Zum Tod des Problembären

Brunos Erbe

Spezial Bruno ist tot. Der Braunbär hat, was mediale Eignung und Identifikationsfähigkeit angeht, für die entlaufenen Sommerviecher der kommenden Jahre Maßstäbe gesetzt. Er hinterläßt - auch als Problembär - ein schwieriges Erbe.

Lesermeinungen zum Beitrag

29. Juni 2006 14:30

Strafanzeige gegen Staatsminister Dr. Schnappauf und die beteiligten Schützen

Ralf Dreßler (koenigdernachtuhu)

Mit heutigem Fax habe ich Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München II gegen Herrn Staatsminister Dr. Schnappauf und die beteiligten Jäger wegen des Verdachts des Verstosses gegen das Tierschutzgesetz und auch anderer nationaler und internationaler Gesetze erstattet.
Das Tierschutzgesetz verbietet das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund.
Ein vernünftiger Grund war zum Zeitpunkt der Tötung des Bären nicht gegeben, da keine unmittelbare Gefahr für Menschen bestand.
Der Abschuß war somit nicht das letzte Mittel, die "ultima ratio".
Ein Betäuben wäre vielmehr mit dem Tierschutzgesetz konform gesen.

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28. Juni 2006 22:16

Eine verpasste Chance...

Ernesto Mancosu (Italia7)

Bruno war nicht nur in Deutschland auf seine Art ein Medien-Star. Wie unnötig dumm und sinnlos, ihn herzlos zum Abschuss freizugeben! Damit wurde das Image Deutschlands als friedliches, offenes, grosszügiges und naturliebendes Land weit über die Landesgrenzen in Mitleidenschaft gezogen. Das musste nicht sein: andere Alpenländer scheinen keine Probleme mit frei lebenden Bären zu haben! Die Verantwortlichen haben fehlenden Weitblick und Kompetenz bewiesen - sie sollten - bevor weitere Schäden angerichtet werden - ihren Ämtern enthoben werden. Wenigstens eine Entschuldigung wäre angebracht...

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28. Juni 2006 16:18

Was für Schafe

Rud Haller (rodolfissimo)

Zu betrauern sind 36 Schafe, sechsunddreissig, also eine Herde. Von Schafen kann man auch nicht sagen sie seien nicht zu natürlich oder teilweise eventuell, kann man in die Diskussion werfen, fast noch natürlicher, einfach Waldtner-natürlich.
Wenn unsere Tierfreunde nächstes mal mit einer Supermaschine an eine Schafherde kommen und das Tempo aus dem Nirvana etwas reduzieren brauchen sie nun nicht mehr zu sagen: "guck mal", oh nein, sie können jetzt sagen: "Ach Futter, das grüne für Kühe, das helle für Bären".
Zu betrauern wären auch Meerschweinchen und anderes, das in diesen Ferienwochen aber von tierliebenden Menschen ohnehin im Müll entsorgt wird.
Halten wir uns wieder an unsere absichtlich degenerierten Schoßhündchen, das ist von Natur, was wir von ihr halten.

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28. Juni 2006 14:47

Wer war der Schütze...?

HMA Tornow (hatow)

Warum wurde der Bär nicht betäubt? Abgesehen, daß dafür Angebote vorlagen, kann doch wohl jeder andere Schusswaffenbefähigte mit einem Betäubungsgewehr umgehen.
War das Ganze möglicherweise eine publikumswirksame Aktion, die dazu führen sollte, daß ein "passionierter" Jäger hier seinen Jahrhundert-Abschuß erhalten sollte; natürlich für eine Gegenleistung; welcher Art sie auch immer gewesen sein sollte?
Miniaturausgabe einer afrikanischen Großwildjagd wie zu "Daktari´s" Zeiten.

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28. Juni 2006 13:11

Wildniszonen ausreichend groß für Bären schaffen!

Haimo Schulz Meinen (Religionslehrer)

Natürlich: je weiter weg Menschen und Leser/innen an von Bären infiltrierten Gebieten leben, desto eher neigen sie zum kompromisslosen Bärenschutz. Läuft man das Risiko, beim Spaziergang mit den Kindern selbst von Bären mit ungeklärter Psyche überrascht zu werden, sieht die Sache anders aus. Daher meine Forderung: Ausreichend große Wildniszonen auch in Deutschland schaffen, die für Bären, Wölfe und Bisons hinreichen!
Da immer mehr Leute aus den Provinzen in die Ballungsräume drängen und generell die Attraktivität abnimmt, weitab zu leben, sollten wir in der Lage sein, das Raumordnungsgesetz aus den siebziger Jahren, das gleiche Lebensverhältnisse überall vorsieht, wieder abzuschaffen und stattdessen die Republik viel bunter zu machen, indem wir neue, große Wildniszonen durch gezielte Demontage teilverlassener Dörfer einrichten. Dann könnten Bären und andere Raubtiere eigene Zonen bewohnen und sie durchstreifen, nach rumänischem Vorbild defensiv von den Außenbereich abgedrängt, Risikosuchende Touristen könnten nach US-amerikanischem Muster kontingentiert in die Wildniszentren Fußwanderungen (ohne moderne Technik) unternehmen und das Land würde ein lebenswerteres!
Gruß aus Frankfurt

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27. Juni 2006 19:25

Glücklich das Land ...

