Sehr geehrter Herr Peters. Ich gebe Ihnen recht, bitte aber auch die damaligen Moral- und Ethikvorstellungen zu berücksichtigen. Diese waren wohl zweifelsohne weit anders, heute schon fast unvorstellbar. Und der perfide Treueschwur auf Hitler persönlich hat bestimmt die Sache nicht leichter gemacht. Ob dieser Schwur hinterher als Rechtfertigung hingehalten hat, wer kann das schon beantworten?
Mit Ihrer Feststellung der fehlenden Ehrung von Georg Elsner haben Sie völlig Recht, selbst 63 Jahre nach Kriegsende zieht sich ein Graben durch das Land.
Sehr geehrter Herr von Maltzahn, ich gebe Ihnen völlig recht. Ich erlaube mir aber, auch aus der warmen Bude ohne Gestapo etc. heraus, anmerken zu dürfen, dass es natürlich auch jede Menge moralische Versager gegeben hat: Manstein z. B. entgegnete Gersdorff ob einer Beteiligung am Staatsstreich: „Preußische Feldmarschälle meutern nicht.“ Stellt sich dann die Frage, wer denn sonst? Ein Feldmarschall hätte meutern müssen, ansonsten wäre er besser Bataillonskommandeur geblieben! Diese Taktiererei, den Putsch zwar nicht zu verraten, ihn aber auch nicht mit zutragen, z. B. auch durch Kluge und Bock entsprach eben auch und gerade damals nicht Preußischen Tugenden á la eines Wartenberg 1812. Da waren die durch Hitler (aus seiner Sicht verständlich) bereits abgesägten Leute wie Beck oder Witzleben aus ganz anderem Holz. Eben diese beiden letzteren waren ja auch schon an den Umsturzplanen 1938 maßgeblich beteiligt und die eigentlichen Männer des 20. Juli. Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters
Der 20. Juli war der Schlußstein vieler Versuche aus den Führungsstäben des Militärs, insbesonder aus dem Heer, Hitler zu töten. Besonders häufig waren diese Versuche im Jahr 1943, also weit vor dem D-Day in der Normandie. (s. Chronik der Attentate auf Hitler bei WiKiPedia) mfg
Ungeachtet der verschiedenen Beweggründe darunter sicher auch sehr ehrenvolle aber eben nicht nur bleibt festzuhalten, dass sich der sog. Widerstand erst formierte als die Niederlage für die militärisch ausgebildeten Fachleute zweifelsfrei feststand und das es eben viele darum ging den Kommunismus und damit fast alles was links von ihnen selbst stand zu schlagen. Es waren dieselben Leute bzw deren Freunde die 1918 es geschafft hatten einen gesellschaftlichen Umbruch zu verhindern und so die Machtverhältnisse trotz Änderung der Staatsform beizubehalten. Dies alles hat ab 1933 wie wir wissen direkt zu Hitler und damit zum Krieg geführt beides war gerade von der Völkisch-reaktionären Offizierskaste gewünscht ja sogar ersehnt worden. Als es dann aber nicht mehr wurde mit dem Endsieg verzeihte man dem Österreichischen Gefreiten seine Völkermord (auch am deutschen) nicht mehr. Zuvor hatte man alles getan um dieses erst möglich zu machen. Sicher wusste nicht jeder, jedes detail aber das es an der Ostfront um einen Vernichtungskrieg Gegen das Kriegs- und völkerrecht ging wusste man nur zu gut. Welcher Widerstand hätte sich wohl ergeben wenn die Sowjetunion in 6 Wochen besiegt worden wäre? Wer ehrt G. Elsner??
Der Herr von Maltzahn hat weise geunkt. Aber nach dem Lesen der wechselseitigen Beschimpfungen zwischen "Sönke Peters" und "K.M. Kommikion" bin ich traurig, denn - entfernt sind die beiden im menschlichen Kern von einander nicht, es trennt sie nur die unterschiedliche Sozialisation. Eigentlich bin ich auch aus einem ganz anderen anderen Grund über unsere lokale Primatengruppe ( Deutsche ) stolz : Keine weitere Bevölkerung eines Staates, der in seiner Geschichte Völkermord betrieben hat - und davon gibt es viele- streitet sich 70 Jahre nach den Ereignissen noch wie die Brunnenputzer darum. Das zeigt wiederum Klasse !
