Ein Mann, der alles “gerne“ machen muss: Bahnschaffner am Frankfurter Hauptbahnhof

Die Servicehölle der Deutschen Bahn

Hier sind wir bedient

Die Deutsche Bahn verdirbt die Sitten. Mit nutzlosen Informationen zermürbt sie die Fahrgäste, Trolley-Rüpel und Ich-WGs geben den Ton an. Der Fahrgast wird zum Kunden umerzogen und durch ein undurchsichtiges Servicesystem gehetzt. Ein Inspektionsbericht. Von Patrick Bahners und Edo Reents

Lesermeinungen zum Beitrag

30. Dezember 2008 13:05

der Gast ist ein Tier ...

Markus Adami (adami)

... sagte schon die Tante Jolesch. Kurzum, wenn Sie im nördlichen Hessen mit dem Regionalexpress unterwegs sind, wozu ich nach Einbruch der Dunkelheit Menschen mit kleinen Kindern und Frauen nur mit Kenntnissen in Selbstverteidigungstechniken raten kann, kommt Ihnen der IC geradezu luxuriös vor. Die notorische Abwesenheit des Schaffners begünstigt eine noch üblere Verschmutzung (zu Füßen rollende Bierflaschen etc.) und noch größere Unannehmlichkeiten, als des Rentners Marschgepäck im Mittelgang (die Gepäckablage in den Dopplestockzügen ist ein Witz): Jugendliche Kraftprotze, die sich lauthals über mitgebrachtes Sexspielzeug erfreuen, der Tipp vom Obdachlosen, daß in diesem Zug eh kein Schaffner kontrolliere, und der flotte Spruch der Brezelfee (Kaffee, Feierabendbier ...) runden das Bild von der anderen Seite Deutschlands ab. Beschränkt sich der IC gelegentlich darauf, den Anschlußzug zu verpassen, so trügt der RE nicht mit der Illusion von Service und Anschluß. Sollte die rollende Servicewüste an die Börse gehen, machen Sie sich vor dem Kauf von Aktien ein Bild vom Unternehmen im Regionalverkehr! Die Fahrt mit der Bahn kann so schön sein, in Österreich, in der Schweiz ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
28. Dezember 2008 00:23

Alles richtig und doch falsch

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Was die Bahn jeden Tag an Transportleistung wuppt, das schafft kein anderer. Deshalb: Hut ab vor den Mitarbeitern. Alles halb so wild. Das mit den Ansagen nervt aber tatsächlich. Besonders in den Zügen nach Brüssel. Wer mit dem ICE in die Hauptstadt fährt, muss sich die meist überflüssigen Ansagen in vier Sprachen anhören. Da kommt man kaum zur Ruhe. Dass im IC Stuttgart-Frankfurt in Darmstadt empfohlen wird ins Restaurant zu gehn, kann allerdings nicht sein. ICs haben nur sog. BordBistros, keine Restaurants. Und für ein Bierchen reichen die 18 Min. alle mal.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
27. Dezember 2008 20:40

Tragen von Ohrringen

Georg Sell (georgsell)

Die offensichtlich verbreitete Unsitte, Männer tragen Ohrringe, ist mir sowiso unverständlich, ich finde das geradezu eher ekelhaft. Ich mache regelmäßig mit solchermaßen verunstalteten Herren keine Abschlüsse, auch - beispielweise - im Kaufhaus. In der Bahn kann ich dem leider nicht entgehen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 22:31

Offensichtlich ein Thema von Interesse

Chi Tamago (tamago)

Von Interesse wäre es, wenn die Autoren sich das Bahnsystem in Japan anschauen und ihre Eindrücke hier vergleichend darstellen würden. Jedenfalls haben die Besuche zahlreicher Vertreter der Deutschen Bahn AG in Japan und die entsprechenden Erfahrungen zwar viel Geld gekostet aber wenig geholfen. Woran das wohl liegt?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 22:19

Verstehe Ihre Aufregung nicht

Frank Szymkowiak (Psychic_retreats)

Ihre Beschreibung ist treffend und bringt die Misstände auf den Punkt. Dass die FAZ sich darüber aufregt, verwundert dann doch. Ihr Blatt hat doch die neoliberale Ideologie gepredigt, deren Auswüchse Sie nun beklagen. Man denke etwa an Frau Göbel und ihre Auftritte beim sonntäglichen Presseclub. Privatisierung öffentlichen Eigentums bedeutet eben sehr viel mehr als bloße Veränderung der Kapital-/Eigentumsverhältnisse, wie an diesem Beispiel deutlich zu sehen ist. Wahrscheinlich sind die Autoren berufsbedingt auf die Bahn angewiesen. Dann verwundert die vehemente Kritik natürlich nicht: so kennt man die neoliberale Journallie - wenn sie die Auswüchse dessen, was sie tagtäglich in die Welt hinaustrompeten am eigenen Leib zu spüren bekommen, sind ganz schnell die Schwellen der Empfindlichkeit erreicht. Das teilen Sie mit anderen "Experten" und "Meinungbildnern", wie etwa unkündbaren C4 Professoren mit üppiger Nebendotation, die den breiten Massen Verzicht predigen und sich dann entsetzt die Augen reiben, wenn die Konsequenzen von Ghettoisierung und struktureller Gewalt in ihren eigenen "Nahbereich" einbrechen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 21:44

kundenorientiertes Handeln

Kay Wedi (Scouti)

Na ja, kundenfreundlich war die Bahn im Sommer 2006, wo auch an den kleinen Bahnhöfen die Pendler in "auswärts" über die, komischerweise reduzierten, Ausfälle und Verspätungen informiert wurden. Bahnhöfe an denen man meinen könnte, John Wayne hat gerade sein Pferd davor angebunden und sind auch keine Seltenheit. Auch die Bahnsteige könnten fast aus der Zeit kommen. Während der (Warn-)Streiks durfte der Bahnpendler, gnädigerweise, auch mal die "Kurzstrecke" Dortmund - Essen mit dem ICE fahren - aber "wir bitten die VRR-Monatsticketinhaber das Bordrestaurant freizuhalten, und deshalb zu räumen". Gerne, der nächste Stehplatz war aber fast auf dem Puffer, gut ich mußte sowieso aussteigen - zum Glück die anderen Dutzend "Kunden" vor mir auch, sonst hätte ich mir vielleicht noch Duisburg ansehen müssen ... Die normalen Reisenden im Zug waren amüsiert, räumten ihr Abteil ein wenig frei oder kamen ins Plaudern mit den "eingeborenen" Mitfahrern. Kaffee wollte sowieso keiner aus dem Bordrestaurant. Soviel Kundenfreundlichkeit im ICE. In der S-Bahn auf den Nachhauseweg war ich dann wieder im fast vemüllten, dreckigen, stinkigen, altuen und vertrauten Zug. Wie fast immer mit verschlossener Zugtoilette. Es war auch keine WM, nur Alltag.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 21:03

Es ist doch immer die Frage

crix madine (g-sus23)

ob man sich zu einem Kunden machen lässt oder ? Die "teuren" zwei Euro für eine Reservierung hab ich schon oft ignoriert und die Leute auf "meinem" Platz sitzen lassen und das auch auf einer Strecke wie München Düsseldorf ... Meiner Meinung hat das nichts mit Konzernen zu tun die einen "armen" Menschen in ihrer Geldgier zwingen , arschig und skrupellos zu sein, sondern mit dem Individuum. Jeder ist doch für sein Verhalten verantwortlich , und dass wollen die Menschen heute nicht mehr sein ... Das hat weder die Bahn noch sonst wer Schuld , sondern jeder Einzelne kann darüber frei entscheiden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 20:54

@Joachim Kühn

michael blume (oldtimer58)