Christian Dolke (JanChris)

das sich den Luxus gönnen kann, über solch ein "Problem" zu diskutieren. Hurra, Deutschland!

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27. Juni 2006 15:02

Bären sind nicht süß - das sind Beeren!

Hans G. Krone (Dr.Krone)

Man muß schon weit in der "Sauren-Gurken-Zeit" sein, verfolgt man manche Diskussion in dieser Sache! Daß niemand froh darüber ist, den Braunbären abgeschossen zu haben, dürfte klar sein. Aber man bedenke, daß sich der Bär gebenüber den Schafen, Ziegen und Hühnern, die er gerissen hat, alles andere als artgerecht verhalten hat. Oder man denke daran, wie es einem schlummernden Wanderer oder einem Kleinkind hätte ergehen können. Wenn man in einer intensiv besiedelten Umgebung lebt, dann müssen Kompromisse gemacht werden. Wer sich hierbei kompromißlos für den Bären entscheidet, der sollte das eingedenk möglicher Folgen - auch der "Kollateral-Schäden" - klar sagen.

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27. Juni 2006 14:14

Das größte Raubtier ist und bleibt der Mensch

S. Raddant (pcd)

Das Ende des Bären überrascht leider nicht. Sicherlich spielte auch hier das Geld eine Rolle, dies wird nur vorsichtshalber nicht erwähnt, sondern die "Sicherheit" vorgeschoben. Der Mensch tötet alles aus Profitgier und leider werden wir dann eines Tages feststellen müssen, wenn wir alles erlegt haben, dass wir das Geld nicht fressen können. Nur dann wird es zu spät sein. Schade drum.

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27. Juni 2006 12:31

Bayern und Kühe- Rücktritt des bayerischen Umweltministers

Thomas Bodewig (Bodewth)

Auf welchem bewundernswerten intellektuellen und sozialpolitischen Niveau sich die an der Tötung von Bruno in Bayern Beteiligten befinden, statt ihn zu betäuben und in den offenstehenden Zoo zu bringen, zeigt der Umstand, daß es Kühen auf einer Weide problemlos gelungen ist , Bruno von einem gerissenen Schaf zu vertreiben. Für Menschen interessierte er sich nicht, geschweige denn war er für sie eine Gefahr. Der ARD-Bericht vom 26.6. berichtet ausführlich von den zahlreichen Begegnungen mit Menschen. Sie fotografierten ihn aus 50 m Entfernung.

Zur abstrakten Gefahrenabwehr hätte also eine Verbringung in den Zoo das verhältnismäßige Mittel dargestellt. Das bayerische Umweltministerium ist seiner politischen Aufgabe nicht gewachsen. Der Minister sollte zurücktreten. In Afrika ist man mit dem Schutz von Großwild schon etwas weiter. Der Nachfolger könnte dann das abgestufte schweizer Bärenregime kopieren.

Da kommt nach 170 Jahren wieder einmal ein Bär (der Unglückliche!) nach Deutschland und wird kurze Hand erschossen. Soll das auch mit den anderen 20 in Italien ausgesiedelten slowenischen Bären geschehen, wenn sie auf unvorsichtige Wanderung gen Norden gehen?

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß einige Jäger nach jahrelanger farbloser Pirsch endlich einmal einen so seltenen Bären erlegen wollten – und die Behörden hatten für derartige Fälle keine eingehende Vorsorge getroffen.


Leute, Leute !

