
Es ist bequem , über laienhafte Anti-Angloholiker wie Edda Moser zu spotten. Natürlich hat "einen (guten) Job machen" gar nichts unübersetzbar Eigenes, erst recht nichts Witziges, sondern heißt schlicht "eine Aufgabe erledigen, eine Arbeit tun".
Aber was haben denn unsere von Steuergeldern lebenden Lehrer und Hochschulphilologen, sowohl Germanisten wie Anglisten, jahrzehntelang gegen die Pidginisierung unserer reichen Sprache zum weltpeinlichen Doinglisch getan? Sie haben sich mit feigem Deskriptivismus bei angeblich selbstläufigem Sprachleben jeder Mitverantwortung entzogen.
Andere Länder, etwa Norwegen, beauftragen kompetente Sprachräte, die intelligente Ersatzvorschläge machen, die man im Netz nachlesen kann. Unser unheilbar nazi-onaltraumatisiertes Unterrock(Slip)- und Leichensack(Bodybag)träger-Volk dagegen kauft seine Muffins im Hinterladen (Backshop) und fährt in die "City" von Großstädten. Anglophone staunen und fühlen sich in ein Dritte-Welt-Land versetzt. Wann lernen die Deutschen endlich so gut Englisch, daß sie auf diesen Mickymausisch-Schwachsinn nicht mehr hereinfallen? Wann hören sie auf, sich kindisch-karnevalesk für gute Indianer zu halten, wenn sie sich grellbunte Federn anstecken?

Ja, als deutscher Auswander, [1950, der dann aber oft zurueck, und auch sich lebenslang als Uebersetzer aus dem Deutschen, und Amerikanischer Lektor/Verleger: Handke, Enzensberger, Adorno, Habermas, Nelly Sachs, Hesse, etc etc.] der mit der Deutschen Sprache sich sein Leben lang beschaeftigt wie gespickt, auch die "Site" der FAZ mit Amerikanismen ist. Als ich mir darueber Gedanken machte viel mir ein wie viel Worte Franzoesichser Abstammung in meinem Deutschen Vokabular zu finden sind, Abstammung das 18te Jahrhundert, oder Lateinische. Adorno dessen kosmopolitische Sprache ja gespickt mit sogenannten Fremdwoertern, hat die sogenannten ein besonders schoenen Essay geschrieben. Die Kurzanantwort ist das die Deutschen ein Schwamm mit minderwertigkeit Komplexen sind, scheinbar seit dem die Roemer anfingen dieser Staemme zu civiliesien. dem ist keine Abhilfe mehr zu tun.

Lob der hübsch und amüsant, gar witzig geschriebenen Reportage.
Dank für die damit ausgelöste Freude des Lesers!
Und bitte: Mehr Einsatz der FAZ und anderer wohlmeinender Personen und Institutionen gegen den ausufernden Missbrauch des Genitiv. (Ja, rettet d e n Dativ.)
Bernd Michalski, Düsseldorf

Die Anglizismen sind nicht das Problem der deutschen Sprache. Sie sind zwar zuweilen ärgerlich, aber sie sind Mitspieler auf freiwilliger Basis. Kein Schüler wurde je gezwungen, 'gesponsert' oder ähnlichen Unsinn zu sagen oder zu schreiben. Aber während der letzten zehn Jahre wurden Schüler gezwungen, 'behände' und schlimmeren Unsinn zu schreiben. Dieser offizielle Zwang zum Quatsch ist das Problem der deutschen Sprache.
Frau Moser kann vermutlich immer noch gut singen, aber sie ist nicht qualifiziert, als Retterin unserer Sprache aufzutreten. Sie reiht sich ein in die lange Schlange derer, die ihre eigenen Macken zum Sprachmaßstab für andere machen wollen: Für sie ist 'OK' verwerflich, doch 'er macht einen guten Job' akzeptabel.
Was die deutsche Sprache braucht, ist Schutz vor solchen Rettern.
Karl-Heinz Isleif
Tokyo, Japan