Der Bus ist nur billiger weil ich mit meinen Mineralölsteuern die Straßen subventioniere.Warum ist der Steuersatz auf Diesel geringer als auf Benzin?Und was zahlt der Bus für seinen Weg.Dei Bahnen(auch die Privaten ,gibt es!!)müssen ihre Wege jedesmal bezahlen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 20:32

bahnfahren ein abendteuer der neuzeit

martin kollert (superhubbi)

wie wahr, wie wahr dieser bericht , er spricht mir aus der seele, sobald die fahrkarte gekauft ist, was zumeist eine langwierige angelegenheit ist, dürfen keine fragen mehr gestellt werden. Denn Fragen beantworten kostet zeit, personal und fachkompetenz und das bleibt immer mehr auf der strecke. Hauptsache der Geschäftsbericht fällt positiv aus, ist ja wichtig für den zukünftigen aktionär, und die flächen für die fress und handtaschen-schuh-krimskram-stand ist vermietet. aber trägt der kunde nicht selber ein stück verantwortung dafür. er macht den ganzen mumpitz doch mit. die menschen müssen endlich mal wieder über ihren eigenen tellerand hinausschauen, und nicht nur an sich denken , sonst können wir demnächst noch eine zusatzversicherung für die sitzplatzresevierung abschließen, aber nicht nach 20.00 uhr den dann sind die meisetn schalter ja schon geschlossen!!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 20:02

Kunde <-> Fahrgast

Wolfgang Müller (muellerw2)

Die meisten Leute, die ich kenne, fahren Langstrecken mit der Bahn, weil sie (anders als im Kurzstrecken-Flieger) in der Bahn mehrere Stunden ununterbrochen arbeiten können. Mit Laptop und Handy. Für diejenigen, die das stört, gibt es Ruhezonen. Aufstehen für Gehbehinderte hat seinen Sinn dort, wo man nicht reservieren kann. Wer zu Stoßzeiten nicht reserviert, und dann davon ausgeht, dass die, die für eine Reservierung gezahlt haben, dann zwischen Hannover und Hamburg mal eben eine Stunde stehen (nur so als Beispiel) hat mein Verständnis nicht.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 18:57

Bahnfahren Na Klar !

Wolfgang Klein (wolleklein)

Ich finde die gelinde gesagt etwas überspitzt. Also ich habe mich vor zwei Jahren auf die Bahn umgestellt und fahre sehr bequem damit.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 17:00

Arrogant?

Marc Rieger (rieger74)

Ui, da hatte einer aber schlechte Laune... Ich fahre oft mit der Bahn, und ich beschwere mich auch selbst oft genug ueber dies und das, aber was in dem Artikel entweder der Bahn unschuldigerweise angelastet wurde (Umgangsformen der Mitreisenden) oder ohne guten Grund beschimpft wurde, ist dann doch reichlich laecherlich... Zum Thema englische Ansagen: Ich kann bestaetigen, dass diese fuer auslaendische Reisende, von denen es ja nun genug in Deutschland gibt, eine grosse Hilfe sind. Oder wollen Sie mit schwerem Reisegepaeck nach den gelben Tafeln suchen, und sich dort die Information ueber Anschlusszuege selbst zusammensuchen, waehrend Ihr Zug inzwischen ohne Sie abfaehrt? Ausserdem finde ich es persoenlich praktisch, eine zweite Chance zu haben, die Ansage zu verstehen, auch wenn bei der deutschen Ansage gerade ein Baby im Wagen schreit, oder ich es verschlafen habe, gleich zuzuhoeren... Ansonsten kann ich mich meinen Vorschrebiern nur anschliessen, und die Autoren zu einer Zugfahrt durch einige Nachbarlaender einladen. Italien, Frankreich und England boeten sich besonders an! Und uebrigens: Wer etwas gegen frische Brezeln hat, muss sie ja nicht essen, gell? ;-)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 15:53

Gerne Bahnfahren

michael kahmeyer (berlinreader)

Selten so einen langatmigen Unsinn gelesen. Die Bahn ist ein sehr bequemes und zuverlässiges Verkehrsmittel und kein Wundermittel gegen Weltschmerz und schlecht erzogene Fahrgäste. Ich nutze die Bahn immer wieder gerne und freue mich über jeden erkennbaren Ansatz den Service zu verbessern.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 15:41

Vive le Bahn!

Benjamin K. (catch1980)

Immer auf die DB. In anderen Ländern geht das viel besser: In Frankreich, vergiss Online-Buchung mit Kreditkarte und Ausdrucken des Fahrscheins zu Hause. In Paris holt der Reisende sein Ticket am Automat. Zu diesem Zweck weist man sich bei der Maschine mit der Kreditkarte aus, die zur Reservierung des Tickets im Internet benutzt wurde. Allerdings erfährt man erst von diesem Automaten, dass ausschließlich französische Kreditkarten akzeptiert werden. Was ein Problem sein kann, wenn man gerade versucht in 10 Minuten (da der Zug mit 40 Minuten Verspätung in Brüssel startete) vom einen Sackbahnhof (Gare du Nord) zum Anschlusszug im nächsten Sackbahnhof (Gare de l'Est) zu gelangen. Der Weg ist kaum weiter als von Terminal E nach A auf dem Frankfurter Flughafen, nur dass dort ein Shuttle-Bus fährt. In Paris fährt die U-Bahn. Es versteht sich, dass für die Metro ein eigenes Ticket fällig ist, von einem anderen Automaten, der gar keine Geldkarten akzeptiert. Nur dass le Contrôleur bei all dem hilfsbereiter sei als Kollege Schaffner, das kann man wirklich nicht behaupten. (Absender ist weder von der Bahn bezahlt, noch dem Unternehmen besonders verbunden.)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
26. Dezember 2008 11:30

Hier sind wir bedient

Hans-Georg Pelzel (Hans-Georg.Pelzel)

Eine wunderschön zulesende Beschreibung des Bahnfahrens. Ja, genauso erlebe ich es als Pendler seit vielen Jahren.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Dezember 2008 10:06

Zwei Paar Schuh

Vyvienn Writings (vyvienn)

Ich bin Viel- und auch Weitfahrer mit der Bahn, seit über zwei Jahren. Die Schamgrenze, über das miese Englisch zu lachen, liegt bei mir wohl nicht so hoch wie bei den werten Autoren, allerdings sehe ich oft genug Menschen, die sogar in einem Land, dessen Sprache sie beherrschen, orientierungslos herumstehen oder -wandern. Daher behaupte ich mal, es ist durchaus nicht sinnlos, Bahnhofsansagen auf Englisch zu wiederholen, bevor man den Ausstieg verpasst. Auch wer umsteigen muss, wird sich darüber freuen, denn auf den am Automaten gezogenen Fahrkarten steht keineswegs mehr drauf, wann man wo umsteigen muss. Das am Rande als kleine Servicekritik. :) Was das rüpelhafte Benehmen der Fahrgäste angeht, das ist doch ein vollkommen anderes Thema als die "Servicewüste Bahn". Auch ausserhalb der DB benehmen sich die Leute immer öfter, als hätte jeder Ansprüche, aber keine Verpflichtungen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Dezember 2008 09:52

hier sind wir bedient

ernst fey (ernst3902)

toller beitrag..............nur .... wie wäre es,wenn sie bei der bahn den service organisieren würden ....mit ihrem wissen haben sie die besten vorraussetzungen....vielleicht wird die bahn jetzt auf sie aufmecksam..... mfg.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
24. Dezember 2008 00:36

Bahnbashing oder berechtigte Kritik?

Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)

Wem die Aussicht missfällt, auf einer Bahnreise mit verpassten Anschlüssen wegen Zugverspätung konfrontiert zu werden, noch dazu bei ungenügendem oder fehlendem Angebot an Warteräumen, wer der Drängelei auf den mit Reisegepäck blockierten Gängen und des ungehindert ausgelebten Mangels an zivilisiertem Verhalten von Fahrgästen überdrüssig ist, sollte seinen Unmut über seine Erfahrungen mit unser aller Bahn äußern dürfen, ohne deshalb mutwilliger Miesmacherei verdächtig zu sein. Natürlich kann man der Bahn den verbreiteten Mangel an Rücksichtnahme und Solidarität unter den Fahrgästen nicht anlasten, aber sie ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich, die dieses Übel verschärfen, statt es zu mindern. Wer seinen Anschluss verpasst und dann auch noch in zugiger und unbequemer Umgebung auf den nächsten Zug warten muss oder wer wegen fehlender Staumöglichkeiten für Reisegepäck Ärger bekommt, wird voraussichtlich weniger geduldig und zuvorkommend sein als jemand, dem diese Unannehmlichkeiten erspart blieben.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 23:46

Bahnmonopol muss weg!!

