Zum Tod von Alexander Solschenizyn

Der Prophet im Rad der Geschichte

Von Ralph Dutli

Alexander Solschenizyn, 1918-2008

Alexander Solschenizyn, 1918-2008

04. August 2008 Es war einmal Mode, ihn in einem Atemzug mit Tolstoj und Dostojewskij zu nennen. Und seine ganze Statur hatte etwas Anachronistisches: Eine solche Figur schien ins neunzehnte Jahrhundert zu passen, in die Zeit der Giganten, die auf fast groteske Weise der geographischen Größe Russlands entsprechen wollten. Dass in unserer Zeit noch einmal ein Schriftsteller mit dem Anspruch eines Propheten auftauchen sollte, erfüllte viele mit Staunen oder Befremden. Schon ikonographisch schien Alexander Solschenizyn an die Vorbilder anknüpfen zu wollen: dieses bärtige, zerfurchte Gesicht eines an Russland und für Russland leidenden Propheten.

Ein unerbittlicher Streiter für Menschenrechte und Menschenwürde, gegen Zensur und Unrechtsregime ist am späten Sonntagabend im Alter von neunundachtzig Jahren in seinem Haus in Moskau gestorben, ein in der Spätzeit höchst umstrittener Denker des Russentums und ein großer Repräsentant der russischen Literatur, wenn auch erklärtermaßen nicht von der Sorte der ästhetischen Neuerer. Das Klischee der politischen „Unwirksamkeit“ literarischer Texte schien er in den sechziger und siebziger Jahren wie selbstverständlich Lügen zu strafen. Sein geistiger Anteil am Einsturz des sowjetischen Totalitarismus und damit an den Umwälzungen in Osteuropa darf nicht zu klein veranschlagt werden. Auch in den ehemaligen Satellitenstaaten wurde er unter Dissidenten früh als ein Hoffnung säender Ermutiger aufgenommen, und die Staatssicherheitsorgane hatten allen Grund, das von Solschenizyn gegebene „schlechte Beispiel“ zu fürchten. Der Imperativ seines Aufrufs von 1974, „Lebt nicht mit der Lüge!“, klang wie ein Signal für ganz Osteuropa.

Ein Buch wie eine Bombe

Auch die Figur eines Einzelnen im Kampf gegen ein totalitäres Imperium ist anachronistisch und unglaublich: Zu aussichtslos schien der Kampf gegen eine in Jahrzehnten erprobte Repressions- und Tötungsmaschinerie, der es so leicht fiel, jeden Anschein von Opposition im Keim zu ersticken. Im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist Solschenizyn vor allem als Autor des in Dutzende von Sprachen übersetzten, in Millionenauflagen verbreiteten, dreibändigen dokumentarisch-literarischen Enthüllungswerkes „Der Archipel GULag“, das nicht nur das sowjetische Straflagersystem seit 1918 in seinen monströsen Ausmaßen und in seiner Brutalität dokumentierte, sondern auch die kriminellen Fundamente des Sowjetsystems enthüllte.

Der erste Band erschien 1973 in Paris und schlug ein wie eine Bombe. Solschenizyn war schon vorher der hartnäckigste Dissident und wichtigste Staatsfeind, dem der Literaturnobelpreis 1970 aber einen gewissen Schutz verlieh. Jetzt mussten Breschnew und seine Altmännerriege handeln.

Privilegierte Hölle

Der am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk im Kaukasus geborene Alexander Solschenizyn studierte in Rostow am Don zunächst Mathematik und Physik und wurde 1941, kurz nach Kriegsbeginn, zur Armee eingezogen, wo er bis 1945 als Frontkämpfer im Einsatz war. Im Juli 1945 wurde er wegen kritischer brieflicher Äußerungen zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt, die er zum Teil in einem Sondergefängnis für hochqualifizierte, mit technischen Spezialforschungen beauftragte Wissenschaftler verbrachte. Die Erfahrungen dieser im Vergleich zu den Straflagern „privilegierten Hölle“ sollten später in seinem Roman „Der erste Kreis der Hölle“, der zwischen 1955 und 1964 entstand und 1968 im Westen publiziert wurde, ihren Ausdruck finden.