Dr. Thomas Bodewig

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27. Juni 2006 12:06

Brief an die Schützen

norbert hoffmann (nobby56)

Das ist Eure Parole klar, aber Ihr habt mit dem Abschuss weder das eine noch das andere getan. Und wenn ich noch andere Zeilen aus Eurer Hompage http://www.jagd-byern.de hier rein kopieren würde, Tierschutz für alle Tiere, würde es noch offensichtlicher. Ihr habt Riesenansprüche, aber es sind nur Parolen, nur Reklame. In Wirklichkeit wird nur gemordet. So wie Ihr ein Paar Stunden nach oder sogar vor Freigabe den Bären abgemurkst habt, hättet ihr auch eine Ladung Betäubung verschießen können. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Schütze irgendwann Selbstmord begeht. Einen Bär in D zu erschießen ist so ätzend wie einen Weißkopf-Seeadler in USA abzuknallen. Aber warscheinlich dachte der Schütze, sein König Leopold sei in Gefahr, wundern würde es mich nicht bei der Kostümierung. Also dann, Weidmannsheil und passt auf, das Ihr Euch vor lauter Eifer nicht selbst abknallt

Norbert

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27. Juni 2006 12:00

Abschuss von Bruno

Aurel SAUPE (viennawoods)

Ich finde den Abschuß von Bruno einen Skandal. Man hetzt das Tier wochenlang mit Hunden, solange bis es offenbar nicht mehr ein und aus weiß, um es dann - welche "Überraschung" daß die Jäger den Bären sofort stellen können - einfach abzuknallen. Es stellt sich die Frage: Warum war es der Gruppe, die mit dem Narkosegewehr und den finnischen Hunden den Bär nachstellten, nicht gelungen, das Tier zu stellen??? Hat man JJ1 absichtlich immer wieder "entkommen" lassen, um es dann abschießen zu können?? Fragen, auf die es eine Antwort geben sollte!
A.Saupe

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27. Juni 2006 10:43

Bruno

Herbert Uhl (hjuhl1)

Das Umfrageergebnis ist schon erschütternd. Offensichtlich eine Folge einer klischeehaften Berichterstattung und Äußerungen von "Experten", die aufgrund ihrer Berufung wohl "Bärenliebhaber" sind. Dabei stammt der Teddybär keineswegs vom Braunbären ab, sondern vom Koala, ein harmloser Pflanzenfresser, den man auch auf den Arm nehmen kann.
Der Braunbär ist nun mal ein Raubtier, das große Flächen (und die dort verfügbare natürliche Nahrung) braucht, was man ja an dem Weg sieht, den Bruno zurückgelegt hat. Diese Flächen sind in unserem dicht besiedelten Land nun mal nicht vorhanden, ganz im Gegensatz zu Kanada, wo die Bären kaum einmal in die Nähe von menschlichen Siedlungen kommen, was man dort übrigens durch entsprechende Vorsorgemaßnahmen auch zu verhindern sucht.
Wenn bei uns nicht bald etwas mehr Realitätssinn einkehrt - nicht nur in diesem Fall - schaffen wir uns weiter unnötige Problem, die längst der Vergangenheit angehören.

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27. Juni 2006 09:32

Erbitte Abschussgenehmigung

Gerd Bungenberg (bungi)

Erbitte Abschussgenehmigung
Wenn deutsche Behörden konsequent sind, sollten sie Abschussgenehmigungen für alle, die Menschheit bedrohende Spezies geben. Wenn wir als Familie mit unserem VW T4 auf der Autobahn einen Laster überholen, wäre eine Abschussgenehmigung für die Fahrer drängelnder Edelkarossen sehr hilfreich. Es könnte ja was passieren. Bei der Gelegenheit auch gleich noch für Raucher in öffentlichen Gebäuden. Das würde die Nichtraucher schützen und die Krankenkassen entlasten.
Zumal unsere 6 Kinder mit ihren mongolischen Reiterbögen schon ziemlich treffsicher sind, könnten wir bald auf der Liste bedrohender Arten stehen. Mal überlegen, was bedroht uns sonst noch? Dann ja auch die Genehmiger von Abschussgenehmigungen...

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27. Juni 2006 09:22

Plötzlich war es ganz einfach!

friendly fire (friendlyfire)

Es mutet schon etwas merkwürdig an, wenn eine Heerschar von Jägern und "Experten" aus Finnland wochenlang hinter einem Bär herjagen und es nicht fertig bringen, diesen lebendig zu fangen. Ist die Abschussgenehmigung aber erstmal erteilt, dann geht alles ganz schnell. Warum der Bär nicht einfach betäubt wurde, entzieht sich meinem Verständnis, aber ich bin leider auch kein "Experte" und die Verantwortlichen wissen ja bekanntlich immer was sie tun!

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27. Juni 2006 05:02

Bruno im Bärenhimmel

Gabriela Ehlers (Gabriela8)

Nun ja, dieser Bär galt als verhaltensgestört, aber er war doch nicht der einzige "Irre" in Deutschland. Man hätte Bruno warnen sollen, daß Bayern ein No-Go-Area für Bären ist.
Bei so viel Bären-Hysterie muß man sich fragen was passiert wenn Marsmännchen kommen?

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