Joachim Kühn (jokuehn)

Dass es immer noch Gesetze gibt, die die Bahn schützen und keinerlei Wettbewerb mit umweltfreundlicheren und günstigeren Bussen zulässt ist wirklich unbegreiflich. Wozu man überhaupt immer zwei Verkehrformen fördern ist mir unbegreiflich. Überlandbusse wären auf mittleren Strecken deutlich günstiger.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 23:27

BEnglisch - Bahn Englisch

Eva Rosinsky (evaros)

sssenkiuu vor traseling wis "Deutsche Bahn" :-))) Lesen Sie sich das mal laut vor, sonst funktioniert es nicht (soll heissen: "Thank you for travelling with Deutsche Bahn") und ist für mich ein Witz, seitdem mir es jemand erzählt hat. Das ist anscheinend aber schon oben angekommen, da jetzt eindeutig Muttersprachler oder geübte Englischsprecher engagiert werden. Bei der KVB-Köln übrigens auch, was eine enorme Leistung darstellt:-)) Viele Grüße

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 22:49

Die Hölle beginnt bereits vor dem Einsteigen

Liese Leser (Liele)

als Gelegentheitsinsasse ist für mich reflektierte alltägliche Verserciveung fremd, aber nachvollziehbar. Handy-Intensiv-Nutzer werden übereinstimmend als Störer einer "Bahnreise" klassifiziert. Erlebte ich auch ohne Handy: VIER amerikanische Austauschschüler/-studenten quicken und kicherten auf meiner Fahrt nach Amsterdam in dem kleinen Abteil direkt hinter dem Zugführer unablässig. Da kommen schon Ideen wie "Notausstieg"" zwangsläufig auf. Die Aussicht in so'm ICE, direkt hinter dem "Lenker" war schon beeindruckend.Bis auf die Momente, indem dieser durch Lichtbeeinflussung die Trennscheiben "vermilchte" und ich als Kettenraucher trotzdem die "Züge" mit anderen Zugbegleitern erkennen konnte. Sie nerven die Ansagen: Schön,dass Sie sie überhaupt verstehen ! Schon mal im Zug oder auf zugigen Bahnhöfen gestanden, und nichts verstanden, da diese Info nirgends reproduzierbar ist ? Sie klagen auf sehr hohem, auch sozialethisch brechtigten, Niveau. Der beklagte "soziale" Egoismus ist doch nur die Konsequenz aus eingeredeten "renditefixiertem" Auftragshandeln von Einkommensabhängigen. "Mehr Zinsen, mehr Ego" Zum Betreff: "Schon mal nach NL gefahren mit dem Zug ?" Hey, da stehen drei undifferenzierte Züge an einem Bahngleis !

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 22:16

Volkssport "Bahn-Bashing"

H. Schuelldorf (Hegelkant)

Es scheint, als ob alles, was während einer Zugfahrt passiert, grundsätzlich und allein Schuld der Bahn ist. Nun sogar das Verhalten der anderen Fahrgäste. Die Autoren - so scheint mir - haben im Prinzip alles, was Ihnen Negatives zum Thema Bahn eingefallen ist, in einen Artikel gestopft - auch Aspekte, die keineswegs bahnspezifisch sind. Das kritisierte Verhalten lässt sich z.B. auch in jedem Cafe beobachten. Es wird bemängelt, dass das Bahn-Personal nicht einschreitet, gleichzeitig aber auch eine "Was-muss-ich-erst-darauf-hinweisen?"-Haltung gepredigt, das Fehlverhalten ist doch offensichtlich. Im Cafe reagiert der Kellner auch erst, wenn andere Gäste sich beschweren. Statt einer bisweilen merkwürdigen Polemik hätten die Autoren lieber zwei Artikel schreiben sollen: eine (inhaltlich korrekte) Kritik am Service (z.B. Zugdurchsagen), und eine über den Sittenverfall in der Gesellschaft. Aber beides zusammen passt meiner Meinung nach nicht. Und ein Wort an die anderen Leser, die Beifall klatschten: ich glaube, niemand ist verpflichtet, mit der Bahn zu fahren. Wenn Sie alle so viele negative Erfahrungen gemacht haben, warum nehmen Sie nicht das Auto oder das Flugzeug? Sie werden merken, dass Bahnfahren doch nicht soo schlimm ist...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 21:40

Fahrt nach Venedig

Günter Jäger (rohrbacher)

Auch andere Bahngesellschaften haben ihre Probleme. Auf der etwa 6-stündigen Fahrt von München nach Venedig und zurück gibt es keinen Speisewagen, sondern nur einen fahrbaren Buffetwagen. Wenn dann ein oder mehrere Koffer im Gang stehen, werden die anderen Wagen eben nicht bedient. Die Reisenden sollen eben selber kommen. Sandwichs z.B sind dann eben irgendwann ausverkauft. Im übrigen werden in den Fahrplänen in Venedig (wie auch in Paris Est) die Gleise nicht aufgeführt, sondern einige Minuten (jue nach Verspätung nur wenige) in der elektonischen Tafel angekündigt. München erscheint da als Monaco. Wer kein Italienisch spricht und nicht ans Mittelmeer will, ist arm dran.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 21:29

Die ""schnelle" Bahn

Günter Jäger (rohrbacher)

Vor kurzem fuhr ich von Heidelberg über Mannheim nach Paris. Fahrzeit 3 1/2 Stunden. Fabelhaft. Auf der Rückreise an einem Samstag brauchte ich dann von Paris nach Karlsruhe 3 Stunden. Für die etwa 30 Minuten Fahrzeit von Karlsruhe nach Heidelberg musste ich einschliesslich kurzfristiger Verspätung und Wartezeiten 2 Stunden aufwenden. Die Zusammenstellung von Fahrplänen gehen sehr oft von kurzfristigen Umsteigezeiten aus, so dass kleine Verspätungen zu grossen Verzögerungen durch Anschlusszüge führen. Bei einer Fahrt Heidelberg-Paris kann dies sehr misslich werden, da die ICE/TGV Anschlusszüge generell Platzbuchung verlangen und ausserdem in sedr langen Intervallen fahren. Aus Erahrung nehme ich für die erste Stecke einen früheren Zug. Die Durchsage in einem im Auftrag der ICE fahrenden TGV Zug von Paris nach Karlsruhe war nur in Französisch. Das war deswegen problematisch, weil ein Zugteil in Strassburg stehenblieb und nur der andere Teil bis Stuttgart weiterfuhr

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 21:12

Geschwätz im Zug

Günter Jäger (rohrbacher)

Bei einer Fahrt vom Frankfurter Flughafen nach Mannheim sassen wir neben zwei selten dämlichenZiegben um die m40. Sie schafften es, in etwa 30 Minuten um die 50 Themen abzuhandeln. Das fing damit an, dass sie sich über Etikette beklagten, als ich meinen Trolley auf den Tisch stellte, um anderen Einsteigern Platz zum Vorbeigehen zu machen. Der Schwager der einen sei Vorstand bei ... (einer bekannten AG). Von den Bewerbern um einen solchen Posten solle man doch einen Nachweis über den (erfolgreichen?) Besuch eines Benimmkurses verlangen. Die eine könne nur jeden bedauern, der bei einem Unfall in ihre Hände falle. Der regelmässige Besuch eines Erste Hilfe Kurses solle gesetzlich vorgeschrieben werden. Auf die Idee, so etwas von sich aus zu machen, kam die Dame nicht. Kurz wurde der Unfall eines Bekanntgen erwähnt, auf den ein Gabelstapler gefallen war. Er könne nun nur schwer arbeiten, weil eine Seite gelähmt sei. Dann ging es übergangslos mit einem nichtssagenden Thema weiter. Ihr Sohn dürfe nicht zum Wintersport in einen Bauernhof, weil er dann nach Kuh stinke. Und so weiter. Wer mangels Platz solche Nachbarn auf einer längeren Reise erdulden muss, ist vom Schicksal gbeschlagen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 20:32

Verstehe die Aufregung nicht

Harald Franz (HaraldFranz)

Warum machen Menschen diese soziale Folter mit? Maximal 10 Jahre nach einer echten Privatisierung ist das Unternehmen entweder kundenorientiert oder pleite. Ich freu mich schon.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 20:05

Reichsbahn

Immo Sennewald (immediator)

