Von Patrick Bahners
14. Januar 2006 Er hatte es mit den Klassikern. René Goscinny war ein Virtuose des Zitats, ein Liebhaber der Anspielungen. Dabei streut die Geschichte in den Comic-Geschichten, für deren Szenario Goscinny verantwortlich zeichnete, denjenigen Charakteren keineswegs Rosen, die so belesen sind wie ihr Schöpfer. Das Glück hilft den Tüchtigen, nicht den Gebildeten.
Macht auf dem Piratenschiff, das in jedem Asterix-Heft von neuem versenkt wird, der Greis, der zu jedem Untergang eine Sentenz parat hat, nicht eine besonders traurige Figur? Er weiß doch, daß die Gallier, wenn sie das Meer befahren, den Himmel wechseln, nicht den Sinn, und daher bei der nächsten Begegnung mit derselben Kraft zuschlagen werden. Warum sucht er sich nicht auf dem Trockenen eine Stelle als Bibliothekar? Bei Tifus auf dem römischen Sklavenmarkt wäre für einen wandelnden Zitatenschatz gewiß ein ordentliches Sümmchen zu erlösen. Er geht weiter mit den Banausen baden, weil er zuviel gelesen hat, als daß er sich noch einbilden könnte, die Literatur sei als Lebenshilfe zu gebrauchen.
Wissen ist Ohnmacht
Alle Weisheiten der Philosophen laufen in diesem letzten vorchristlichen Moment der Geschichte auf den Fatalismus hinaus. Wissen ist Ohnmacht: Der Alte benimmt sich so, als wäre ihm bekannt, daß er eine literarische Figur ist. Ihm bleibt nichts übrig, als in tadelloser Haltung seine Rolle zu spielen.
Hell hebt sich von dieser alteuropäischen Melancholie der Selbsterkenntnis die Naivität der Neuen Welt ab. Frank James, der Bruder des Titelschurken in dem Lucky-Luke-Album Jesse James, glaubt noch an die weltverändernde Macht des auswendig gelernten Merksatzes. Ihm ist die ganze Welt eine Bühne, und er wartet nur aufs Stichwort für das nächstbeste Shakespeare-Zitat. Die Verbrecherkarriere und der Aufstieg durch Bildung: zwei Varianten derselben Illusion, einer drolligen Überschätzung der Spielräume eigenmächtigen Agierens.
Scheitern an der eigenen Tücke
Goscinnys Welt ist ein deterministisches Universum. Das tritt in den Asterix-Alben, die in der Manier eines philosophischen Romans durch Variation der Schauplätze erfreuen, weniger deutlich hervor als in den anderen Erfolgsserien dieses Genies der Koproduktion: den von Sempé illustrierten Geschichten vom kleinen Nick, der von Jean Tabary ins Bild gesetzten Chronik der Putschversuche des Großwesirs Isnogud und den Tätigkeitsberichten von Lucky Luke, dem von Morris erfundenen Westernhelden aus dem Bilderbuch.
Die Spannung des Lesers, wenn man davon bei Goscinnys parodistischer Veredelung trivialer Erzählmuster überhaupt sprechen will, richtet sich auf die Erfüllung der Form. Auf dem winzigen Raum der Nick-Episoden erfreut die Pointe als Kunststück: Man hätte sich denken können, wie der letzte Satz alle Motive noch einmal zusammenfaßt. In den Isnogud-Geschichten, die zumeist nur acht Seiten lang sind, ist die Variation der Handlung auf Null geschrumpft. Er will Kalif werden anstelle des Kalifen: Mit dieser Selbstaussage des Großwesirs, dem Programm einer denkbar simplen Operation, ist alles gesagt. Mehr geschieht nicht, als daß Isnogud seinen Plan zu realisieren versucht und an der eigenen Tücke scheitert. Ein Grundmuster zumal der französischen Romantradition, das immer schon mit der kühlen Bravour eines mathematischen Beweises daherkam, hat Goscinny auf seine elementare Form zurückgeführt, die zu erzählen fast nichts mehr übrigläßt: die Intrige.
