Ein Talkmaster mit Durchblick, mit dem Gespür für gezieltes Nachfragen, für echte Anliegen der Leute, für Beweggründe und Hintergründe von Politikern etc. ist nicht gefragt und schon gar nicht erwünscht. Alles was in den Vordergrund rückt sind Oberflächlichkeiten, Selbstdarstellungen und Aussagen die man sofort wieder vergessen kann. So gesehen war Sabine Christiansen eine gute Wahl.
Es ist gleichsam schade wie bendeklich, daß der Bundespräsident sich zum Empfang einer zwar medienpräsenten, aber letztlich doch mittelmässigen Journalistin und Fernseh-Moderatorin überhaupt hergibt.
Dieser zudem noch eine quasi-Laudatio angedeihen zu lassen legt die Schlussfolgerung nahe, dass sich nun selbst der Bundespräsident dem Diktat der Quoten- und Klatschgesellschft erliegt.
Volksnähe hin oder her: nicht nur wegen der sog. Würde des Amtes, sondern bereits das ureigene Interesse, den Respekt der Öffentlichkeit vor der eigenen Persönlichkeit und der so häufig bewiesenen Bildung und Intelligenz nicht ohne Not auf´s Spiel zu setzen, sollten den Bundespräsident davon abhalten, sich dem vermeintlich Populären anzubiedern.
Es verwundert doch sehr, dass offenbar keiner der Referenten im Präsidialamt Herrn Köhler von einer so gearteten Nähe zu Frau C. abgehalten hat.
Herrn Köhler dürfte dies am Ende m.E. mehr schaden als nutzen.
St. Heinrich
53115 Bonn
Die Meinung ist einhellig: endlich Schluß mit C!
Aber ist dies letztlich nicht ein Versagen des öffentlich-rechtlichen Systems?
Genau - weshalb kein Frank Plasberg um 20:15 oder eine Bettina Böttiger? Diese Leute würdem dem öffentlich-rechtlichen Auftrag gerecht. Nicht eine Schleichwerbung betreibende, ajournalistische Frau C!
Gott sei Dank werden einige Sendungen bei den privaten Anbieter immer besser! Allerdings stellt sich dann die Frage:
wozu ein öffentlich-rechtliches Rundfunk- und Fernsehsystem? Es schielt inzwischen mehr nach Quote und bringt ein schlechteres Programm als die Privaten - also weg damit und über sieben Milliarden an Subventionen gespart.
Sabine Christiansen hat mit der Einladung Horst Köhlers historisches Gespühr bewiesen. Waren sie doch beide Herolde einer schwarzgelben Politik, die es seit 9 Jahren nicht mehr gibt, und die es, das wissen beide, in einem 5-Parteien-System auf mittlere Sicht strukturell nicht mehr geben wird. Somit beendet Sabine Christiansen mit vorbildlicher Konsequenz ihre Sendung, mögen Angela Merkel und Guido Westerwelle dies noch so bedauern.Ob Horst Köhlers neue Begeisterung für eine Volkswahl des Bundespräsidenten,nachdem er bislang auch immer die angeblich schlechten Erfahrungen von Weimar mit seinen Plebisziten bemühte, wohl ihre Ursache in der weitsichtigen Betrachtung der Zusammensetzung der Bundesversammlung des Jahres 2009 hat?
Ist doch echt komisch: da hört eine von den vielen Sprechblasen-Sendungen auf und alle Nörgeln rum, als wenn es was besseres als Christiansen gegeben habe. Dabei war Christiansen derselbe Horror wie all die anderen Laufstege für die Westerwelles, Becks, Merkels, Schröders und Co und so. Nur einer war besser: der Bullterrier des Smalltalk, Michel Friedmann. Aber der hat ja blöderwiese gekokst, um die Schlagzahl beibehalten zu können.
Wie wärs mir Henryk Broder als Talkshow Host? Am besten zusammen mit Friedmann. Da würde ich mir glatt wieder einen Fernseher kaufen...
... ja, was soll er sich nur anschauen, nach dem Tatort und bevor das Sexprogramm beginnt? Offenbar hat wohl niemand einen Ausschalter und muß sich notgedrungen das "Putzfrauen-Palaver" anhören. So ein Pech aber auch. Aber die FAZ hat wieder einmal mehr guten Journalismus geliefert!
Ehrlicher wäre es, wenn man geschrieben hätte, dass Jauch nicht rein wollte anstatt durfte, das wäre Selbstironie.
Ansonsten, anfangs war Christiansen ein Novum, das seine Berechtigung hatte, man sah "Politiker" nun in einer Talkshow.
Irgendwo hätte sich die Moderatorin weiterentwickeln sollen, hätte die Entwicklung von Talkshows vorantreiben müssen. Sie hat es nicht, sie wurde links und rechts von Maischbergers, hartaberfair, etc überholt.
Zudem, mit zunehmenden Alter der Sendung, zeigte sich, dass sie nicht einmal dem Format an sich gewachsen ist, eigentlich nie qualifiziert war.
Christiansen war immer ein schlechter kompromiss zwischen reden lassen a la King und investigativen Fragejournalismus. Heraus kam viel verschenwendete Zeit über vielleicht 7 von 10 Jahren.
Die Sendung hat funktioniert: Für Frau Christiansen, sie ist dabei eine reiche Frau geworden.
Christiansen ist Vergangenheit. Kein Grund zur Trauer. Wenn man glaubt, man sei eine Institution, wird es Zeit zu gehen.
Hallo!
Ob Kerner, Beckmann oder Christiansen, sind wir in unserm Land eigentlich alle gaga? Und jetzt als Höhepunkt wieder mal unser aller Hochwürden, Herr Fliege!! Der Mann mit dem scheinheiligsten Gesicht der ganzen Pfarre. Das schiesst dem lebenszeitfressenden TV-Larifari doch wahrlich das Fass ins Gesicht! Um mal mit der komplett nichtsgesagthabenden Christiansen zu argumentieren: "Na denn Prost!".
Mein Vorschlag für die EM 2008: Fliege und Kerner kommentieren aus der Schweiz, Christiansen und Beckmann aus Österreich.
Gute Nacht und Gruss,
Charlotte Zengler