Hysterisch erblindet träumt er von der Verfilmung des “Kapitals“: Sergej M. Eisenstein

Im Gespräch: Alexander Kluge

Karl Marx ist der Dichter unserer Krise

Der Regisseur und Filmemacher Alexander Kluge will sich an ein Werk wagen, das Sergej Eisenstein vorausgedacht, aber nie realisiert hat: die Verfilmung von Karl Marx' „Das Kapital“ als Mammutwerk von zehn Stunden Länge. Ein Gespräch mit dem Filmemacher über Marx, die Revolution und die Antike.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. Oktober 2008 10:26

Ja, da ist noch was, Herr Berger

Josef Bujtor (Mramorak)

Ja, ich könnte einen 100-stündigen Film darüber drehen. Das Nochetwas sind die unzähligen Konzentrations- und Zwangsarbeitslager so wie die vielen Folterkammern. Ich kann das bezeugen, denn ich war selber mehr als 9 jahre da drinn und mit mir Millionen. Es stimmt! sogar mehr als 100 Millionen Menschen mussten wegen der marxistischen Ideologie sterben. Der Mao hat alleine mehr als 60 Millionen Menschen ermorden lassen. Und das ohne einen Krieg mit Amerika, der Bush war damals noch ein kleiner Junge. Es leben noch Millionen Menschen, die wie ich, in kommunistischen Konzentrationlagern lebten, schufften mussten und geschlagen wurden. Wir alle haben heute in Deutschland eine viel geringere Aussicht, als all die ehemaligen "DDR"-Funktionäre. Und die rusischen Insassen ehemaliger Konzentrationslager sind heute noch viel schlechter dran. Ja, da könnte sich doch jeder Filmemacher und Zeitungsmann ausreichend Material holen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Oktober 2008 17:37

Im Gespräch: Alexander Kluge

Jens Jessen (jessen)

Was hätten die schelmisch Dreii, Karl Marx, Sergej Eisenstein und Bert Brecht, mit den Bildern eines Menschen verachtenden Antikapitalismus - Archipel Gulag als Spitze und der Vernichtung von 6 Millionen Ukrainern als Anhang- alles theoretisch. filmisch und verbal machen können. Dieser Antikapitalismus war schließlich ihre Vision, die zum Horror entartete.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Oktober 2008 17:19

War da nicht noch was...?

Thomas Berger (tberger)

Ach ja, die hundert Millionen Menschen, die aufgrund der schwachsinnigen Ideologie dieses Trierer Provinzphilosophen umgekommen sind. Hätte man ja mal nachfragen können, ob die im Film vorkommen. Aber, mein Gott, Russen, Ukrainer, Chinesen, who cares.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Oktober 2008 16:47

Unverfilmbar, in der Tat.

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

Aber was wird dennoch nicht alles filmisch bearbeitet. Wenn Feuchtgebiete erfolgreich verfilmt werden können, wird sicher auch der Ökomat sich szenisch verwursten lassen. Immerhin fällt das alles - durchaus zu Recht - unter Kunst. Also bitte sehr.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. Oktober 2008 12:14

Kapital-Verfilmung

Stefan Kaupisch (stereobeat)

Schade, daß Eisenstein das Kapital doch nicht verfilmt hat. Wie sich bildlich dargestellt ein menschliches Arbeitsprodukt in eine übernatürliche Ware der Marke Nestlé verwandelt, und alle Zeugen dieses obskuren Vorfalls, erst erschrocken und erstaunt, darüber schließlich in frenetischen Jubel ausbrechen, das hätte ich mir gerne mal angesehen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 5 von 5 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche