aufstand der "Anständigen" - arme Moral ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
28. März 2008 13:19

Ein guter Beitrag nur fehlt die Konsequenz

Wolfgang Faßbender (Orwell84)

was die sogen. veröffentlichte Meinung zu dem Thema vorschlagen würde.
Ich bin mir sicher das man die Athleten nicht bestrafen sollte mit einem Boykott, sondern es sollten sich die Funktionäre und die Politiker aus China fernhalten zum Zeitpunkt der Olympischen Sommerspiel in China. Das wäre ein große Geeste und sicherlich auch das richtige Augenmaß zur Beziehung zu China. Dann kann sich keiner der Großn in China mit einem Funktonär oder einem Politiker vor der kamera sehen lassen, was viel mehr bewirken würde als alles andere. Und wenn dann auch noch die Sportler viele Medailen holen, die nicht an China gehen, dann wäre dies noch eindrucksvoller als jeder Protest. Was die Sportler dann vor ort machen sollte Ihnen überlassen sein, denn viele haben nur einmal das Glück und die Gelegenheit bei einer Olympia Großveranstaltung auf dem Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn zu sein. Hier zählt dann auch, wie in der Politik, jeder ist nur seinem Gewissen gegenüber verantwortlich.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
28. März 2008 12:24

Doppelmoral als Rechfertigung?

Holger Timm (holgerwhv)

Die chinesische Regierung hat ganz offensichtlich ihre Zusagen hinsichtlich der Menschenrechtssituation nicht eingehalten. Damit gehören die Spiele nicht boykottiert, sondern abgesagt.
Natürlich ist nicht zu erwarten, dass die Chinesen dann plötzlich Ihre Politik ändern, aber es wäre ein Zeichen, das vielleicht sogar chinesische Betonköpfe zum Nachdenken bringt.
Der ständige Vergleich mit misslungenen Boykotten vernachlässigt die Wirkung eines nicht durchgeführten Boykotts: Peking 2008 wird, wenn es stattfindet, eine Fortsetzung von Berlin 1936 - nur noch perfekter inszeniert.
Die Argumentation der deutschen Sportfunktionäre finde ich zynisch: Da sollen doch Sportler auf ihre Medaille verzichten, nur um mitzuhelfen, ein paar Tibeter vor Tod und/oder Folter zu bewahren. Das kann man doch nun wirklich nicht verlangen!
Eine solche Argumentation treibt mir die Tränen in die Augen, allerdings nicht des Mitleids, sondern der Wut.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
28. März 2008 09:50

Ein sehr guter Beitrag

Angelika Fritz (MyDocAngel)

Gratulation!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 6 von 6 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche