Manchmal fragt man sich, ob solche Konzertberichte der Selbstdarstellung eines Feuilletonisten dienen oder tatsächlich Geschehenes darstellen sollen. Was Keith Jarrett in Paris im Konzert am Freitag geleistet hat, war tatsächlich jenseits der Vorstellungskraft. Leider kommt das in dem Bericht nur ansatzweise rüber, da er sich weniger mit dem Konzert an sich, als vielmer mit dem Gesamtwerk Jarretts befasst. Schade für einen so einmaligen Moment, wie ihn die Besucher und Zuhörer erleben durften. Kein Wort wird da verloren über die teilweise frappierende Nähe zum legendären Köln Concert, was bei den Gästen Jubelstürme hervorrief, kein Satz über die Zugaben, die alleine eine neue CD wert wären, auch wenn "My Song" ein bisschen leidenschaftslos klang. Kein Wort auch über Jarretts Ärger mit Hobby-Fotografen im Saal - ohne die dieser geniale Mann dafinitiv noch mehr von seinem Können gezeigt hätte, was er freilich nicht mehr nötig hätte. Aber es wäre umso bedauerlicher für die Welten der Jazz- und Klassikmusik, zwischen denen er so stilfrei wie stilsicher wandeln kann....
Bei einem Menschen, der den Begriff "Musik leben" wie kein anderes personifiziert, wäre ein emotionalerer Bericht angemessen und wünschenswert gewesen.
Schade!