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Nächste 'altestelle 'auptbahn'of

WELLENREITER - durch die Informationsflut mit FAZ.NET

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10. Dezember 2003 Was wird nun, wo der Fixstern Schmidt bald erloschen ist, aus all den kleinen Sternchen, die ihn in seiner Show umkreisten und sich in seinem Licht wärmten? Fallen sie ins schwarze Loch des Vergessens, oder werden wir sie in einem anderen Universum wiedersehen?

Die rund 100 Mitarbeiter von Schmidts Produktionsgesellschaft Bonito werden zum 1. Januar arbeitslos, sollte nicht schnell noch ein anderer Sender das gesamte Team verpflichten. Bessere Referenzen als die Mitarbeit bei der „Harald Schmidt Show“ aber lassen sich kaum denken, und so werden die meisten von ihnen auch anderswo ihren Weg machen. Aber wo? Wir beleuchten die Perspektiven von Harald Schmidts wichtigsten Mitarbeitern.

Manuel Andrack: Einen wie ihn wünschte sich wohl jeder an seiner Seite. Der Manager, der das neue Geschäftsmodell präsentiert, der Professor am Pult und auch der einsame Trinker, der seinen Monolog ins Schnapsglas spricht - was könnte es Schöneres für sie geben als eine freundliche, warme Stimme von der Seite, die von Zeit zu Zeit ein aufmunterndes „Absolut“ oder „Ganz genau“ erklingen läßt? Andracks Rollenmodell des stets loyalen Beisitzers und Schulterklopfers ohne eigene Ambition auf den Chefsessel würde wohl in jede Firma dieser Welt passen; man muß freilich, wie Harald Schmidt es ausdrückt, für die nötige „Versklavung durchs Geld“ sorgen.

Nathalie Licard: Nathalies Akzent ist ohne Frage sehr charmant - und wenn die Show einmal nicht mehr ist, so könnte ihre vielseitig einsetzbare Stimme es sein, die die Legende am Leben hält. „Nächste 'altestelle 'auptbahn'of“: Noch Jahrzehnte später würde ein solcher Satz dem Reisenden eine Träne der Rührung aus dem Auge spülen.

Sven-Olav Schmidt: Der Meister der Requisite beherrscht die in der heutigen Zeit seltene Tugend des Understatements. Da bastelt er tagaus, tagein die wundersamsten, zauberhaftesten, von Playmobil-Helden bevölkerten Abenteuer-Miniaturwelten, und womit spaziert er selbst über die Bühne? Mit einem schlichten Glas Wasser. Ein großer kreativer Geist, der sich nicht zu schade ist, den Wasserträger zu spielen: Beneidenswert, wer sich seine Dienste sichert.

Helmut Zerlett: Der Mann hat Glück, verfügt er doch über ein Talent, das er in der Show nie unter Beweis stellen durfte: Er kann Musik machen. Ziemlich gut sogar, und das - wer hätte es gedacht - über eine Strecke von mehr als fünfzehn Sekunden. Darauf sollte sich eine künftige Karriere bauen lassen.

Suzana Novinscak: Während alle anderen aus der Schmidt-Crew den Eindruck erweckten, ihren Job noch jahrzehntelang weitermachen zu wollen, merkte man Schmidts Buchstabenfee die höheren Ambitionen schon an: Sie will, was nicht nur ihr Auftritt als Sabine Christiansen erkennen ließ, einmal selbst moderieren. Weil Suzana jung, blond, hübsch und bekannt ist (übrigens auch - aber das ist zweitrangig - gescheit), wird sie irgendein Sender rasch unter Vertrag nehmen und ihr, da ihr Nachname fürs Unterhaltungsfernsehen zu sperrig ist, eine Sendung namens „Suzana“ geben. Weil das am ehesten nach einer täglichen Talkshow klingt, muß man sich um sie von allen wohl die größten Sorgen machen.



Text: @jöt
Bildmaterial: FAZ.NET

 
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