Der Anti-Tyrann überlebt
Wo die Machenschaften der höfischen Gesellschaft von Versailles den Stoff für feinste psychologische Analysen boten, da entfällt bei Isnogud, was man das Maskenspiel zweiter Ordnung nennen kann, die moralische Kostümierung: Seine Motivation ist vollkommen geheimnislos. Er braucht keinen Gegenspieler, da er sich selbst überlistet: Damit ist der Raum geschaffen für die unendlich komische Figur des Kalifen, des politisch schimmerlosen und moralisch strahlenden, zum Mißtrauen unfähigen Menschen. Das Gesetz der Herrscherpsychologie ist auf den Kopf gestellt: Wo die Philosophen sich den orientalischen Despotismus als Regiment des permanenten Verdachts vorstellten, da überlebt in Goscinnys und Tabarys Bagdad der Anti-Tyrann, weil er seinem guten Isnogud blind vertraut.
Es ist ein Scherz, daß die Serie der Isnogud-Alben Die Abenteuer des Kalifen Harun-al-Pussah heißt. Das Dasein des Kalifen ist alles andere als abenteuerlich: Er bemerkt die Palastrevolution nicht und verschläft die Geschichte; die Gläubigen beherrscht er durch grenzenlose Toleranz. Und doch liegt Wahrheit darin, daß der allerhöchste Nichtstuer die Hauptperson dieser Historien aus einem Morgenland sein soll, in dem ewig alles beim alten bleibt. So ist in Miltons Epos vom verlorenen Paradies Gott der Held, obwohl der Teufel die besten Arien hat.
Isnoguds Doppelgänger
Isnogud, der erste Bürger einer Weltstadt, ein universal gebildeter Staatsmann, der die neueste Forschung ebenso zur Kenntnis nimmt wie den jüngsten Aberglauben, hat einen Doppelgänger am anderen Ende der Welt und der Weltgeschichte, jenseits des Stacheldrahts der Zivilisation. In der Stadt hätte es Joe Dalton wohl nicht auf die Steckbriefe geschafft. Undenkbar, daß er sich in einer arbeitsteiligen Organisation hochgearbeitet und einem Napoleon des Verbrechens als Minister angedient hätte. Die Autorität, die er besitzt, ist eine natürliche, stammt aus dem Überlebenszusammenhang der ländlichen Gesellschaft. Mit brutaler Einschüchterung muß er sie verteidigen. Man kann auch umgekehrt sagen: Sie überlebt alle untauglichen Versuche ihrer Bekräftigung. Joe Dalton hat keinen bürokratischen Apparat unter sich. Er kommandiert nur seine Brüder. Wie Isnogud hat er sein ganzes Leben in den Dienst eines einzigen Gedankens gestellt: Er will Rache nehmen an Lucky Luke.
Soll man nach einem Grund für die verzehrende Macht des Ressentiments suchen, so fällt die Zwergenstatur der Fieslinge ins Auge. Die Kleinwüchsigkeit macht den Großwesir zur Karikatur der von ihm bekleideten Würde. Bei den Daltons nehmen die Sozialisierungschancen mit der Körpergröße zu; Averell Dalton wäre ohne den schlechten Einfluß seiner Brüder der ideale, zu jeder Unterschlagung unfähige Bankkassierer. René Goscinny sah nicht einmal von hinten wie Gary Cooper oder James Stewart aus. Aus den Porträts seiner Zeichnerfreunde geht freilich hervor, daß er keineswegs partout etwas Größeres sein wollte. Daß der kleine Mann das Beste aus seiner Energie machen kann, beweist Asterix. Wie Isnogud am Ende jedesmal in dem Kerker landet, den er seinem Wohltäter zugedacht hat, wenn er tausendundeine Teufelslist gegen den mit Erzengelsgeduld gesegneten Nachfolger des Propheten einsetzt, so treibt Joe Dalton sich selbst in die Enge, wenn er hunderttausend heulende Höllenhunde von der Kette läßt.