Nach Ablauf seiner Lagerhaft 1953 war Solschenizyn entsprechend den Gepflogenheiten des sowjetischen Rechtssystems als Zusatzstrafe zu „ewiger Verbannung“ (so die Formel) in Kasachstan verurteilt. Aufgrund einer Krebserkrankung verbrachte Solschenizyn einige Zeit in einem Krankenhaus im asiatischen Teil der Sowjetunion - auch dies eine autobiographische Folie für ein Romanwerk: „Krebsstation“, 1963-1966 entstanden, 1968 im Westen publiziert. Der persönliche Kampf gegen die Krankheit verband sich bald mit dem Kampf gegen die Krebsgeschwüre der Gesellschaft, des politischen Systems. In die Schlussphase seiner Lagerhaft, vor allem aber in die Zeit der Krankheit und der Genesung vom Krebs datierte Solschenizyn selber seine Rückkehr zum christlichen Glauben, zur russischen Orthodoxie. Auch sein ethisch-moralischer Rigorismus dürfte aus den Jahren der Lagerhaft und der schweren Krankheit stammen, als der geistige Halt an der Religion sich als hilfreich erwies.

Ohne Aufschrei und Anklage

Nach Chruschtschows Enthüllungen von Stalins Verbrechen auf dem 20. Parteitag 1956 kam auch Solschenizyn in den Genuss einer Rehabilitierung, die seine Übersiedlung nach Rjasan möglich machte und ein bescheidenes, die schriftstellerische Tätigkeit erlaubendes Lehrerdasein. Eine Sensation riss ihn aus dem stillen Leben in der Provinz: Mit ausdrücklicher Genehmigung Chruschtschows erschien 1962 sein Kurzroman „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ in der Zeitschrift „Nowyj Mir“ und löste gewaltiges Aufsehen aus. Es war nicht nur der Beginn der so genannten Lagerliteratur, sondern ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit in der Sowjetunion. Gerade die Ferne von Aufschrei und Anklage machte seine besondere künstlerische Qualität aus: Geschildert wird ein ganz gewöhnlicher, im Grunde recht gut verlaufender Tag eines ganz gewöhnlichen Straflagerinsassen, das unauffällige, kluge Bemühen des Zimmermanns Schuchow um das Überleben.

Doch schon die unpathetische Schilderung eines Millionen von Sowjetbürgern betreffenden Schicksals war dogmatischen Stalinisten zuviel. Das dem Parteitag entsprungene „Tauwetter“ war längst in Frage gestellt, der Weg in die erneute Vereisung bereits beschritten, als Chruschtschow im Oktober 1964 abgesetzt wurde. Im Jahr 1966 erschien zum letzten Mal eine Erzählung Solschenizyns in der Sowjetunion. Doch der Autor war nicht von der Art, die klein beigab. Mit seinem schonungslos offenen, die Abschaffung der Zensur fordernden Brief an den 4. Schriftstellerkongress im Mai 1967 gab er sein Profil klar zu erkennen. Schon im Jahr darauf erschienen, nachdem sie im Untergrund des „Samisdat“ zirkuliert hatten, in Paris und London seine beiden Romane „Der erste Kreis der Hölle“ und „Krebsstation“ und knüpften an die Tradition des „Tamisdat“ an, die im Westen bewerkstelligte Publikation von in der Sowjetunion unterdrückter Literatur (Präzedenzfall war Pasternaks 1957 in Mailand erschienener „Doktor Schiwago“).

