weiter kräftig herumdrehen ist notwendig, um ein wenig Nachdenklichkeit an den Tisch zu bringen, auf dem durch unnötige Quälerei an wehrlosen Kreaturen erzeugte sog. Delikatessen kredenzt werden.
Deswegen ist der Genuß hervorragenden Essens keineswegs zwangsläufig eingeschränkt. Andere Zubereitung, Offenheit für Neues bei Koch und Gast sowie ein wenig Phantasie können vieles ausgleichen.
Dollase weist mit Recht darauf hin, daß gewohnheitsträges Denken und Verhalten wesentlich verantwortlich ist für die Belohnung von Tierquälerei durch die, die sich Gourmets nennen ( lassen ) - und auch ihre Gastgeber.
Bei kritischer Prüfung von Konsistenz, Geschmack und Zubereitung kommt so manch einer auf den unerhörten Gedanken, daß Gänsestopfleber vor allem aus Fett besteht, Taubenbrüstchen keinen Eigengeschmack aufweisen und Bressehühner sich so sensationell auch nicht von einem konventionellen Farmhuhn unterscheiden. Und "Froschenkel" vor allem exotisch klingen.
Diese Erkenntnis wird rasant befördert, wenn es gelingt, Soßen, bestimmende Gewürze und ablenkende Beilagen beim Genuß auch einmal auszuschließen. Dann fällt ein künftiger Verzicht auf derlei Produkte durchaus leicht - in der Tat.
...die mir persönlich keine schlaflosen Nächte bereiten, kriegt die zweite Hälfte des Beitrags ein herzhaftes "jawoll"! Neulich bei hervorragend kochenden Verwandten als Hauptgericht Hammel gehabt - meine Güte, das war schon etwas anderes als das angesprochene Milchlamm! Bei jedem Bissen hat man so ein mieses, bösartiges, struppiges Vieh vor dem geistigen Auge gesehen. Gut, der Nachteil war, daß nicht nur das Mousse au chocolat zum Nachtisch geschmeckt hat, als ob es gleich anfangen würde zu meckern, sondern auch daß die Wohnung gestunken hat wie ein Ziegenstall, aber das war's wert.
Ich denke, daß der durchschnittliche Esser mit den heute üblichen milden Schäumchen meist wirklich wenig anfangen kann. Mir jedenfalls schmeckt, was auch mein Großvater mochte, anständiger Schweinenacken richtig gut - der ist auch einfacher zuzubereiten und kostet viel weniger als Kalbsfilet :-). Wahrscheinlich ist für den nicht überfeinerten (oder von mir aus: ungeübten) Gaumen eine gewisse Intensität einfach besser als als eine Rafinesse, die man ohnehin nicht zu differenzieren weiß.
Danke, dass Sie ein, nur zu gerne unter den Teppich gekehrtes Thema aufgreifen
Es bedarf manchmal radikaler Methoden, um zu Veraendern. Gerade heute, da ein grosses Umdenken und Bewustsein fuer die Umwelt stattfindet besteht Hoffnung, dass die gestopfte oder auch beim lebendigen Leib (Daunen) gerupfte Gans eine Chance auf ein wuerdiges Leben bekommt. Wie in dem Artikel bereits erwaehnt, hoert, das nicht bei der Gans auf, die entarteten Gelueste der Gaumenfreuden zu befriedigen.... man denke an den Hummer und Krabbe die bei lebendigem Leib gekocht werden, die Liste ist endlos. Wenn nur ein Mensch durch Ihren Artikel bewusster Tierprodukte einkauft und isst, oder gar, man wage es nicht zu hoffen als Tribut fuer die geschundene Kreatur zum Vegatarier wird, haben Sie Ihr Ziel erreicht.
A. Kronsteiner
Dublin, Irland
Die "französische Nationalkultur" der fetten Leber-Paste (auf französisch klingt es aber viel eleganter) wurde bislang nur von Tierfreunden boykottiert, die den Usus des Gänsestopfens verabscheuen. Doch soeben erhielten sie völlig neue Munition von medizinischer Seite. Die Foie Gras wurde nämlich als einer der möglichen Auslöser des Morbus Alzheimer identifiziert! Ein weiterer Grund, sie zu vermeiden.