Churchill hat gleich nach dem 8. Mai 45 auf die Frage, wie man diesen Krieg nennen sollte geantwortet: „Den unnötigen Krieg.“ Er bezog sich dabei auf die ständigen Anfragen eines breiten Verschwörerkreises innerhalb der Wehrmacht, die 1938 anlässlich der Krise im die Sudetendeutschen Gebiete in der damaligen Tschechoslowakei die Britische Regierung beknieten, in dieser Frage nicht nach zu geben und Deutschland bei einem militärischen Einmarsch in diese Gebiete den Krieg zu erklären. Ein kompletter Staatsstreich, inklusive der Verhaftung und Liquidierung des Herrn Hitler, war bis ins letzte Detail bereits fertig ausgearbeitet. Allein um im Deutschen Volk nicht den Glauben entstehen zu lassen, es handelte sich bei diesen Lumpen um einen Friedens bringenden Märtyrer, war aber die Kriegserklärung Englands an das Deutsche Reich eine unabdingbare Vorraussetzung für diese Aktion. Bekanntlich haben die Engländer aber das Münchner Abkommen unterschrieben … Soviel zu Ihren „Leuten aus der Oberschicht“. Ansonsten sollten Sie sich Ihren ersten Leserkommentar hier noch mal selbst durchlesen. Sönke Peters
Geschichtliche Aufarbeitung, mit welchen gesicherten Resultaten auch immer, ist sicherlich wünschenswert und wichtig zur Aufarbeitung der Vergangenheit. Aber die moralisch-ethische Bewertung ist eine andere Sache. Wie einfach ist doch alles aus der Ferne betrachtet. Ohne Druck, ohne Stress, ohne Diktatur im Nacken, ohne militärisches Tagesgeschäft, ohne Nachbarn, die auf einmal nicht mehr da sind, ohne Blockwart, ohne...ohne...ohne. Wie kann man eigentlich nachträglich mit solcher Bestimmtheit moral-ethische Urteile abgeben? Legt derjenige, der sich diese Urteile erlaubt, diese Massstäbe auch an sich selbst an? Wen dem so wäre, wären wir ja schon ein gutes Stück weiter in der Vergangenheitsbewältigung und hätten Armeen von Widerstandskämpfern für morgen. Das dem nicht so ist, zeigt ja, dass es mit der Zilvilcourage heute auch nicht zum Besten bestimmt ist.
Der Adel sieht sich gern bei den Widerstandskämpfern will aber nicht wahrhaben dass er auch zu den Steigbügelhaltern, oft schon zu Beginn der NS-Herrschaft, zählte.
den Selbsthass mancher deutscher Historiker und solche die sich wie Historiker aufführen, zu lesen. Mainstream- und Modehistoriker wie Guido Knopp gehören dazu. Sein Doktorvater Maser schrieb einmal wie sehr er es bereue ihn bei seiner Promtion begleitet zu haben. Die Lust an der Verunglimpfung ist krankhaft!
Dieses unsachliche rumgenöle wegen der Alt-68er, die Lehrer geworden sind, ist billigste Polemik der untersten Schublade. Schliesslich kann sich jeder Mensch in seinem Leben einmal ändern.... Sollte auch bei einigen konservativen Biografien in unserer Republik zu beobachten sein. Zum Widerstand als Solchem: Es ist doch klar das der Versuch von 1944 Hitler zu töten mit Abstand der "konstruktivste" gewesen ist, weil auch ein Konzept für das danach vorhanden gewesen ist. Damit ist allerdings noch nichts über dessen Sinnhaftigkeit gesagt (es sei zum organisatorischen Chaos auf die Bücher von Herrn Gisevius zu diesem Thema verwiesen). Das dieser konstruktive Versuch allerdings der Einzige gewesen sein soll, der Hitler ins Jenseits zu befördern ist schlicht Quatsch. Dabei geht es nicht nur um Hans-Georg Elsner, sondern auch um einige andere Versuche, die aus verschiedensten Gründen nicht zum Erfolg führten. In der Retrospektive bleibt aber durchaus festzuhalten das Stauffenberg und Co keine lupenreinen Demokraten waren. Andersherum muss aber auch die Frage gestellt sein, wieso sich erst 1944 eine so breite konservative Basis gegen Hitler gebildet hatte und nicht schon vorher. Anzeichen gab es ja schliesslich genug.
Ihre Sprache ist voll von Hass. Gönnen Sie sich den Spass und vergleichen Sie Ihre Art zu schreiben mit der Nazi-Propaganda, wenn es darum ging, gegen linke Politiker zu hetzen. Das glauben Sie mir doch, die NSDAP hätte eine 68er Bewegung sicher nicht geduldet, oder etwa solche, wie sie finden, schlechte und manipulative Historiker, oder überhaupt, diese "Linken", z.B. heute die Grünen, die wären alle gleich in Gefängnisse verschwunden, mit Berufsverbot belegt, usw. (so ist es ja damals gelaufen). Das hätten Sie doch gut gefunden, oder? Soviel dazu, wer auf welcher Seite steht!