Geistiger Schutz durch die Weltöffentlichkeit

Was wie eine Waghalsigkeit erscheinen musste, war im Grunde eine Lebensversicherung, ein letztlich aufgehendes Kalkül: Wer im Westen und damit in der ganzen Welt bekannt war, konnte in der sowjetischen Zermürbungsmaschinerie nicht sang- und klanglos verschwinden. Der Nobelpreis für Solschenizyn 1970 bekräftigte genau dasselbe Prinzip des geistigen Schutzes durch die Weltöffentlichkeit, und das um Ansehen bemühte fortschrittlichste System der Welt konnte es sich nicht mehr leisten, einen weltberühmten Schriftsteller erneut zu inhaftieren oder nach Sibirien zu verschicken. Umso größer war die Gereiztheit der Machthaber - was sich in der 1994 publizierten KGB-Akte Solschenizyns und den Geheimdokumenten des Politbüros der KPdSU nachlesen lässt (F.A.Z. vom 28. Januar 1995).

Zu einer weiteren Eskalation kam es, als der KGB Witterung von einem mehrbändigen Enthüllungswerk zum sowjetischen Lagersystem aufnahm. Solschenizyn hatte dafür seit 1958 recherchiert, zurückgekehrte Häftlinge befragt oder befragen lassen, eins um andere die Mosaiksteine zu dem erschütternden Gesamtbild des „Archipel GULag“ vereint. Konspirativ arbeitend, auf eine stattliche Anzahl von Helfern zählend, die seine Archive und Manuskripte kopierten, transportierten und versteckten, avancierte Solschenizyn zum wichtigsten Staatsfeind. Als trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dem KGB im August 1973 ein Manuskript des „Archipel GULag“ in die Hände fiel, gab Solschenizyn das Signal zur Publikation im Westen: Der gesamte „Archipel“ war längst nach Paris geschmuggelt worden und wurde nun bis 1975 bei YMCA-Press vollständig ediert.

Moralischer Rigorist

Der „Verleumder der Sowjetunion“ war damit für den Sowjetstaat untragbar geworden. Er wurde, nachdem Willy Brandt erklärt hatte, Solschenizyn könne in der Bundesrepublik leben und arbeiten, am 13. Februar 1974 in ein Flugzeug gesetzt und ausgewiesen. Nach einem kurzen Aufenthalt bei seinem Freund Heinrich Böll und einem Zwischen-Exil in Zürich, wo er sich vom KGB bedrängt fühlte, folgte 1976 die Übersiedlung in die Vereinigten Staaten, nach Cavendish, Vermont, wo er achtzehn Jahre bleiben sollte, bis zu seiner Rückkehr nach Russland im Mai 1994.

Im amerikanischen Exil entfaltete Solschenizyn eine rege Tätigkeit als politischer Publizist und Redner, der so manchen Zuhörer zu brüskieren vermochte. Er wollte nicht als simples Instrument des Kalten Krieges eingespannt werden, sondern kritisierte offen und manchmal takt- und verständnislos die auf dem Meinungspluralismus beruhenden westlichen Demokratien, die vom Standpunkt seines moralischen Rigorismus in guter slawophiler Tradition als „dekadent“ und „materialistisch“ abgekanzelt wurden. Der Starrsinn, der Bedingung gewesen war für seinen erfolgreichen Kampf gegen den Sowjetkoloss, wurde ihm im wendigen, wetterwendischen westlichen Milieu zum Hindernis. Mit seinen Bekenntnissen zu Moral und Geistigkeit des Russentums schien er sich als später Vertreter des russischen Messianismus zu erkennen zu geben und verärgerte damit viele westliche Intellektuelle.