Von 1969 bis 1989 (Ausreise kurz vorm Ende der Dädäärr per Bahn Berlin-Bebra) war ich dauernd mit der Deutschen Reichsbahn unterwegs, danach mit dem, was Konzern geworden ist. Ich darf sagen, dass jeder in der Bahn damals wie heute ein treues Bild der Umgangsformen zwischen Menschen unseres Landes bekommt. Ob und in welcher Richtung das zu werten ist, sei dahingestellt. Es gilt immer noch: sei höflich unter Unhöflichen, lass Dich von uniformierten Anmaßern von Amts wegen nicht einschüchtern, egal ob ihr Chef die SED oder Herr Mehdorn ist. Du findest im Zug ebenso viele üble Zeitgenossen wie auf der Autobahn; sie sind im Zug weniger gefährlich. Du triffst im Zug aber vielleicht auch die Liebe Deines Lebens - das ist auf der Autobahn schwieriger; immerhin kannst Du Deine Lieblingsbücher lesen. Du kannst im Zug sogar Politik machen. Das hat Herr Mehdorn nicht verstanden, er möchte die Bahn gern aus der politschen Verantwortung herausschlaumeiern UND gleichzeitig agieren wie ein Generalsekretär. Deshalb hat er ein Problem mit den Bahnkunden, genau wie einst das Politbüro mit der Bevölkerung. Wie sagte Brecht: die Regierung möge sich doch ein neues Volk suchen ...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 19:28

Vergleiche

Alfons Schröer (aalfonso)

Ich erinnere mich an Bahnfahrten im Ausland und wäre froh gewesen ein paar Infos in englisch zu bekommen. Viele der hier genannten Moniten sind inzwischen generell typisch für unser Land und sind keine bahnspezifischen Probleme. Man achte als Fußgänger mal auf all die Rotfahrer an der Ampel (aktuell heute wieder erlebt) oder wie Gehwege so zugeparkt werden dass ein Kinderwagen übers Auto gehoben werden müßte um keinen Umweg machen zu müssen, von den zusätzlichen Gefahren für Blinde ganz zu schweigen. Auch Herrn Mehdorn ist schon vor längerer Zeit aufgefallen wie vermüllt die Züge nach Beendigung der Fahrt aussehen, selten bei Antritt der Reise. Die Toiletten werden ebenfalls von Reisenden und nicht von der Bahn "versaut".

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 19:01

@Rene Meyer: Leise vorlesen wäre auch gegangen

Franz Müller (Franzy)

Die besagte Mutter las aus dem Buch "Der Kleine Wassermann" von Otfried Preussler vor. Ich habe dieses Buch als Kind selbst auch verschlungen und kann es auch nur begrüßen, wenn Mütter ihren Kindern dieses Buch vorlesen. Der springende Punkt ist nicht das Vorlesen an sich, sondern das LAUTE Vorlesen im ICE. Der ICE ist ein Zug, in dem normalerweise eine sehr gedämpfte, angenehme Geräuschkulisse herrscht, wie etwa im Lesesaal einer Unibibliothek, und genau das macht den ICE auch so beliebt im Vergleich zu anderen Zügen. Man kann selber in entspannter Atmosphäre blättern oder zum Fenster hinausschauen und über bestimmte Dinge nachdenken. Das ist ein schönes Erlebnis, wie es sich bei mir fast nur bei Reisen im ICE einstellt. Diese Mutter meinte hingegen, ihrem Kind das ganze Buch ohne Pause laut vorlesen zu müssen, und zwar so laut, dass einfach das ganze große Abteil beschallt wurde. Sie hätte das Kind ganz nah zu sich heranholen und z.B. flüsternd vorlesen können. Das hätte niemanden aufgeregt. Ein Kind mitzuführen entbindet noch nicht von Rücksicht anderen gegenüber. Sie hätte es auch mal bei EINEM Kapitel oder einer Seite bewenden lassen können, um erst nach längerer Pause weiterzulesen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 18:44

Kirche im Dorf lassen ....

Gerhart Gross (ralfer)

Na, ich denke, da muss aber die Kirche im Dorf bleiben! Auch wenn ich mit vielen der Klagen übereinstimme, soll Herr Mehdorn jetzt auch noch für die Rüpelhaftigkeit der Bahnkunden herhalten und Umerziehung durch sein Servicepersonal oder Mithilfe der Bahnhöfe betreiben - wenn das Eltern und Schule schon nicht schaffen? Die Artikelschreiber regen sich wahrscheinlich trotz steigender Kosten auch als Erste über steigende Bahnpreise auf. Bei der Bahn steht wahrhaft nicht alles zum Besten. Das Servicegefälle zwischen ICEs und den anderen Zügen ist wirklich grotesk. Verstärkte Höflichkeitsschulung und Kundenorientierung würden helfen, auch wenn mir Fortschritt erkennbar scheint. Das Gefälle zwischen Land- und Citybahnhöfen ist ebenso erschreckend undd nicht immer ganz verständlich. Trotzdem, als eher Gelegenheitsbahnfahrer auf mir häufig unbekannten Strecken und ohne Bahncard bin ich über die Ansagen - auch die häufigeren durchaus froh. Und wie froh wäre ich erst über englische Ansagen auf Bahnfahrten in Ländern, deren Sprache mir nicht ganz so geläufig ist.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 18:07

Nicht nur die Bahn!

Norbert Czech (nczech)

Die Verrohung der Sitten ist auch im Flugverkehr zu beobachten. Die Handyquäler dürfen dort demnächst nicht nur im Zubringerbus, sondern auch während des Fluges ihre sinnlosen, manchmal aber auch geschäftsgeheimnispreisgebenden Quatschereien von sich geben (12 Stunden nach Hongkong - grauenhaft!). Bei der Bahn kann man meistens doch das Abteil oder den Platz wechseln - im Flieger fast nie. Die Trolley- Rüpel im Flieger sind stolz darauf, ein Format, das für den Jahresurlaub einer vierköpfigen Familie reichen würde, ins Handgepäckfach zu quetschen; später boardende Passagiere können sehen, wo sie mit ihrer Aktentasche bleiben. Nervende Durchsagen gibt's im Flieger eh (Sicherheitsinstruktionen/ Aerobic für die Stewardess!). Die immer intimer werdenden Körpervisitationen vor dem Abflug mal außen vor gelassen. Nein, Spaß macht das Reisen nicht mehr...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 18:06

schon ein wenig polemisch

Henner Schmidt (henner01)

Der Beitrag ist schon ein wenig polemisch, vorallem der Kommentar über die rüpelhaften Fahrgäste ist etwas übertrieben. Ich selbst fahre des öfteren mit der Bahn, vorallem mit den Regionalzügen. Dort hat man natürlich die Probleme mit den Comfort-Kunden und den Sitzreservierungen nicht. Rollkoffer sind zum rollen da, warum hätten die Dinger sonst Rollen? Und das Problem mit herumstehenden Koffern wird hier doch von einer sehr elitären Position beschrieben. In den modernen doppelstöckigen Regionalbahnen sind die Ablageflächen doch sehr begrenzt, dort passen gerade mal Handtaschen und kleine Aktenkoffer hinein. Bei recht leeren Zügen kann man die Koffer ja noch im Fußraum oder auf Sitzen unterbringen aber bei vollen und übervollen Zügen muss man dann halt für das Abstellen der Koffer auf den Gang ausweichen. Natürlich ist hier die Bahn gefragt, aber nicht der Service der Bahn oder die Schaffner die einem dann verbieten die Koffer auf den Gang zu stellen, wohin will man sie auch sonst stellen, vielleicht könnte man sie ja auch einfach aus dem Fenster werfen, sonder die Hersteller und Einrichter der Bahnen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 17:56

Servicehölle Bahn

Peter Bernhardt (JuergenBernhardt)

Als Vielfahrer könnte ich vieles hinzufügen. Alles typische "Ökonomisierungs Folgen". zu dünne Zugachsen- zu wenig Ersatzloks-offensichtlich zuwenig gewartet-häufige Signalstörungen-völlig überfordertes aber trotzdem rührend bemühtes Servicepersonal-zum Teil katastrophal schlechte Bahnhofdurchsagen -schnodderig-schlampig in miserabelstem Englisch(Beispiel Hamburg HBF) Bin neulich TGV gefahren- schnell-pünktlich-sicher -wirklich freundliches professionelles höfliches Zugpersonal - auf das ICE Design würde ich zu Gunsten von mehr Professionalität und Sicherheit(ICE Leichtbauweise!) gerne verzichten