Warum lesen Sie mit so einseitigem Blickwinkel? Ich meine doch gerade, dass es damals jede Menge "normaler" Menschen gab, die in ihrem Rahmen Widerstand zeigten, indem sie andere Menschen retteten, beispielsweise, indem sie sie versteckten. Es gab aber keine grosse Widerstandsbewegung - wohl auch, weil viele Deutsche viele Ziele von Hitler gar nicht schlecht fanden. Ausserdem ist Widerstand in 1941 auch reichlich spät. Man hätte schon längst wissen können, - vor allem solche Leute der Oberschicht mit ständigem Kontakt zur Macht - dass hier ein Diktator sitzt, menschenverachtend und in aller Brutalität gewaltbereit. Ich würde auch nicht unbedingt meine Hand dafür ins Feuer legen, dass die Adeligen des Widerstands alle samt und sonders für eine Demokratie eintraten, wie wir sie heute für selbstverständlich halten. Und dass sie im Rahmen ihrer Positionen eben auch am Regime mitbeteiligt waren, ist doch klar. Was ist schlimm daran? Können Sie einen Menschen nicht mehr bewundern, wenn Sie wissen, er hat auch Fehler gemacht? Gorbatschow kam als Teil des damaligen Sowjetsystems zur Macht und veränderte dennoch alles. Die Menschen haben mehr als nur eine Seite.
Da musste innerhalb von Minuten bewertet und entschieden werden!Und das haben diese Männer! Unrecht gesehen und entschieden,und seitdem so gehandelt!Aber das"Tagesgeschäft"musste ja weitergehen!Sollten die sagen:"Keine Zeit,ich mach jetzt Widerstand"?Auch allein die Schwierigkeit,dass oft jemand eingeweiht wurde,neue Massnahmen abgesprochen und dann?Tja leider Mitverschwörer verunglückt,abgeschossen oder gefallen!Allein der Zwiespalt,ob es besser sei,unerkannt aufgrund der exhaltierten Position zu versuchen,heimlich immer wieder das Schlimmste zu verhindern und auf DIE Gelegenheit warten oder eben einmalig aufzustehen und es zu versuchen!(Ja und dann?abgeknallt,ein anderer ohne Skrupel macht den Job,das ist immer so).Oft denke ich ja auch,dass "Die Generalität" vor 1944 durchaus ein neuzeitliches Cäsar Attentat hätte verüben können/sollen indem in einer "Lagebesprechung"(damals trugen sie noch Waffen(oder nicht?)einige "Generäle" Hitler einfach hätten erschiessen sollen(und diejenigen Offiziere,die das verhindern wollten,gleich mit!),anstatt diese Generalstabsplanung über 3 Jahre,das war Ihr "Fehler",aber sie waren ja Generalstäbler.Deswegen eine Verurteilung für die Art der Attentatsausführung?Wie krank ist denn das?
Was denkt denn so ein Historiker, der krampfhaft versucht, sich einen Namen zu machen, was so Generalstabsoffziere den ganzen Tag machen, während eines Krieges? Mal ganz Wertfrei, ob Wehrmacht oder sonst für eine auch heutige Armee: Das sind extremst ausgebildete Personen, die ackern ackern ackern in 18 Stunden Tagen und mehr und das 7 Tage die Woche über Wochen und Monate.Vor allem damals in der Offensive gegen Sowjetrussland(klar war die "falsch") Kann der Historiker sich das Treiben in so einem Geralstab vorstellen?wieviele Melder kommen,Besprechungen durchgeführt werden, Dokumente vorgelegt, gegengezeichnet etc!. Was Treskow für einen Terminkalender hatte?Der konnte nicht einfach sagen heute mal nicht, will mich noch mit Verschwörern treffen...Da kommt ein Bericht über Erschiessungen in einem Teil des Kriegsgebietes grösser als das heutige Deutschland auf den Tisch in dem sich aber auch mehr als 50 Mio Menschen aufhalten (deutsche+russischeSoldaten, und zivile Russen und Ukrainer)da fallen 3000 Tote (wirklích schlimm)eigenlich schnell mal unter den Tisch.Den Bericht kann man nicht mit nach Hause nehmen und grübeln...da bleiben Minuten! und weiter geht das "Tagesgeschäft"Und in diesen Minuten haben diese Männer entschieden!