26. Februar 2005 In der Nacht zum Montag werden zum 77. Mal in Los Angeles die Oscars vergeben. Die Hoffnungen der Deutschen ruhen auf dem Film Der Untergang. Bernd Eichingers Publikumserfolg um die letzten Tage des Nazi-Regimes in Berlin ist in der Kategorie Fremdsprachiger Film nominiert.
Neben dem Untergang ist auch der sensationell erfolgreiche Film Die Geschichte vom weinenden Kamel in der Sparte Dokumentarfilm nominiert. Die wundersame Geschichte einer von mongolischen Hirten durch Musik zum Weinen gebrachten Kamelmutter hat beste Chancen, die Nachfolge von Michael Moores Dokumentation über George Bushs Politik anzutreten.
Münchner Filmpionier schrieb Oscar-Geschichte
Mit der begehrtesten Filmtrophäe der Welt sind in der Vergangenheit auch immer wieder Deutsche ausgezeichnet worden. Der erste war Emil Jannings, der 1929, gleich im ersten Jahr der Oscar-Verleihung, als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Jannings blieb bis heute der einzige deutsche Schauspieler in der Riege der Oscar-Gewinner.
Der wohl bekannteste deutsche Oscar-Gewinner ist der Regisseur Volker Schlöndorff, dessen Film Die Blechtrommel 1980 als bester ausländischer Film gewürdigt wurde.
Die meisten Academy Awards bekam der Münchner Filmpionier August Arnold. Er erfand die erste industriell gefertigte 35-mm-Spiegelreflex-Filmkamera Arriflex 35. Arnold erhielt insgesamt sieben Auszeichnungen der Akademie in der Sparte Scientific Or Technical Award.
Die bisherigen deutschen und deutschstämmigen Oscar Preisträger:
1929 - Emil Jannings als bester Hauptdarsteller in den amerikansichen Stummfilmen Sein letzter Befehl und Der Weg allen Fleisches.
1938 - Karl Freund, Kameramann und Regisseur, für die Kamera-Arbeit im Melodram The Good Earth (Best Cinematography).
1947 - Ernst Lubitsch, deutsch-amerikanischer Regisseur, Schauspieler, Produzent, erhält einen Ehren-Oscar (Honory Award) für seinen hervorragenden Beitrag zur Filmkunst.
1948 - Alfred Junge, Art Director (künstlerischer Leiter) für den Film Black Narcissus in der Sparte Art Direction - Color.
1951 - Franz Wachsmann, Komponist, für die Filmmusik in Sunset Boulevard.
1952 - Franz Wachsmann (Waxman) für die Filmmusik in A Place in the Sun.
1955 - Karl Freund in der Sparte Technical Achievement Award für das Multicam-System, bei dem drei Filmkameras gleichzeitig drehen, was die Serienproduktion beschleunigte.
1960 - Professor Bernhard Grzimek, Tierforscher, für den besten Dokumentarfilm (Serengeti darf nicht sterben)
1967 - August Arnold, Ingenieur und Direktor sowie Mitinhaber der kinotechnischen Firma Arnold & Richter KG (München), in der Sparte Scientific or Technical Award (Class II - Plakette) für die Erfindung der ersten serienmäßig gefertigten 35-mm- Spiegelreflexkamera (Arriflex 35).
1972 - Rolf Zehetbauer, Filmarchitekt, für die Ausstattung des Musical-Films Cabaret.
1980 - Volker Schlöndorff, Regisseur, für den Film Die Blechtrommel als bester fremdsprachiger Film.
1990 - Wolfgang und Christoph Lauenstein für Balance als den besten kurzen Zeichentrickfilm (Animationsfilm).
1993 - Erich Kästner erhält für sein Lebenswerk als Kamerakonstrukteur den Gordon E. Sawyer Award.
1994 - Pepe Danquart für den besten Kurzfilm (Schwarzfahrer).
1995 - Hans Zimmer, Komponist, für die Filmmusik zu dem Disney-Film Der König der Löwen.
1996 - Firma Denz in der Sparte Technical Achivement Award (Academy Certificate) für die Entwicklung einer flackerfreien Farbvideokamera.
1997 - Thomas Stellmach und Tyron Montgomery für den besten Zeichentrick-Kurzfilm (Quest) sowie Volker Engel für die besten visuellen Effekte (Independence Day).
2001 - Florian Gallenberger für Quiero Ser (Ich möchte sein) als besten Kurzfilm.
2003 - Caroline Link für Nirgendwo in Afrika als besten Auslandsfilm.
2005 - (12. Februar) Der Erfinder Horst Burbulla erhält für die Entwicklung eines Teleskop-Kamera-Krans einen Technik-Oscar.
Text: FAZ.Net mit Material von dpa und AP
Bildmaterial: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa/dpaweb
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