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 17:35

Die böse Privatisierung

Marvin Parsons (mapar)

Die genannten Mißstände, soweit sie der Bahn angelastet werden müssen, sind keine Folge der Privatisierung. Früher als amtlicher "Beförderungsfall" hat man sich auch nicht grad wertgeschätzt gefühlt. Der Fehler ist eher, daß die Privatisierung und Liberalisierung unvollständig sind. Das Schienennetz sollte der Bahn-AG weggenommen werden und jedem Anbieter offenstehen, der die Nutzung bezahlt, so wie Flughäfen jeder Gesellschaft offenstehen, die technische Standards einhält und die Landegebühren bezahlt. Rein theoretisch ist das zwar möglich, aber die Situation ist so. als wenn alle Flughäfen der Lufthansa gehören würden. Die Bahn-AG hat immer noch das Quasimonopol, doch nur Konkurrenz sorgt für vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis und vertretbare Reisebedingungen, wie im Luftverkehr. Was wenig bekannt ist: Das Bahnmonopol verhindert sogar Konkurrenz durch Fernbusverbindungen. Fährt irgendein Zug auf der Strecke, gibt es keine Lizenz für Busunternehmer. Wie soll eine so hoheitlich geschützte Beamtenbahn je an guter Leistung interessiert sein?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 17:17

Weitestgehende Zustimmung...

Johannes Walter (brigadier)

...nur: warum wird hier von der Servicehölle Bahn gesprochen, wenn ein Teil der Kritik sich gegen die Bahnreisenden wendet? Das teilweise unbeholfene und unfreiwillig komische Höflichkeitsgebahren der Bahn kann ja wohl kaum als Grund dafür angenommen werden, dass immer mehr verehrte Mitreisende elementarste Höflichkeitsregeln nicht mehr zu kennen scheinen? Endlose Telefonate oder DVD-Filmvorführungen sind da noch lässliche Sünden, wenn man z.B. an die verbreitete Angewonnheit denkt, seinen Koffer eben nicht nur auf den Gang, sondern noch viel besser auf den benachbarten Sitz zu stellen. Im übrigen: einer alten Dame oder einer Mutter mit Kind einen Platz zu überlassen, ist keine Frage von zwei Euro Gebühr, sondern von gebührender Höflichkeit gegenüber seinen Mitmenschen. Dazu eine kleine Anmerkung an einen Vorkommentator: es soll mal eine Zeit gegeben haben, in der Mitmenschen mitleidig lächelnd den Versuchen von Mamis und Papis zugesehen haben, den Nachwuchs dessen Geduldsfaden noch so kurz ist, wie seine Beinchen, über längere Bahnfahrten bei Laune zu halten. Heute wird dies scheinbar schon als Belästigung empfunden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 17:17

Mehdorns Folter

Sabine Schultes (SabineSchultes)

Der Artikel spricht mir voll aus dem verärgerten Herzen! Seit langem bin ich fassungslos, dass das ehemalige Service-Unternehmen Bahn ALLES falsch macht, was man falsch machen kann. Als habe es sich Herr Mehdorn zum Ziel gesetzt, auch den letzten entnervten "Kunden" zu vertreiben. Nur, wem nützen leere Züge? Ich hoffe inbrünstig, dass dieser "Manager" bald weg vom Abteilfenster ist! Und dass der Schwachsinn, ausgerechnet den öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu privatisieren, auch in Berlin als solcher erkannt wird! Ich bereue inzwischen, mir eine Bahncard angeschafft zu haben. Ein weiteres kleines Beispiel für Service: Wenn ich am Automaten eine Fahrkarte kaufen will und den "Bahncard"-Knopf drücke, erscheint auf dem Display "Diese Änderung ist nicht möglich". Seitdem ziehe ich konsequent eine Kinder-Fahrkarte und warte auf den Clinch mit dem Kontrolleur... Sabine Schultes

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:39

Handys und Reservierungen

Thea Engholm (Flaim)

Der Autor des Artikels wirft die Verantwortung verschiedener Gruppen hier etwas durcheinander. Wenn ein Reisender laut und lange telephoniert, kann ihm das der Schaffner nicht verbieten, denn dazu steht nichts in den Transportregeln der Bahn. Das ist eine Frage, die die Mitreisenden untereinander klären müssen. Wenn ich eine Platzkarte habe, stehe ich auch nicht für eine alte Dame auf - auch sie hätte eine Platzkarte lösen können, das obliegt der Voraussicht jedes Reisenden. Kurz - es liegt an uns Reisenden, die Zugfahrt angenehmer zu gestalten, nicht unbedingt an der Bahn.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:19

Einfach nur traurig die Deutsche Bahn

Fabian Mueller (Sebastian1982)

Wer mit der DB fährt kann von Entspannung nur träumen, geschweige denn von Pünktlichkeit. Am schlimmsten finde ich, dass diese Möchtegern AG mit Steuergeldern bezuschusst wird, da sie ja nur Teilprivatisiert ist. Die DB hat nur einen Vorteil, den Kauf von Tickets mit Bahncard im ICE/IC. Da die Schaffner meistens nicht sofort kommen, kann man eine oder mehrere Stationen kostenlos fahren, was bei den teuren Karten nur gerechtfertig ist. Da der Preis und die erbrachte Leistung sehr sehr weit auseinander liegen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:16

Viel Ärgernis doch die Antwort ist so einfach ...

Inanc Bardakcioglu (HurraTuerkiye)

Auto und Autobahn ! Wer immer noch auf die Bahn setzt ist ein Individualismusfeindlicher Sozialist. Vielleicht sogar Öko-Sozialist. Jedenfalls ist er an seiner Misere selbst schuld.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:04

Die Zeiten verändern sich...

Patrick Wettlaufer (patwet89)

Alleine der erste Satz des Artikels hat es in sich: "Die Deutsche Bahn verdirbt die Sitten". In diesem Satz klingen leider zwei wenig differenzierte Allgemeinplätze mit: Zum Einen: Die "Sitten"verschlech sich und zweitens, die Deutsche Bahn hätte Schuld. Zum Ersteren: Der sogenannte Sittenverfall wird an einige "Beispielen" versucht zu zeigen, dazu gehören die Tätigkeiten, die im Zug geführt werden. Laptop benutzen, sie es zum Arbeiten oder Film gucken sei ein Unding. Wieso? Ich fahre gerade mit der Bahn, damit ich unterwegs die Zeit "sinnvoll nutzen" kann. Was ich persönlich darunter verstehe, bleibt meine Sache. Anscheinend lässt der Autor aber nur Bücher lesen zu. Vielleicht noch eine kleine Inhaltskontrolle auf Niveau gefällig?! Soweit kommt's noch. Und Essen nur im Bordrestaurant? Schon mal einen Blick auf die Preistafel geworfen?! Und dann noch Telephonieren im Telefonbereich, nein, sowas aber auch. Ich frage mich, warum der Autor solche Bereiche nutzt, wenn ihm das doch so gegen den Strich gehen würde... Zum Thema Bahn.Comfort-Bereiche: Als BahnCard100-Besitzer kenn ich das Problem das dort fast alle Plätze von nicht-Comfort-Kunden besetzt werden. Das Problem liegt nicht am System, sondern an den ignoranten nicht BCer!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:03

Danke

Erich Poinstingl (poinstingl)

Sie haben völlig recht! Ich bin Wiener - der Höhepunkt des Absurden ist allerdings, dass sie bei uns in der U-Bahn vor jeder Station ansogen, ob sich der Ausstieg links oder rechts befindet; in Fahrtrichtung oder gegen die Fahrrichtung sagen sie allerdings nicht. Auch wenn wir tatsächlich alle minderbemittelt sein sollten, mir ist noch niemand aufgefallen, der in einer Station auf der falschen Seite versucht auszusteigen! Möglicherweise liegts aber auch nur an meiner Ignoranz! Service ist ja gut und schön - allerdings habe ich, seit dem in Zügen nicht mehr rauchen darf - auch dazu gabs hier einen guten Artikel - das Bahnfahren eingestellt!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 16:02

Und das ist auch nur die Spitze des Eisbergs ....

