Finanzielle Unabhängigkeit ist echter Luxus. Im materiellen UND im psychologischen Sinn.
Wer das nicht so sieht, hat irgendwie die kant´sche Aufklärung verschlafen, oder?
Kein männlicher Journalist einer erstzunehmenden Zeitung dürfte zu einem anderen Resultat als Herr Rudolph kommen - er würde sich schnell in die "falsche" Ecke gestellt sehen. Leider kann nur eine schillernde Medienpersönlichkeit wie Frau Hermann so ein Buch schreiben. Die Emanzipation war notwendig, um zu beweisen, daß Frauen alles, was Männer können, auch können. Es wird noch 10, 20 Jahre dauern, bis dieser Erkenntnisprozess abgeschlossen ist. Die erste Bundesprädidentin, die erste amerikanische Präsidentin, etc. Irgendwann wird auch die/der letzte feministische IdealistIn sehen, daß dann immer noch Kriege geführt werden und die Welt nicht schlechter, aber auch nicht besser geworden ist. Ich warte aber auf den Tag, an dem wir ideologisch frei genug sind, zuzugeben, daß wir nicht nur aufgeklärte, rationale Wesen sind, sondern durchaus, wie der Rest der Tierwelt, biologische Prädispositionen haben, ohne deren Beachtung wir auch nicht so richtig glücklich und frei sind. Und daß es unter Umständen prozentual mehr Männer gibt, die sich für berufliche Machtkämpfe und stumpfinnige technische Details interessieren als Frauen. Und mehr Frauen, denen es sogar irgendwie (so pervers es immer noch klingt) Freude macht, Kinder zu erziehen.
Die sensationell-emotional geführte Diskussion (z.B."Der EVA-KNALL") lenkt von den Vorteilen des von Eva Hermann beschriebenen(nicht neu erfundenen!!!) Modells ab: Mit den von ihr für das Lebensmodell genannten Kriterien (Mann+5Kinder großziehen) hat meine Familie seit GUTENBERGS-Zeiten(1450) mit nachweislich 4-11 Kindern, von denen leider nicht alle das Kleinstkindalter überlebten, bis 1950 alle Stürme der Zeit überstanden: Erst die 19.Generation (= die nach 1960 heiratenden Kinder der letzten Großfamilie mit 5Kindern)hat auf Kleinfamilie und das "moderne Bild der Selbstverwirklichung" umgeschaltet. Ergebnis: nur 1-2Kinder, Auflösung der Großfamilienstrukturen mit vielen Nachteilen: Abhängigkeit von "Nachbarschaftshilfe", staatl. Rentenversorgung, Pflegeversicherung und Krankenversicherung, die in schwierigen Fällen schnell an die Grenze der "Belastbarkeit" stoßen und oft voller Widersprüche sind: Bei 5 rentenbeitragszahlenden Kindern mit guter Ausbildung und Einkommen deutlich über den jew. Beitragsbemessungsgrenzen erhielten meine Eltern ca.15% der monatl.gezahlten Rentenbeiträge ihrer Kinder!
Die Ermutigung zur Rückkehr des früheren "Subsidiaritäts- und Solidaritätsmodells Großfamilie" ist daher sehr zu begrüßen. N.MAINZ
Zu den Errungenschaften der Emanzipation zählt doch -wenn wir es mal genau betrachten- das Frauen (und Männer!) heute ÜBERHAUPT wählen können, sich überhaupt fragen dürfen "was will ich?".
Es stimmt allerdings auch, dass die meisten dieser Wahlmöglichkeit mit Vorurteilen belegt sind... wenn Frau Herrmanns Buch dabei hilft, einige dieser Klischees (bezüglich der "unterdrückten Frau am Herd") aufzuweichen. Prima. Das macht uns folgende Generationen vielleicht ein Stückchen freier in unserer Entscheidung (wie auch immer die aussehen mag...).
Schade, dass Frau Herrmann die Aufwertung der "Frau & Mutter" nur über die Abwertung aller anderen Lebensmodelle umsetzen kann....
