Linksterrorismus

Nicht alle waren Bürgerkinder

Auch dreißig Jahre nach den Ereignissen gilt der deutsche Linksterrorismus als eine Geschichte über verirrte Kinder aus bürgerlichen Familien. Nun erst erscheinen Zeugnisse der kleineren Linksterroristen, die nie Bürgerkinder waren. Von Nils Minkmar

Lesermeinungen zum Beitrag

22. Oktober 2007 12:48

Platz in der Geschichte

Klaus Bergmann (Kl.Berg)

Die ehemaligen Terroristen konkurieren um den eigenen besten Platz in der Geschichte. Anstatt gleich zur Staatsanwaltschaft zu gehen, setzt sich Boock medienwirksam in Szene. Andere schreiben Bücher - natürlich über sich, und meinen für die ganze Linke zu sprechen. Die nächsten bestehen weiter darauf, dass ihre politische Analyse richtig war und alle anderen nur noch nicht so weit waren, dies zu erkennen. Die RAF versinkt dort, wo sie eigentlich immer war: In Banalität. Ohne Morde wären sie nie beachtet worden.

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21. Oktober 2007 17:10

"So tragisch und darin irgendwie auch groß"???

Dorothee Mußgnug (DorotheeMussgnug)

Wieso 'auch' "ein Klub von deutschen Versagern, die nirgendwo einen Halt fanden außer in der Droge der Gewalt, und denen so gut wie alles, was sie anfassten, misslang"? Die RAF war 'nur' ein Klub größenwahnsinniger, hohl schwätzender Versager, sonst nichts, aber auch gar nichts. Wer an ihr Zeichen von Tragik erkennt und sie - und sei es auch nur "irgendwie" - für groß hält, der weiß nicht, was er redet. Tragisch ist nur, was die RAF ihren Opfern angetan hat. Die RAF selbst ist so tragisch und so groß wie die Mafia, die Cosa Nostra, N'Drangheta und all die anderen Mörderbanden dieses Schlages. Sie verdient keine Schönrednerei, nur abgrundtiefe, fassungslose Verachtung.

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21. Oktober 2007 01:05

Nicht in Ordnung

Thomas Schmitt (redfish)

Ob nun "kleine" oder "große" RAF-Terroristen, ob aus "bürgerlichen" oder sonstigen Familien - auch Dellwo und Klein versuchen, aus ihrer terroristischen Vergangenheit mittels Biographien Kapital zu schlagen.

Dass ausgerechnet die FAZ Leuten wie Dellwo und Klein mit einem Artikel wie diesem auch noch eine Werbe-Plattform dafür verschafft, mit den Erzählungen ihrer menschenverachtenden Taten Geld zu verdienen, ist für meine Begriffe nicht in Ordnung, ja geradezu widerlich. Was wohl die Opfer von Dellwo und Klein darüber denken?!?

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21. Oktober 2007 01:03

Lust an Gewalt

Klaus Bergmann (Kl.Berg)

Jan Ph. Reemtsma hat in seinen Vorträgen bereits analysiert, dass es bei einigen Tätern um die reine Lust an Gewalt ging. Gemischt mit Größenwahn und Narzissmus waren sie empfänglich für die Sekte RAF. Die Gewaltfantasien und der Hass konnten unter einem politischen Deckmäntelchen versteckt werden und mit intellektuellen angelernten Worthülsen ummantelt werden. In dieser Wahnwelt werden Kritiker eingeschüchtert,man sieht sich als das moralisch Höhere. Diese Leute halten sich politisch nach wie vor in ihrer Banalität für wichtig.
Sie unterscheiden sich hier nicht von anderen Schwerverbrechern. Andere in der RAF waren wohl eher Mitläufer.

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