Robert Hamacher (harohama)

die Situation für den Fahrgast ist noch viel ärger. Und der BahnFisch stinkt wie immer vom Kopf her - Spezi Mehdorn, die Dauerrache Schröders, und seine handverlesene Gang, die Kunden wie Personal gleichermaßen zum Feind erklärt haben. Aber die verantwortlichen Politiker aller Ebenen und aller Parteien ( incl. des unsäglichen Tiefensee und fast all seiner Kollegen auf Länderebene) scheinen erpressbar, wenn nicht korrumpierbar zu sein. Es locken ja immer einige hochdotierte Pöstchen für "branchenerfahrene" Lobbyisten, die für Vorfelddienste zeitversetzt "entschädigt"werden. Ein Dienstleister mit vergleichbarem Angebot und Service würde kein Jahr überleben.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:47

Spielzeugeisenbahn

Gabriele Salecker (BaBlue)

Nach einigen Jahren Pendeln bleibt das Fazit, daß die Bahn unter Mehdorn nur noch ein Ziel verfolgt: aus der Bahn eine unbemannte Spielzeugeisenbahn im Maßstab 1:1 zu machen. Hier sollen unfähige Manager für viel Geld ihren Kindheitstraum ausleben dürfen. Fahr"gäste" sind das notwendige Übel, daß (noch) mehr oder eher weniger geduldet wird, um den Managern die ausreichende Menge Geld zur Verfügung stellen zu können. Hier geht es weder darum, die verkaufte Dienstleistung zu erbringen (Pünktlichkeit kann auch auf Strecken unter 50 km bei zwei Haltestellen zu irgendeiner Jahreszeit erwartet werden, Sauberkeit gehört nicht zum Leistungsumfang und Freundlichkeit darf gar nicht erwartet werden) noch geht es darum die "erwirtschafteten" Gelder in irgendeiner Weise wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen. Warum auch? Mangels Alternativen zahlt der Bahnkunde exorbitante Summen für Züge, die eventuell fahren, vielleicht auch auf der erwarteten Strecke, mit sehr viel Glück sogar einigermaßen zu den "geweissagten" Zeiten. In welchem Zustand Züge und Strecken sind, ist für die Bahn völlig unerheblich.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:44

Die atmosphärische Dichte dieses Berichts ...

Werner Kuemmerle (wkuemmerle)

... ist kaum zu übertreffen. Genau so ist es! Aber der Deutschen Bahn AG kann man das nicht anlasten, denn die Bahn ist kein Freiraum, sondern Teil unserer gesellschaftlichen Realität. Die offizielle "Kundenorientierung" fast jedes Unternehmens ist heute weit von der Wirklichkeit, wie sie der Kunde täglicher erfährt, entfernt. Die Marktwirtschaft hat die Politik eingeholt: "Links blinken und rechts abbiegen!", das ist das Motto. Bei der beschriebenen Situation braucht man sich doch nicht wundern, wenn sich die Kunden im öffentlichen Raum wie in ihren eignen 4-Wänden verhalten. Vor 10 Jahren in der U-Bahn in Peking war ich noch stark beeindruckt über die Fähigkeit des Menschen, in der Masse seine Individualität zu leben. Inzwischen sind wir Deutschen hier wettbewerbsfähig geworden - eine Folge der Globalisierung? Oder mentale Voraussetzung, um in de4r globalisierten Welt überleben zu können?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:36

Zunächst mit Erstaunen (nicht zuletzt wegen der schieren Länge des Artikels),

Rolf Jonasson (R.Jonasson)

..dann mit einem Schmunzeln las ich über das, was sich scheinbar in deutschen Zügen so abspielt. Ich selbst kenne derlei bestenfalls vom Hörensagen, denn ich pflege als überzeugter Autofahrer zu diesem Thema nur folgendes zu sagen: Ich fuhr 1975 einmal mit der Bahn - und es hat mir gar nicht gefallen. Im Jahr der Wende, anlässlich eines Segeltörns in den herrlichen Gewässern um Rügen, habe ich es dann noch einmal probiert - und es hat mir wieder nicht gefallen, gar nicht gefallen (Stehplatz von Hamburg bis Rostock, pöbelnde Mitreisende unter deutlichem Alkoholeinfluss bereits am Mittag). Und so freue ich mich denn über jede Fahrpreiserhöhung, verbilligt sie doch, relativ gesehen, mein Vergnügen an der individuellen Fortbewegung mit Fahrrad oder Auto. Und bei solchen Artikeln oder entsprechednen Erzählungen im Freundeskreis staune ich immer wieder über die Leidensfähigkeit der Bahnkunden und freue mich, dass mir dieses Schicksal erspart bleit. Und inzwischen ist sogar der letzte "Nachteil" des Nicht-Bahn-Fahrens entfallen: Seit ich aus Umwelt- und Kostengründen regelmäßig Mitfahrgelegenheiten anbiete, lerne ich viele interessante Zeitgenossen kennen, die uns gern und oft mit Anekdoten von der Bahn AG erfreuen - ist das nicht nett?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:16

@Franz Müller

Rene Meyer (matrix1329)

Haben Sie Kinder? Ich muß sagen, was mich an den Bahnfahrenden oft stört ist deren unglaublich egoistische Haltung Familien mit Kindern gegenüber. Wir (zwei Erwachsene und ein Kinder) verreisen oft mit der Bahn, und es wird schon beim Einsteigen und Rangeln um Sitzplätze (die man in Regionalzügen ja leider nicht buchen kann) klar, daß zuerst das ICH kommt, und dann der ANDERE. Auch Eltern mit Kindern und alten Leuten gegenüber. Seine eigene Ruhe höher einzuschätzen als die Versuche einer Mutter, mit dem Kind halbwegs ruhig und ohne durch Langeweile ausgelöstes Gequengel über die Strecke zu kommen ist dabei nur die einfachste Ausprägung des Egoismus. Sie sollten mal versuchen, 2 Stunden oder länger mit einem kleinen Kind in einem überfüllten Bahnabteil zu verreisen! Ansonsten noch ein kleiner Tip: Ohrenstöpsel, wie man sie in der Apotheke bekommt, helfen super gegen jede Art von Lärm.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:15

@Jeziorkowski - Richtig, wo Mehdorn regiert...

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

...da wundert sich der Kunde. Man denke mal an die DASA, eine der großen Stationen des Hartmut Mehdorn auf seinem Weg zum Orden der Ehrenlegion. Wohlgemerkt, der französischen Ehrenlegion, nicht einer deutschen. Oder die Heidelberger. Wer Spaß haben will, setze sich mal in die Kantine der EADS-Töchter und komme mit ein paar graumelierten Anzugträgern ins Gespräch, die noch Mehdorn aus dieser Zeit kennen. Da wundert einen nichts mehr. Ungefähr so wie ihr Chef zeigt sich die Bahn wirklich absolut kundenwunschresistent und kreativitätsfeindlich bis zum Anschlag. Statt auf die Stärke der Bahn, das Regionalnetz, zu setzen werden Premiumzüge ausgebaut. Statt Regionalbahnhöfe mit den Milliarden des Bundes zu sanieren werden teure "Mobilitätskathedralen" gebaut. Wobei eine Kathedrale ja eher eine Immobilie ist und darin jemand angebetet wird. Sollen wir Mehdorn als Heilsbringer anhimmeln? Stattdessen frieren sich die zahlenden Kunden an ungestreuten und unüberdachten Bahnsteigen die vier Buchstaben ab und müssen dann noch pampige Zugbegleiter ertragen, die Mütter aus dem Zug werfen und die Kinder weiterfahren lassen. "Wer nichts will und wer nichts kann, der geht zur Deutschen Bundesbahn!"