Mehr als Frau Herrmanns "Erkenntnisse" schaudern mich jedoch ihre Anleihen aus der Soziobiologie: oberflächlich, undifferenziert und völlig einseitig rezipiert sie angeblich "Wissenschaftliches" - und erinnert schmerzhaft an solch endimensionale, pseudowissenschaftliche Besteller wie von Pease&Pease. Die Lektüre von Blffer-Hrdy, Hölldobler, Wilson oder das breite Feld der Primatenforschung hätten sicherlich zu weniger "handlichen" Schlußfolgerungen geführt...
In den ersten Jahren des Feminismus haben die Agitatorinnen, unterstützt von den willigen Helferinnen der Frauenforschung, postuliert:
Frauen sind edel, hilfreich, gut, verantwortungsbewusst, sanft, Opfer
Männer sind dumm, faul, verantwortungslos, brutal, Täter.
Jetzt wird das nicht mehr postuliert sondern in allen feministischen Kampfschriften (vergleiche ZEIT, Wir brauchen einen neuen Feminismus) als nicht mehr des Beweises notwendige Voraussetzung benutzt; jährlich zig-tausenfach.
Und wenn eine Frau einmal wagt, den vom feministischen Establishment vorgegebenen Weg zu verlassen und eigene Gedanken zu äußern ohne sie erst der feministischen Zensur vorzulegen, erhebt sich ein Geschrei und eine Pöbelei als hätte sie zum Mord aufgerufen.
Und die Krone wird dieser Hetze aufgesetzt von - Eberhard Rathgeb, der sich nicht entblödet Eva Herman anzukreiden:
"Eva Herman sagt den Frauen (wenn sie es doch bloß auch den Männern sagen würde)"
Es ist nicht zu fassen!
Schade, dass zwar ganz Deutschland Eva Herman sehen konnte, sie aber offenbar keinen blauen Dunst davon hat, wie es draußen bei uns aussieht. Vor dreißig Jahren waren die Frauen keineswegs so blöd, dass sie sich von Feministinnen in eine Männerwelt hätten drängen lassen. Sondern sie sind dem Aufbruchssignal "Mehr Demokratie wagen" auf ihre Weise gefolgt, an Universitäten geströmt, haben Berufe ergriffen, die sie selbst auswählten und partnerschaftliche Beziehungen gesucht. Sie haben sich ihren Teil von der Welt erobert. Eines muss dabei gewürdigt werden: viele Männer haben mitgemacht.
Sie behandeln ihre Töchter genauso wie ihre Söhne, verbringen viel Zeit mit ihren Kindern und können vieles genauso gut wie Mütter.Und doch scheuen sich vor allem junge Männer, Kinder zu bekommen. Warum? Auch heute noch tragen sie letztlich nach gesellschaftlichem Verständis die Verantwortung für das Familieneinkommen. In einer Zeit, in der fast jeder seinen Job verlieren kann, ist das wie ein Damoklesschwert. Frau Herman sollte sich in einer Familie umhören, bei der ein arbeitsloser Vater zu Hause sitzt und neben seinen Minderwertigkeitskomplexen auch noch damit kämpft, dass HarzIV hinten und vorn nicht reicht. Männer müssen das Buch boykottieren.
Dieses Buch war ja wohl überfällig! Und die Debatte auch!
Danke an die FAZ, gleich heute mit einem streckenweise ausgesprochen polemischen Artikel das sog. Hausfrauenbekenntnisbuch von Frau Herman ins Zielfeuer einer Diskussion zu bringen. Noch vor ein paar Wochen war der zaghafte Versuch einer grossen deutschen Wochenzeitung aus Hamburg, die Familiendiskussion neu zu entfachen, im Sande verlaufen.
Danke aber vor allem an Sie, Frau Hermann. Sie haben eine lohnende Auseinandersetzung angekurbelt. Mut haben Sie ja, einfach zu schreiben, was andere kaum zu denken wagen... Das Buch könnte ein Bestseller werden!
Bedauerlicherweise wird das Buch im Grundtenor platt in Richtung "Frauen gehören in die Küche" manövriert - ich empfehle nur jeder/jedem, das Buch erst mal zu lesen - es ist deutlich differenzierter, als uns die FAZ glauben lässt.