Von Fakten überschwemmt

Die Erfolglosigkeit seiner politischen Publizistik oder deren Anfälligkeit für Missverständnisse ließ ihn in seiner amerikanischen Abgeschiedenheit noch intensiver an jenem Werk arbeiten, das er als sein wichtigstes betrachtete. Der vielbändige Romanzyklus „Das rote Rad“ sollte die Vorgeschichte des Oktoberumsturzes von 1917, dieses „unglücklichsten Ereignisses“ der russischen Geschichte, darstellen. Daneben nahm sich Tolstois „Krieg und Frieden“ als zierliche Miniatur aus. Diverse Kritiker wandten ein, dass sich der Autor nicht nur politisch, sondern in seinen Romanwerken nun auch künstlerisch verrannt habe. Es war ein Breitwand-Panorama mit Hunderten von Personen und Schauplätzen und ein zutiefst hybrides Werk, ein merkwürdiger Zwitter zwischen Historiographie und Roman.

In der Sowjetunion hatte der Autor jedem seltenen verlässlichen Dokument hinterherlaufen müssen, nun stieß er in Amerika - etwa in Stanford, in der Kerenski-Bibliothek des Hoover-Towers - auf Dokumente in Hülle und Fülle und befand sich dank dieser neuen Möglichkeiten in einem Rausch der Fakten, was der delikaten Ökonomie von Kunstwerken nicht guttun konnte. Zwar versprach Solschenizyn, mit einer Vielzahl von Gestalten die möglichen Blickpunkte auf das Geschehen zu vermehren; doch machte es ihm sichtlich Mühe, von seiner belehrenden Tendenz Abschied zu nehmen.

Glaube an die Macht des Einzelnen

Viele seiner Figuren waren dazu verurteilt, sterile Thesenträger oder hilflose Karikaturen zu sein. Solschenizyn glaubte an das Gewicht der Einzelpersönlichkeit in der Geschichte: Sein Held war der energische Ministerpräsident und Agrarreformer Stolypin, der 1911 ermordet wurde. Das gesamte „Rote Rad“ wurde nicht nur als ein Monumentalfresko aufgenommen, sondern auch als der Roman eines monumentalen Scheiterns des Autors. Der Untergang der Sowjetunion verhalf dem Unternehmen nicht zu mehr Aktualität, denn das „Grundübel“ des Oktoberputsches schien damit von der Geschichte selber - wenn auch spät und all die Menschenopfer nicht vergessen machend - „korrigiert“ zu werden.

Im Juli 1991 ließ Solschenizyn in der Pariser Emigrantenzeitung „La Pensée russe“ verlauten, dass er sein ursprünglich auf zwanzig Bände geplantes Unternehmen abbreche. Das Material hatte in seiner erdrückenden Fülle gesiegt. „Außerdem“, erklärte er damals, „zwingen mich der Umfang des bereits Geschriebenen und mein Alter, diese Freske zu unterbrechen.“ Eine merkwürdige Äußerung: Als ob der Autor der „Krebsstation“, ein dem Krebs und den Fängen eines totalitären Unrechtsregimes entronnener Willensmensch, im Rausch des in den Geschichtsfakten Wühlenden nie mehr über Kürze und Gefährdung des Menschenlebens nachgedacht hätte.

Ein Mann des 19. Jahrhunderts

Gerade die Bescheidung und Beschränkung auf eine isolierte Umgebung oder eine kurze Zeitspanne war einst Solschenizyns schriftstellerische Stärke gewesen: das Sondergefängnis für eine Handvoll Wissenschaftler im „ersten Kreis der Hölle“; der isolierte Flügel eines Krankenhauses in der „Krebsstation“; die abgeschlossene Welt des Straflagers aus dem Blickwinkel des einen Insassen Iwan Denissowitsch Schuchow während eines einzigen Tages. Die Darstellung des unspektakulären Daseins einer alten Frau in der 1963 erschienenen Erzählung „Matrjonas Hof“ machte aus diesen paar Seiten ein bewegendes Stück Literatur. Man braucht kein besonders inspiriertes Orakel zu sein, um vorauszusagen, dass diese Werke, neben dem Jahrhundertdokument des „Archipel GULag“, Bestand haben werden.