Vom Revolver- zum passiven Helden
In den von Goscinny verfaßten Geschichten erhält Lucky Luke, beim frühen Morris ein Revolverheld, der beinahe zufällig auf der Seite des Gesetzes stand, die Züge eines passiven Helden. Er nimmt in Washington Aufträge in Empfang, bereist den Westen als Abgesandter eines Tag- und Nachtwächterstaates, der niemals schläft, aber ohne großen Aufwand und ohne allzu große Zudringlichkeit für Ordnung sorgt. Der Senat der Zylinderhüte und weißen Rauschebärte, ein Areopag der Weihnachtsmänner; der Kalif, der möchte, daß seine Untertanen genauso ruhig schlafen wie er; das gallische Dorf, das der Umarmungsstrategie der Zentralgewalt Widerstand leistet und vor der Landnahme durch die Hauptstädter das erste Musterhaus der Banlieue dem Waldboden gleichmacht: drei liberale Gegenentwürfe zur imperialen Republik des Gaullismus. Frankreich bekam eine Präsidentschaftsverfassung, um in einer amerikanisierten Welt seine Unabhängigkeit zu behaupten; Goscinny ließ Morris vereinzelte Staaten skizzieren, die auch ohne Machtwort des Präsidenten nicht auseinanderfallen.
Allerdings handelt es sich bei diesem Gemeinwesen, das Lucky Luke am Ende jedes Abenteuers getrost wieder sich selbst überlassen kann, erkennbar um eine Idylle. Den klassischen Westernfilm, der noch einen Raum aufriß, in dem der Pionier durch das Vorwärtsschieben der Grenze über sich selbst hinauswuchs, bilden Morris und Goscinny mit der Passion von Modelleisenbahnfreunden nach. Die Landschaft verliert ihre Gewalt über den Menschen, indem sie als Kulisse behandelt wird. Ein kleinbürgerliches Personal bevölkert die Städtchen, deren Ortsschilder Fremdlingen mit dem Schlimmsten drohen, weil die Kaufleute schon mit dem viertelwüchsigen Mundräuber Billy the Kid nicht fertig werden: einfache Leute, aber herzensgut.
Hütchen, Stöckchen, Schnurrbart
Köstliches Gefühl, mild lächelnd auf die Menschheit zu blicken und sich vorzustellen, mit den Sozialtechniken des Schummelns und Aufschneidens wäre im Alltag wirklich so wenig zu gewinnen, daß man bei entsprechendem Talent den Beruf des Falschspielers ergreifen müßte - immer leicht erkennbar an der geckenhaften Kleidung, Hütchen, Stöckchen und fliederfarbenem Anzug plus Zigarettenspitze und gestutztem Schnurrbart. Wenn man nicht gerade, und diese Karte wird im Laufe einer Geschichte so sicher zugeteilt, wie die Piraten die Route der Gallier kreuzen, geteert und gefedert worden ist.
Es kommt schon alles, wie es kommen muß: Da dieses Ordnungsversprechen des klassischen Kunstwerks gilt, liegt eine wunderbare Ruhe über der Landschaft der Erzählung. Mit Muße betrachtet der Leser, wie die Dinge sich fügen. Joe Dalton mag Lucky Luke hetzen wollen, als hätte er die Westernkinogeschichte im Kopf; Lucky Luke scheint zu wissen, daß aus dem Western durch die Verwandlung in einen Comic Literatur geworden ist und daß die Literatur den belohnt, der sich Zeit nimmt. So läßt er den Feind kommen und wartet ab, bis Joe sich vor lauter Wut wieder selbst ins Knie geschossen hat.
Der eine echte Outlaw
Ruhig, Joe! Bleib ruhig, Joe! Ganz ruhig, Joe! Der wiederkehrende Rat ist verlorene Bruderliebesmühe. Ein ruhiger Joe Dalton würde sich nicht mehr rächen wollen und wäre nicht mehr Joe Dalton. Joe ist nun einmal unruhig, trägt als einziger noch die Erbsünde in diesem paradiesischen Amerika - der eine echte Outlaw.
Entgegen dem Augenschein ist Joe Dalton nach Auskunft seiner Schöpfer der dümmste der Brüder. Während die diabolische Klugheit des Großwesirs Isnogud im Zusammenhang des Hoflebens ihre Funktion hat und daher harmlos wirkt, ist Joe Daltons Persönlichkeit das schwarze Loch in der vollkommenen Komödie. Die pure Dummheit fällt zusammen mit der reinen Bosheit: Diese unheimliche Pointe ist das letzte Wort einer heiter gestimmten Klassik, die als Inbegriff des Menschlichen den Kunstverstand ansieht.
