
Öffentliche Richter über unsere Sprache, das gibt es wohl nur in Deutschland, oder? Die Diffamierung diverser Begriffe erinnert mich an die frühere Ausgrenzung von Kultur, nur man nannte das damals nicht Un-Kultur sondert entartet. Die Diffamierung laufen heute allerdings deutlich subtiler ab als früher. Die öffentliche Aufmerksamkeit haben genauso groß wie früher - dafür sorgen schon unsere Medien. Falsch sind sie dennoch, die Herdprämie ist doch eher ein Ausdruck von Ironie als Bösartigkeit. Was hier unterstellt wird, zeugt doch von einer völlig verdrehten Wahrnehmung. Kein Mensch will mit diesem Begriff Eltern diffamieren.
Genauso daneben war das letzte Unwort - "freiwillige Ausreise", was ein Begriff aus der bundesdeutschen Gesetzgebung ist, aber dafür langt es eben nicht bei diesen Un-Richtern des Wortes. Denn wer diese Ausreisen kennt, weiß auch, dass sie wirklich freiwillig sind.

Wieso schafft es die "Herdprämie" auf Platz 1 der Unwörter und auf Platz 2 der Wörter des Jahres. Weiß die Expertenjury nicht mehr was sie vor einem Monat beschlossen hat?
Aber wenigstens hatten die was zu tun und wir mussten diese wichtige - ja lebensnotwendige - Entscheidung nicht treffen.

Das österreichische Wort und Unwort des Jahres wird jährlich von der Universität Graz gekürt und veröffentlicht. Das Wort des Jahres 2007 ist 'Bundestrojaner', Unwort des Jahres ist 'Komasaufen'. Die Deutschschweiz, die seit 2003 ebenfalls ein Wort des Jahres wählt, hat sich für 'Sterbetourismus' entschieden. Unwort des Jahres in der Schweiz ist 'Klimakompensation'.
Mehr Informationen zu Wörtern und Unwörtern des Jahres aus den deutschsprachigen Ländern finden sich im „Wunderland Deutsch“