10. Juni 2008 Mexikanische Archäologen glauben in der Hauptstadt Mexiko-Stadt die Reste eines Palastes entdeckt zu haben, in dem der aztekische Herrscher Montezuma II. residierte. Bei Renovierungsarbeiten an einem Gebäude aus der Kolonialzeit, dem heutigen Kulturmuseum, wurden Reste einer Mauer und der Basaltboden eines Raumes ausgegraben, der zum Palast des 1521 in spanischer Gefangenschaft gestorbenen Herrschers gehören soll.
Der Palast Montezumas bestand aus fünf miteinander verbundenen Häusern, zu denen auch Wohnungen für seine Kinder und Frauen und ein kleines Tiergehege gehörten. Die aztekischen Bauten wurden von den spanischen Eroberern zerstört, die auf den Ruinen ihre eigenen Häuser erbauten. Die Archäologen hätten den Palast an ungefähr der Stelle vermutet, an der er jetzt gefunden worden sei, sagte die Archäologin Elsa Hernandez. Der Fund sei ein weiteres Teil eines Puzzles, von dem die Archäologen noch weitere zu finden hoffen. Die Ausgrabungen sollten an anderen Stellen in der Nähe fortgesetzt werden.
Das Schwarze Haus
Für die Archäologin gehörte der Basaltboden vermutlich zur sogenannten Casa Denegrida, dem Schwarzen Haus, das von den Spaniern als fensterloser, schwarz ausgemalter Raum beschrieben wurde. Der Herrscher soll dort über Visionen der Seher und Schamanen nachgedacht haben. Sein Glaube an diese Vorhersagen könnte zum Sturz seines Reiches beigetragen haben, da er die Spanier zuerst für göttliche Wesen hielt.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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