Ein Abgrund von Landesverrat
Ein schwarzer Tag fürs Theater! In der Bergmannsstadt Miner's Pass wird die Lohnkasse geplündert, während die braven Kumpel gerade der Vorstellung einer gastierenden Theatertruppe beiwohnen. Ähnliches hat sich vorher an anderen Stationen der Tournee ereignet und wird sich wiederholen. Morris und Goscinny gestalten die Episode als Studie über jene Schwarzweißmalerei aus, die am Anfang der Comics und der Komik steht. Wer sich bei der Arbeit nicht nur die Hände, sondern den ganzen Körper schmutzig macht, denkt in den einfachsten Kontrasten und stellt sich die Aufklärung eines Verbrechens als Akt simpler Sozialhygiene vor. Unmöglich kann dieser Hilfspolizist eine so weiße Weste haben, wie die Zeitungen behaupten. Für die betrogenen Arbeiter sieht Lucky Lukes Nationalheldenleben eher aus wie ein Bergwerksstollen: ein Abgrund von Landesverrat.
Unbefleckt bleibt das Kostüm des Weißen Kavaliers, das der Uniform singender Cowboys wie Gene Autry und Roy Rogers nachgebildet ist. In der Hauptrolle des von ihm selbst verfaßten und inszenierten Stückes tritt Whittacker Baltimore auf, der Prinzipal der Wanderbühne. Baltimore, der die Züge von John Barrymore trägt, hat sich bei der Erschaffung des weißgewandeten Ritters von Lucky Lukes Legende inspirieren lassen. Die Kritik hat nicht verstanden, daß hier, in vorauseilender Abwehr der dekadenten Dramentheorie Oscar Wildes, die Kunst das Leben imitieren wollte: Durch unglückliche Umstände kam es nie zu einer vollständigen Aufführung, und der weiße Kavalier konnte nie mit dem Lied des einsamen Cowboys auf den Lippen ins Abendrot reiten.
Der Comic als Kunstwerk
Unschuld muß leiden: Baltimores Melodrama ist simpel gestrickt, verfehlt aber vor einem Publikum von Junggesellen und Strohwitwern nie seine Wirkung. Erschüttert durch das Schicksal des Waisenmädchens, dem ein Finsterling mit Heiratsabsichten den kleinen Bruder entreißt, beschimpfen die Zuschauer den Darsteller des Bösewichts auch abseits der Bühne als Erpresser und Entführer. Der Comic, ist zwischen den Bildern zu lesen, ist keine Trivialliteratur, sondern will von unterscheidungsfähigen Lesern als Kunstwerk genossen werden.
Das Album Der weiße Kavalier erschien 1975 als fünfunddreißigstes der Serie und bietet so typische Nebenfiguren wie die Tänzerin, den Rinderzüchter, den gebildeten Indianerhäuptling und den Muskelmann von sanfter Gemütsart auf. Es läßt Züge einer Selbstironie erkennen, wie sie für Spätwerke charakteristisch ist. So erlauben sich Morris und Goscinny einen Jux mit ihrem Hauptdarsteller. Lucky Lukes unerschütterliche Selbstsicherheit mag immer filmreif gewirkt haben, mit Bühnenreife ist sie nicht zu verwechseln. Als er selbst als weißer Kavalier auf die Bretter hinausgeschickt wird, zittern ihm die Knie, und seine Stimme überschlägt sich so merkwürdig, als wäre er noch im Stimmbruch.
Mit den Augen des Zeichners
Daß Goscinny als Berufsanfänger selbst gezeichnet hatte, erleichterte es ihm, die Dinge mit den Augen des Zeichners zu sehen, befähigte ihn aber auch, detaillierte Vorgaben zu machen. Er legte seine Szenarien wie Drehbücher an, gab Morris nicht nur den Text vor, sondern sozusagen auch die Einstellungen. So ist dem Manuskript des Weißen Kavaliers, wie das zwölfhundertseitige Dictionnaire Goscinny (Paris 2003) dokumentiert, eine Liste der Dramatis personae vorangestellt, die gleichsam Besetzungsvorschläge macht: Barnaby Float, der Schurkendarsteller in der Schurkentruppe, soll John Carradine ähneln.