Nicht nur ideell, auch künstlerisch waren seine Werke tief im neunzehnten Jahrhundert verwurzelt. Mit Tolstojscher Kunstfeindlichkeit äußerte sich Solschenizyn wiederholt abfällig über die Leistungen der russischen Moderne. Die Extreme der Avantgarde der zehner und zwanziger Jahre hielt er für den Irrsinn fehlgeleiteter gottloser Geister und belegte die gesamte künstlerische Moderne mit einem Generalverdacht. Für diverse Intellektuelle desavouierte sich Solschenizyn endgültig, als er im Jahr 2000 in einem Essay den reichlich läppischen Versuch unternahm, den damals seit vier Jahren toten Dichter und Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky mit anti-modernen Klischees und Verdächtigungen als kalt, zynisch und schockierend, als haltlos „verwestlicht“, gottfern und menschenfeindlich aus der „vaterländischen“ russischen Poesie zu verbannen.

Beschädigter Ruhm

Diese Verdikte hätten zu einem anderen Zeitpunkt von einem Breschnewschen Funktionär geäußert werden können. Schlimmer noch: Sie erinnerten an unselige stalinistische Kampagnen gegen „Wurzellose“ und „Kosmopoliten“ (sprich: Juden). Auch mit seinem Doppelband „Zweihundert Jahre gemeinsam. Die russisch-jüdische Geschichte 1795-1916“ aus dem Jahre 2001, das manche Kritiker mit guten Argumenten als antisemitisches Tendenzwerk ansahen, beschädigte er seinen eigenen Ruhm des Historiographen und der moralischen Instanz empfindlich.

Immerhin sorgte dieses Werk noch einmal für großes Aufsehen, denn seit seiner Rückkehr nach Russland war es still um den einstigen Menschenrechtskämpfer geworden. Schon die als Heimkehr des Propheten inszenierte Fahrt von Magadan und Wladiwostok nach Moskau hatte damals nicht jene Resonanz gefunden, die sich der bärtige alte Mann erhofft hatte. Jenes Russland war bereits das große Durcheinander von Steinzeitkapitalismus, Mafiablüte und Parteiengezänk und weiter denn je entfernt von dem, was sich Solschenizyn unter „moralischer Erneuerung“ vorstellte - welch ein Gegensatz zum sowjetischen Russland seiner traurigen Glanzzeit als Dissident, als Gut und Böse so klar unterscheidbar vor seinen Augen lagen.

Von der Geschichte überrollt

Immer wieder verrannte sich der Prophet jetzt in Widersprüche: Jelzin forderte er zum Rückzug aus Tschetschenien auf, den neuen Kremlherrn Putin jedoch, den Verantwortlichen für den mörderischen zweiten Tschetschenien-Krieg, bestärkte er im propagandistischen Vokabular und forderte die „Todesstrafe für tschetschenische Terroristen“. Mit Putin, der versprach, Russlands Demütigungen zu reparieren, schien sich ohnehin eine Verständigung abzuzeichnen. Der Ex-Dissident und der Ex-Geheimdienstler setzten sich, mit gegenseitigem Wohlgefallen, an einen gemeinsamen Tisch, um über das Schicksal und die Größe Russlands nachzudenken. Auch die russische Geschichte kennt ihren eigenen Surrealismus.

Man hätte ihm den ruhigen Schlaf des Iwan Denissowitsch wünschen mögen, dem an jenem einen Tag im Januar 1951 so gar nichts schiefging. Er war nicht im Bunker gelandet. Seine Brigade hatte nicht zur Baustelle „Sozgorod“ ausrücken müssen. Mittags hatte er sich einen Extraschlag Brei organisiert. Und die Krankheit? Auch die war vorüber. „Nichts war an diesem Tag schiefgegangen. Fast ein Glückstag.“

Der Essayist, Lyriker und Übersetzer Ralph Dutli ist Herausgeber der Ossip-Mandelstam-Gesamtausgabe im Ammann Verlag und Autor der Mandelstam-Biographie „Meine Zeit, mein Tier“.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa

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