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:07

Danke für die Erinnerung

Alfred Weimann (GigaroCDA)

Könnte ich doch wahrscheinlich mit der Bahn meine Wochenendfahrten von D nach MS und zurück günstiger als mit dem Auto (Gesamtkosten ca. 0,32€/km = 83 €) bestreiten, so bezahle ich gerne die Mehrkosten des Autofahrens, um dafür den hier so herrlich beschriebenen "Unannehmlichkeiten" aus dem Weg zu gehen. Ich bin in meinem Leben nur selten Bahn gefahren (abgesehen von der Zeit des Grundwehrdienstes Mitte der 90er), und eigentlich verzichtete ich nur aus einem Grund darauf: die Erinnerung, dass sich mit der Häufigkeit des Umsteigens die Wahrscheinlichkeit von stundenlangem Warten auf Bahnhöfen potenzierte (oft genug erlebt). Fast vergessen bzw. noch nicht erlebt habe ich die Servicehölle, wie sie hier beschrieben wird. Selbst wenn nur jedes dritte Beispiel zuträfe, würde ich immer noch beim Auto bleiben! Sehr schade eigentlich, wenn man das Potential der Bahn in Sachen Umweltschutz betrachtet!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:06

Wo bleiben diese Statements in der Rubrik "Auto"

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Hut ab vor dieser kritischen und in keinem Punkt übertriebenen Berichterstattung. Im Gegenteil, die Liste ließe sich fortsetzen: Etwa das Bahncardkunden die Dummen sind, denn fast alle Sonderangebote der Bahn gelten ohne Bahncard (Motto:Der Treue ist der Dumme), ich Bahncard-Besitzer fahre für einen fetten dreistelligen Betrag nach Wien, die anderern für 35,-. Leider misse ich ähnliche kritische Stimmen im Bereich Automobil: Dort werden Lobeshymnen auf ein Facelift-Modell des alten und "neuen" Golf verfasst, oder das Opel-Designbüro als Ideenschmiede gelobt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 15:00

@Franz Müller - Ärgernis Regionalverkehr

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

Sehr richtig. Und auch von den Autoren richtig dargestellt: Der Regionalverkehr ist eine Schande. Wenn ich daran denke, das früher die schmucken "Silberlinge" unterwegs waren. Da war richtig Platz für Gepäck, sie wurden regelmäßig geputzt, die Mülleimer waren leicht zu erreichen und stets sauber, die Sitze bequem und genug Beinfreiheit gab es auch. Heutige Züge sehen teilweise zum Davonlaufen aus. Da fliegen Pappbecher durch die Gegend, sind Polster nass mit Hinterlassenschaften von Fahrgästen, es stinkt nach kalten McD-Tüten, nach billigem Alkohol, es klebt von trockendem Bier (grad wenn die Fußballer- oder Eishockeyfraktion unterwegs ist, also fast immer). Jede Fahrt wird zu einer Geduldsprobe, zu einem Test der maximalen Belastbarkeit der Sensorik. Wenn ich abends nach 1h Zugfahrt zuhause bin, brauche ich meist die gleiche Zeit, um wieder zu entspannen und den Gestank von 200 in einem Doppelstockwagen zusammengepferchten Pendlern bei ausgefallener Lüftung wieder zu vergessen. Am schlimmsten ist aber immer noch der himmelschreiende Zustand der Regionalbahnhöfe, besonders auf der Strecke der Kinzigtalbahn. Da meint man als Fernreisender wirklich, man läßt hinter Frankfurt die Karpathen hinter sich und kommt in die tiefe Walachei.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:49

Und: die Preise...

Martin Morgenstern (Solobratscher)

Ich Klimaschwein fahre einfach nicht mehr Bahn, nachdem ich einmal nachgerechnet habe: Eine Fahrkarte von Dresden nach Heidelberg kostet 99 Euro. Einen schmucken BMW1 sofort (!) an der Dresdner Frauenkirche zu mieten und in Heidelberg abzugeben, kostet ohne irgendwelche Vielfahrer-Rabatte 76 Euro. Das Benzin dürfte dieser Tage ungefähr 43 Euro für die Strecke kosten. D.h. - mit einem Mehraufwand von 20 Eu erspare ich mir all die Kümmernisse, die die Autoren hier mit Gelassenheit auflisten - abgesehen von der Tatsache, dass ich mit dem Auto ca. 5 Stunden, mit der Bahn regulär über 6h für die Strecke veranschlagen muß. Und sobald ich noch einen einzigen Kollegen oder ein Familienmitglied mitnehme, spare ich Geld. Es ist mir daher unerklärlich, wie erwachsene Menschen, die in Besitz einer Fahrerlaubnis sind, sich freiwillig dem Martyrium "DB" aussetzen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:39

Die Autoren scheinen Ewiggestrige zu sein ...

Andreas Iffland (iffi_64)

Natürlich gibt es unverschämte Fahrgäste (auch in Bussen und Flugzeugen), natürlich gibt es nutzlose Informationen ("Dieser Zug hat zur Zeit 10 Minuten Verspätungen wegen Verzögerungen im Betriebsablauf"). Wenn die Autoren sich aber an telefonierenden und DVDs schauendenden Reisenden stören, sollten sie am besten Ohrstöpsel und Augenbinden benutzen, um sich abzuschotten. Damit sie ihren Zielbahnhof nicht verpassen, können Sie ja den Handywecker stellen (oder benutzen sie keine Handys?), aber bitte nur den Vibrationsalarm verwenden. Und achten Sie darauf, den Handyakku zuhause aufzuladen, damit Sie nicht die Steckdose nutzen müssen (das scheint ja unverschämt zu sein). Die Bahn ist umweltfreundlich, duirchschnittlich pünktlicher als Flugzeuge, das Reisen mit der Bahn ist entspannter als Autofahren. Jedem Reisenden steht aber die Möglichkeit offen, alternative Reisemöglichkeiten zu nutzen. --- ein bahn.comfort Kunde, der jährlich zigtausende von Kilometern mit der Bahn reist ---

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:23

Danke für dieses Soziogramm..

Michael Meier (never1)

..der Bahn, der Bahnkunden und letztendlich der deutschen Gesellschaft. Angesichts der Komplexität von Tarifen, Ziel- und Infovorgaben sind stringente, umsetzbare Änderungen nicht in Sicht. Das Personal ist innerlich zutiefst verunsichert ob der alleinigen Renditebetrachtungen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:19

"Bitte beachten Sie: Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf verspätet sich..."

Frank Muschalle (Royalflush)

Es tut immer gut, wenn eigener Ärger in einer solch treffenden Analyse wiedergegeben wird. Ich fühle mich dann verstanden. Danke! Zu Ihrer Liste der akustischen Belästigungen bei gleichzeitigem Vorenthalten wichtiger Informationen -was ich persönlich als Nötigung empfinde- wäre noch hinzuzufügen: - Schlechte Bahnsteigakustik mit vorzugsweise übertrieben lauter, aber vor allem gleichzeitiger Beschallung aller Gleise mit Ansagen, die sich zu einer nicht mehr separierbaren Kakofonie von Sprachcomputern verdichten. Man erkennt nur noch, DASSS soeben etwas relevantes gesagt wurde. Versteht aber nicht mehr, WAS und für WEN. - Dem wichtigsten Informationsbedürfnis des Bahnkunden - Auf welchem Gleis fährt mein Zug und in welchem Abschnitt hält mein Waggon- widmet die Bahn lediglich 2qm Informationsfläche in 12Pt. Schrift. Man steht in Trauben und mit zusammengekniffenen Augen um die gelben und weißen Tafeln herum und versucht, die durch Verknappung geheim gehaltenen Informationen zu entziffern. - Eine intellektuelle Beleidigung sind die tautologischen Pseudoentschuldigungen für Verspätungen "Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf", die die eigene organisatorische Unfähigkeit der Bahn zu einer Art höheren Gewalt hochstilisieren wollen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:16

Englisch

Lutz Jansen (LJA)

Die negativen Erfahrungen der Autoren kann ich leider überwiegend bestätigen. Natürlich schwankt die Bahn hier in dem Spannungsraum zwischen öffentlicher Anforderung an häufige, pünktliche und möglichst preiswerte Verbindungen, sowie dem persönlichen Anspruch des Fahrgastes auf Ruhe und Privatsphäre. Oder eben auch der Möglichkeit zum Arbeiten und Kommunizieren. In einem Punkt irren die Verfasser allerdings vollständig. Die Durchsagen und Informationen in Englisch sind keineswegs überflüssig. Wenn wir wirklich Touristen und Messebesucher aus dem Ausland anlocken wollen, dann können wir eben nicht voraussetzen, dass diese eine so seltene und komplizierte Sprache wie Deutsch beherrschen. Wer selbst einmal exotische Orte mit unverständlichen Sprachen besucht hat, z.B. in Skandinavien, der wird vermutlich bestätigen können, dass es immer ein beruhigendes Gefühl ist, wenn die Beschriftung zumindest auf Englisch vorhanden ist. So reduziert sich die Gefahr für den Gast, unfreiwillig zum Schwarzfahrer zu werden, oder den falschen Zug besteigen. Das viele Leute in unserem Land diese Sprache nur höchst unvollkommen beherrschen, selbst wenn sie es von Berufs wegen eigentlich können sollten, steht auf einem anderen Blatt.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:09

fairerweise...