Soweit ich das nach den ersten 24 Seiten beurteilen kann... Musste leider erst meiner Teilzeitberufstätigkeit als Tierärztin und Vollbluttätigkeit als Mutter in Person von Köchin, Tellerwäscherin, Nachhilfelehrerin und Taxifahrerin nachgehen!
da bin ich aber gespannt auf die neuen Hetztiraden, die zu diesem Artikel sicher kommen werden!
ignoriert deutsche Lebenwirklichkeit.
Es gibt eine kleine Regionim Nordosten Berlins in der auch wochentags mehr als 10% Väter auf dem Spielplatz gesehen werden, mehr nicht.
Die Mehheit der Frauen wird noch immer als Rabenmutter beschimpft, wenn sie ihr Kind in einer kindgerechten Umgebung mit anderen Kindern aufwachsen läßt. Kein Vater muss so etwas hören, wenn er Karriere macht und sich weder um seine Kinder noch um die berufliche Entwicklung seiner Frau kümmert.
Möglicherweise aber ist die Moderatorin mit dem passenden Nachnamen gar nicht so dumm, wie sie sich darstellt, sondern hat begriffen, dass sie uns mühsam emanzipierten Vätern durch die Hintertür vermeintlicher Arbeitsteilung den gerade erst erkannten Bereich emotionaler Kompetenz wieder entwindet und damit weibliche Herrschaft im wichtigsten Zukunftsbereich zementiert. So gesehen wäre sie versteckt feministisch.
Endlich bricht eine prominente, viel beachtete Person ein Tabu und spricht das große Übel unserer Gesellschaft an. Frau Herman plädiert für eine traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.Sehr gut!Obwohl noch keiner Ihr Buch durchgelesen hat, hagelt es von allen Seiten Kritik. Zu unrecht. Die Kritiker versuchen doch nur, so wie sie mit aller Gewalt die Frauen in Führungspositionen sehen wollten, ihre kurzfristig gedachten und selbstzerstörerischen Absichten zu wahren und Frau Herman´s Auffassungen von einer besseren Gesellschaft mehr oder weniger unsachlich anzugreifen.Der sog. Feminismus ist doch Dank radikal süffisanten "Kämpferinnen" wie z.B. Alice Schwa(r)zer und Co. ausgeartet.Den Frauen ist seit ´68 ein falsches Verständniss für Gleichberechtigung oder Emanzipation propagiert worden. Die tatsächlich stattfindente Konkurrenz der Frauen mit Männern ist nicht zu übersehen.Diese Konkurrenz ist jedoch für alle Seiten, besonders für die Frauen, eine Einbahnstrasse.Es muß doch in allen funktionierenden Systemen eine Hierarchie bzw. Rollenteilung geben. Jeder macht das was er am besten kann und ergänzt den anderen. Das ist effektiv und überlebenswichtig. Nur wer seiner Bestimmung nachkommt, wird wirklich ans Ziel kommen.
...auch wenn in unserer, ach so modernen und emanzipierten westlichen Welt, solche Äusserungen als Rückschritt oder gar Ironie gelten...
Hier wird die Wahrheit auf den Punkt gebracht!
Auch ich habe lange gebraucht, um diese Weisheit zu erlagen.
Das vielbeschriene demographische Problem ist doch in Wahrheit keins. Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass die Sozialsysteme nicht durch eine Steigerung der Geburtenrate saniert werden können. Selbst wenn wir genügend Kinder in die Welt setzten, hätten wir erstens keine Arbeit für sie und zweitens in diesem ohnehin dicht besiedelten Land auch keinen Platz.
Abgesehen davon ist die Diskussion typisch deutsch. In keinem anderen westlichen Land werden den Frauen die Entscheidungen über ihr Leben so schwer gemacht. Entscheidet sie sich für ein Hausfrauenleben, wird ihr unterstellt sie ließe sich unterdrücken; entscheidet sie sich für Berufstätigkeit ohne Kinder wird ihr unterstellt, sie sei heimlich frustriert und schuld am Niedergang der Gesellschaft; entscheidet sie sich für Berufstätigkeit und Kinder wird ihr vorgeworfen, sie sei eine Rabenmutter und von Wirtschaft und Gesellschaft fürderhin Steine in den Weg gelegt.
Wann beendet man in Deutschland endlich diese alberne Geschlechterdiskussion und hört auf Menschen nach ihrem Geschlecht zu definieren?