06. Februar 2004 Den deutschen Titel darf man wörtlich nehmen: "Something's Gotta Give" hat alles, was das Herz bei einer Hollywoodkomödie begehrt. Der Film ist wahnsinnig lustig, überraschend traurig und hoffnungslos romantisch; das Buch ist so pfiffig geschrieben, daß man sich fragt, warum das eigentlich nur die Amerikaner so hinkriegen, und die Besetzung so großartig, daß man im selben Moment schon wieder weiß, warum so ein Film nur aus Amerika kommen kann.
Weil er mit der Ausstrahlung seiner Stars rechnet, mit all jenen Filmerfahrungen, welche die Zuschauer mit Jack Nicholson und Diane Keaton gemacht haben, und mit der Kinoweisheit, daß im nächsten Moment wieder alle Erfahrungen über den Haufen geworfen werden können. Daß man sich in "Something's Gotta Give" wohl fühlt, ist keine geringe Qualität.
Herzanfall des Begehrens
Zumal dieser Wohlfühlfilm von Nancy Myers es schafft, weder seine Figuren noch die Zuschauer für dumm zu verkaufen. Die Prämisse ist denkbar einfach: Jack Nicholson ist ein Musikproduzent, der sich mit einer seiner zahllosen jungen Geliebten (Amanda Peet) im Wochenendhaus ihrer Eltern vergnügen will, wo aber überraschend ihre Mutter (Diane Keaton) und deren Freundin (Frances McDormand) auftauchen.
Die peinliche Situation gipfelt in einem Herzanfall, der Nicholson für einige Zeit ans Haus und vor allem an Diane Keaton fesselt - alles Weitere entwickelt sich aus der Tatsache, daß die beiden einander herzlich wenig leiden können, und daraus, daß sich Nicholsons junger Arzt (Keanu Reeves) in Keaton verliebt. Was das amerikanische Kino auf der Berlinale angeht, ist "Was das Herz begehrt" - um es mit einem anderen Nicholson-Filmtitel auszudrücken - "as good as it gets".
Text: malt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.2004, Nr. 31 / Seite 41
Bildmaterial: Berlinale
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