In der Figur des Bühnenarbeiters und Claqueurs Francis Lusty wird man allerdings schwerlich den Goscinny vorschwebenden Dustin Hoffman wiedererkennen. Nach dem Muster von Westernfilmen, in denen der Sheriff Hunderte von unschuldigen Typen einlocht, bis er merkt, daß der Anführer der Bande seine eigene Oma ist, entpuppt sich der Handlanger im Hintergrund am Ende als der Mastermind der Diebstähle. Auf der letzten Seite des Albums tritt er endlich verdientermaßen ins Rampenlicht - als Waisenmädchen. Wenn er die Frauenrolle angenommen hat, steht es schlimm um ihn!
Buhrufe und Steinwürfe
In der Tat, die drei verbliebenen Mitglieder von Baltimores Truppe haben eine Gefängnistheatergruppe gebildet. Nun ist es der weiße Kavalier, der sich Buhrufen und Steinwürfen ausgesetzt sieht. Ob Baltimore wenigstens die Genugtuung vergönnt war, den großen Abgang in der Manier seines Widersachers zu zelebrieren, oder ob Insassen das Spektakel ausnutzten, um die Kaffeekasse des Direktors zu plündern, und auch diese Vorstellung abgebrochen werden mußte, haben Morris und Goscinny uns nicht überliefert. Die Daltons hätten ein Alibi gehabt; sie saßen in der ersten Reihe.
Auch in diesem Album läßt sich Lucky Luke das letzte Wort nicht aus dem Mund nehmen. Wer sattelfest ist in den Klassikern, braucht keinen Souffleur, am wenigsten ein armer einsamer Cowboy weit weg von daheim.
Lucky Luke: Cowboy, der manchmal tatsächlich Rinderherden eskortiert, häufiger weniger intelligente Lebewesen wie die Gebrüder Dalton oder den Ladendieb Billy the Kid. Sein Spitzname ist wohl ironisch zu verstehen; auf das Glück ist der Meisterschütze nicht angewiesen. Ist im Auftrag der Regierung in Washington als eine Art Hilfssheriff mit unbeschränktem Bezirk unterwegs. Trägt in Vorwegnahme heutiger amerikanischer Staatsschutzmethoden gewöhnlich keinen Stern. Obgleich sein Pferd Jolly Jumper dem gesamten Senat intellektuell überlegen ist, fordert er kein Wahlrecht für Tiere; danach fragt ein treuer Beamter nicht.
Morris: Eigentlich Maurice de Bevere, geboren am 1. Dezember 1923 in Kortrijk, gestorben am 16. Juli 2001 in Brüssel. Er zeichnete seit 1945 für den Verlag Dupuis. Seine erste Lucky-Luke-Geschichte erschien 1946 im Almanach Spirou. Mit Franquin und Jije studierte er fünf Jahre lang das Comic-Handwerk in Amerika, wo er die Gründer von Mad kennenlernte und René Goscinny. Nach Goscinnys Tod setzte er die Serie mit anderen Textern fort.
René Goscinny: Geboren am 14. August 1926 in Paris, gestorben am 5. November 1977 ebendort. Er stammte aus einer polnisch-jüdischen Familie und wuchs in Argentinien auf. 1945 siedelte er nach New York über und 1950 nach Europa. Zunächst auch Zeichner, beschränkte er sich von 1955 an auf das Schreiben. Asterix, Lucky Luke, Isnogud und Der kleine Nick sind nur die bekanntesten seiner Serien. Als Chefredakteur von Pilote war er die prägende Gestalt der französisch-belgischen Comic-Kultur.
Text: F.A.Z., 14.01.2006, Nr. 12 / Seite 36
Bildmaterial: Dargaud Editeur Paris 1975 by Goscinny and Morris © Lucky Comics
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