A xel (flying_lama)

Ich bekomme auch regelmäßig Kopfschmerzen wenn ich an den Kampf um Sitzplätze und das Gekeile mit dem Gepäck denke. Aber es ist sicher nicht die Schuld der Bahn das Rollkoffer in Mode und sture ältere Damen in jedem Abteil zu finden sind. Den Zusammenhang finde ich nicht ganz fair

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 14:07

Wäre dieser Artikel der Verkaufsprospekt ....

Claus Behrens (chipin)

der an die Börse strebenden Bahn, es fehlte aber der Hinweis darauf, dass es sich hierbei um die Deutsche Bahn (AG) handelte, wer würde Aktien zeichnen wollen? Es ist davon auszugehen, dass der um Objektivität bemühte Autor noch die eine oder andere persönliche Erfahrung objektiviert haben dürfte, kann davon ausgegangen werden, dass der Ist-Zustand noch bedenklicher sein dürfte. Der Rückzug aus der Fläche, die Konzentration auf die "Premiumzüge" macht den Zug zum Transportmittel für Privilegierte - nämlich diejenigen, die in der Nähe der ICE / IC - Bahnhöfe Wohnenden. Gleichzeitig verhindert die Politik (gerade auch der Bundesbahn), dass andere in die hervorgerufenen Lücken hineinstoßen und so wieder Service bieten könnten! Was ist nur aus unserer Bundesbahn geworden.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:44

Danke!

Matthias Hühn (matthiashuehn)

Danke, danke, danke, danke! Man koennte hunderte selbsterlebte Momente, die das Bahnfahren zu einem konstant unangenehmer werdenden Erlebnis machen, beisteuern, aber eigentlich haben Bahners und Reents alles gesagt. Und so schoen! Und hoeflich dazu.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:39

Bin Bahnvielfahrer

Franz Müller (Franzy)

Das mit dem Englischen sehe ich so: Wenn die Durchsagen schon übersetzt werden, dann bitte vollständig und korrekt, aber meistens folgt auf eine lange deutschsprachige Durchsage nur eine Kurzversion auf englisch. Einen reservierten Platz, für den ich gezahlt habe, würde ich wohl auch nicht freiräumen, falls eine ältere Dame den Zug betreten würde und neben mir zum Stehen käme, es sei denn, sie bezahlte mir die Reservierungsgebühr. Das ist nur recht und billig. Das mit den Comfortpunkten finde ich auch totalen Quatsch. Manchmal reicht es bei mir nicht ganz zur Comfortzahl, ich setze mich dann trotzdem auf solche Plätze. Neulich hatte in einem ICE eine Mutter ihrem Kind laut ein Buch vorgelesen. Das fand ich nicht schön von der Dame. Es hatte beim Nachdenken und Selberlesen sehr gestört. Alle mussten zuhören. Nach einer Weile setzte ich mich in ein anderes Abteil. Das war aber kein Fehler der Bahn, sondern eine Rücksichtslosigkeit dieser Mutter. Außerdem wichtig fände ich, die Regionalexpresszüge wieder mit ordentlichem Begleitpersonal zu versehen und die Züge innen öfter zu reinigen. Denn da sieht es manchmal schlimmer aus als im Schweinestall.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:35

Oder doch Blockwart?

Hans Kurt v.Wilmowsky (hanskurt)

So ganz menschenscheu und schüchtern wie gegenüber den notorischen hany-Freunden sind die Schaffner anscheinend denn doch nicht: Immerhin liest man in letzter Zeit verstärkt von Fällen, in denen Jugendliche oder sogar Kinder auf offener Strecke "rausgeworfen" werden, weil sie keinen gültigen "Fahrausweis" bei sich haben. Kürzlich wurde deshalb sogar eine Mutter von ihren Kindern getrennt, so dass sich die Mitreisenden um diese kümmern mußten. Man kann nur hoffe, dass solche Fälle rigoros gerichtliche Nachspiele und hoffentlich auch arbeitsrechtliche Folgen für die Herren "Bahnbeamten" haben!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:35

Lieber zu Fuß gehen

Klaus Jeziorkowski (Jeziorkowski)

In diesem Beitrag ist jedes Wort eine leidgeprüfte Wahrheit. Wie könnte es auch anders sein in einem Unternehmen, in dem die Normen des Herrn Mehdorn gelten. Solange der dort regiert, kann es keinen Deut anders werden; wo er das Sagen hat, regieren hinter öligem Pseudo-Service die reine Kampfgesinnung und das nackte Feindes-Prinzip. Warum man sich für beachtliches Geld in die Vehikel dieser Firma zwängt und drängt, ist ein unerklärliches Phänomen. Entweder bricht eine Achse oder es fällt ein "Triebkopf" aus - wer das wohl sein mag! Doch nicht etwa der Chef selbst?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:23

Mehr Technik, mehr Defekte

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

Das elektronische Stellwerk in Frankfurt ist ebenso ein solches Ärgernis. Man wollte Zeit sparen, vermittelte man dem Bahnpassagier. Die Züge könnten mit einer höheren Geschwindigkeit einfahren und damit die Verspätungen korrigieren. Tatsächlich wurde aber ein absolut anfälliges System eingerichtet. Seit der Einführung kommen immer mehr Meldungen ("Auf Grund der Belegung des Eingangsgleises müssen wir hier für unbestimmte Zeit warten, wir bitten um Verständnis"). Das beste was mir dabei passierte: In Darmstadt in einen Pendlerzug eingestiegen, der fuhr exakt 500m aus dem Bahnhof hinaus ins Weichenfeld und blieb da stehen. Geschlagene 90 Minuten lang. Die Bahn war nicht in der Lage, den Zug einfach wieder zurückfahren und die Passagiere aussteigen zu lassen. Statt auf Lowtech und deutsche Gründlichkeit zu setzen, muss dem letzten Schrei nachgehampelt werden. Wir Bahnfahrer bezahlen dabei doch nicht den Service, sondern das Resultat. Aber für die Bahn ist es irgendwie billiger, im Hochsommer die 300.000 Saftpäckchen samt Austeiler zu bezahlen anstatt sich darum zu kümmern, das die Züge pünktlich fahren und die Anschlüsse wirklich funktionieren. Ich will auch nicht in Bahnhöfen überteuert shoppen (ob Sekt oder Drogen ist mir egal)!!!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
23. Dezember 2008 13:14

Hervorragender Artikel - Die Bahn, das Dauerärgernis...

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

...man könnte mit den Mißständen bei der Bahn ein 24-bändiges Lexikon füllen, daher sind das nur die kleinsten Ausschnitte. Aber prinzipiell haben die Autoren recht. Irgendwie denkt keiner mehr bei der Bahn, den Waggonherstellern (aber auch den Automobilherstellern!!!) daran, das man Reisen nur mit Gepäck vornimmt und auch das Berufspendeln meist nicht ohne Gepäck vonstatten geht. Irgendwie nimmt Mehdorns Gurkentruppe an, wer sich so teure Tickets leistet, der kauft sich die Garderobe am Reiseziel? Die Gepäckablage in den doppelstöckigen Regionalwagen ist so niedrig, das man bestenfalls eine Tageszeitung oder ein kleines Rimowaköfferchen unterbringen kann, sinnigerweise soll man größeres Gepäck unter den Sitzen verstauen. Da kommt man aber nicht ran, weil eine Sitzstrebe das seitlich versperrt und die nicht vorhandene Beinfreiheit dafür sorgt, das man nur unter akrobatischer Verrenkung eine Reisetasche unterbringen kann. Da man mit einer solchen Nummer in einem vollbesetzten Regionalzug auch beim Chinesischen Staatszirkus als Schlangenmensch auftreten könnte, werden diese Waggons auch landläufig als Schweinetransporter bezeichnet. Wohlgemerkt: Die Auflagen für Viehtransporte sind strenger als die für Bahnpassagiere...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 63 Lesermeinungen
1 | 2 | 3 | 4 | 5 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche